Prof. Dr. Udo Jung (links) informierte die Gäste über das Arbeitsspektrum im Labor für Leichtbau und Betriebsfertigkeit. Karosserieteile im Dauertest, die Untersuchung von optischen Fasern und vielfältige Einsatzgebiete der Lasertechnik – all das gab es beim Tag der offenen Tür im neuen Laborgebäude der TH Mittelhessen am Friedberger Dachspfad zu bestaunen. Drei Fachbereiche der Hochschule zeigten der interessierten Öffentlichkeit, welche hervorragenden Bedingungen zur anwendungsorientierten Forschung und Lehre dort auf  750 Quadratmetern Nutzfläche geschaffen wurden.

„Es ist toll! Wir hatten bislang nur ein kleines Labor - jetzt sind die Möglichkeiten um ein Vielfaches höher“, freute sich Professor Dr. Udo Jung vom Fachbereich Maschinenbau, Mechatronik, Materialtechnologie. Er führte die Besucher in den Computerraum, wo bis zu zwanzig Studierende gleichzeitig mit Programmen arbeiten können, wie sie beispielsweise auch Ingenieuren in der Autoindustrie zur Verfügung stehen. Im Studium könne man hier Bauteile bis hin zu ganzen Autos konstruieren und berechnen.  Aber man verlasse sich nicht nur auf die Daten. Die Räume böten zudem Platz, ganze Autokarosserien oder Karosserieteile zur Begutachtung und zum direkten Vergleich aufzustellen. Im gegenüberliegenden Leichtbau-Labor werden Materialien intensiv geprüft.  „So erhalten wir Daten über das Leistungsvermögen des im 3-D-Druck-Verfahren hergestellten Werkstücks“, erklärte der Ingenieurwissenschaftler. Projekte und Prüfungsverfahren würden oft in Zusammenarbeit mit der Industrie gestartet; unter anderem teste man hier bestimmte Verbundstellen der Autokarosserie, so Jung.

Prof. Karl-Friedrich Klein erläuterte Funktionsprinzipien und Anwendungsgebiete von optischen Fasern. Im Labor für Faseroptik stellten Prof. Dr. Karl-Friedrich Klein und seine wissenschaftlichen Mitarbeiter vom Fachbereich Informationstechnik – Elektrotechnik - Mechatronik die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von optischen Fasern vor. Besonders die Eigenschaften der Spezialfasern stehen auf der Agenda der Forscher, erfuhren die Besucher. Hier entwickelt die THM Testsysteme und Messtechnik für die Qualitätskontrolle. Optische Fasern können, so die THM-Forscher, auch außerhalb des großen Anwendungsgebietes Telekommunikation auf vielen Feldern genutzt werden, zum Beispiel in der Sensorik, Medizintechnik oder bei der Datenübertragung im Automobilbereich.

Im Laseranwendungslabor stand Prof. Dr. Klaus Behler vom Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung den Besuchern Rede und Antwort. „Normalerweise dürfen nur geschulte Mitarbeiter den Raum betreten, hier wird nämlich mit nicht sichtbarem Laserlicht gearbeitet, das 100 Watt reine Lichtleistung hat“, so der Physiker, der gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Martin Eckhardt den Fachbereich in dem neuen Gebäude repräsentiert. Laseranwendungen werden immer häufiger eingesetzt, die Technik sei teuer, aber effizient, so Behler. „Der Zahnarzt kann mit Laser Karies entfernen, man kann Bilder restaurieren und die Technik in der Motoren- und Solarindustrie einsetzen“, zählte er auf.

Das Programm beeindruckte die Besucher. Ein Erstklässler, der mit seiner Familie an der Führung durch die Laborräume teilnahm, verkündete: „Ich werd´ hier auch mal studieren.“ Sollte diese Vorhersage eintreffen, wird das besuchte Laborgebäude nicht mehr allein das Campusgelände am Dachspfad prägen. Dass dort ein großes Technologiezentrum gebaut werden soll, hatte THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems zuvor bei der Begrüßung der Gäste bekannt gegeben.