Hakan Faik (links) und Matthias Freischlad prüfen die Temperatur- und Feuchtesensoren im Hallenbad an der Gießener Ringallee. Matthias Freischlad und Hakan Faik sind an der TH Mittelhessen im Studiengang Energiesysteme eingeschrieben. Ihre Berufspraktische Phase verbringen sie im Schwimmbad in der Gießener Ringallee. Seit November sind dort in der Schwimmhalle an verschiedenen Stellen Temperatur- und Feuchtesensoren installiert, deren Messungen Rückschlüsse auf Luftströmungen zulassen. Unterstützung bekommen die beiden Studenten von den Gießener Stadtwerken. Die Ergebnisse des Projekts sollen zu Energieeinsparungen bei der Belüftung des Bades führen.

Für ein angenehmes Raumklima wird ständig Frischluft in die Halle eingeleitet, verbrauchte Luft wird ausgeleitet. Ventilatoren erzeugen hierfür eine künstliche Luftströmung. Freischlad und Faik möchten herausfinden, ob und in welchem Umfang der Luftaustausch auch bei abgeschalteten Ventilatoren, das heißt ohne dass elektrische Energie verbraucht wird, funktioniert. Dabei wollen sie sich zunutze machen, dass warme Luft nach oben steigt und kalte Luft absinkt. Diese Thermik, die zum Beispiel Segelflieger zum Aufstieg nutzen, führt in Räumen zu einer walzenförmigen Luftbewegung. Allerdings bewegt sich die Luft nicht immer in dieselbe Richtung. Auslöser für Änderungen können Kleinigkeiten sein.

Mithilfe der Sensoren, die in unterschiedlicher Höhe und an gegenüberliegenden Seiten des Bades angebracht sind, werden Stärke und Richtung des Luftstroms messbar. Die Temperaturdifferenz zwischen den verschiedenen Sensoren ist dabei der Indikator für die Strömungsgeschwindigkeit. Melden die Daten, die an die Steuereinheit der Lüftungsanlage gesendet werden, eine ausreichende Strömungsintensität, kann die Leistung der Ventilatoren reduziert und damit elektrische Energie eingespart werden.

Wie groß diese Einsparungen sein werden, kann Michael Kessler noch nicht sagen. Der Wissenschaftliche Mitarbeiter betreut am Institut für Gebäudesystemtechnik und Erneuerbare Energien die beiden Studenten. Die Messungen würden noch bis zum Frühjahr fortgesetzt. Bisher habe es Untersuchungen in Laboren und Räumen der THM gegeben. Das Schwimmbad biete nun die Möglichkeit, auch den Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf die Luftströmungen zu messen.