Vom Rand des Himalaya kam Kiran Chawal Mahat (links) an die THM, wo ihr Patricia Weisweiler als Buddy zur Seite steht. „Ich fand es schon immer sehr interessant, neue Menschen aus anderen Kulturkreisen und Ländern kennenzulernen und mich mit ihnen auszutauschen. Außerdem finde ich es wichtig, Newcomer bei den ersten Schritten im Studium und Alltag zu unterstützen.“ So begründet Patricia Weisweiler, die aus Bad Nauheim stammt und an der TH Mittelhessen studiert, dass sie sich als „Buddy“ engagiert.

Unter diesem Oberbegriff, der im Englischen Kumpel meint, stellt die Hochschule „Oldies“ an die Seite von „Newcomern“, um denen das Einleben zu erleichtern. Neuankömmlinge aus dem Ausland bilden Teams mit erfahreneren Studentinnen, Studenten oder Beschäftigten aus Fachbereichen und Verwaltung. Im laufenden Wintersemester meldet das International Office der THM eine neue Rekordzahl: für 202 Newcomer haben sich Buddies gefunden, die mit dem Campus, der Stadt und dem Leben hierzulande vertraut sind. Im Duo, manchmal auch in Dreier-Verbünden praktizieren sie ein Miteinander, von dem alle Beteiligten profitieren. Denn auch die Ortskundigen lernen auf diese Weise dazu. Sie erweitern zum Beispiel ihre Sprachkenntnisse oder ihr Wissen über den Alltag in fernen Weltgegenden.  

Obwohl sie selbst erst 19 ist, hat Patricia Weisweiler schon die „Oldie“-Rolle übernommen. Die Studentin des Medizinischen Managements begleitet Kiran Chawal Mahat aus Nepal, die im ersten Semester Medizinische Informatik studiert. Beide gehören dem Fachbereich Gesundheit der THM in Gießen an, was die Gemeinsamkeiten im Hochschulalltag fördert. Auf diese fachliche Verwandtschaft achten die Verantwortlichen für das Buddy-Programm bei der Zusammenstellung der Teams.

Ein Neuling in Deutschland ist Kiran Chawal Mahat nicht. Aus der Stadt Bhaktapur, die zentral in Nepal liegt, kam sie schon 2013 her, „weil es hier einfach viele Möglichkeiten für das Studium und den späteren Job gibt“. Während einer Studienphase in Mainz, wo sie nicht bleiben wollte, erhielt sie von Kommilitonen den Tipp, sich einmal an der TH Mittelhessen umzusehen. Nach den ersten Studienmonaten auf dem Gießener Campus schwärmt die 24-Jährige: „An der THM fühle ich mich sehr wohl und ich bin immer motiviert.“

Das Buddy-Programm soll zum Studienerfolg beitragen und die Integration ausländischer Studierender in die Hochschulgemeinschaft, aber auch in ihr städtisches Umfeld fördern. Deshalb organisiert die TH Mittelhessen in diesem Rahmen spezielle Schulungen, Treffen in größerem Kreis und Exkursionen.

Kiran und Patricia sind sich erstmals im Gießen Stadttheater begegnet. Auf Einladung des International Office schauten sie sich das Musical „Into the woods“ an und finden übereinstimmend: „Ein sehr schöner erster gemeinsamer Abend“. Weitere Freizeitunternehmungen im Duo folgten, aber auch offizielle Termine wie Arbeitstreffen und das obligatorische interkulturelle Training.  

Insgesamt beurteilt Kiran die Initiative der Hochschule sehr positiv: „Das Buddy-Programm hat mir die Chance gegeben, eine neue Freundin an einem neuen Ort zu finden.“ Und Patricia wagt schon jetzt die Prognose: „Sicherlich werden wir auch nach dem Ende des Programms in Kontakt bleiben und gemeinsame Aktivitäten starten.“