In einem Messzelt, wo er das Rauchen einer Shisha simulierte, führte Maximilian Baier an der THM Probeuntersuchungen durch.Das Studium des Umwelt-, Hygiene- und Sicherheitsingenieurwesens (UHSI) an der TH Mittelhessen kann schon vor dem Abschluss zum Ernstfall-Einsatz in der Praxis führen. Diese Chance erhielt Maximilian Baier im Rahmen seiner Bachelorarbeit. 

Prof. Dr. Harald Platen, sein Betreuer am Fachbereich Life Science Engineering (LSE), hatte ihm folgende Aufgabe gestellt: „Untersuchung der Kohlenmonoxidbelastung für Arbeitnehmer in Shisha-Bars im Aufsichtsbezirk des Regierungspräsidiums Gießen“. Um sie zu lösen, absolvierte der 25-jährige Student aus Romrod ein Praktikum in der Behörde und beteiligte sich im Herbst an einer Überprüfungsreihe in verschiedenen  mittelhessischen Landkreisen. Es ging um die Frage, wie die Atemluft in den vielen Trendlokalen beschaffen ist, die Wasserpfeifen zum Rauchen anbieten. Speziell interessierte dabei der Arbeitsschutz, also das gesundheitliche Wohl der dort Beschäftigten. Denn eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid (CO) kann Schwindel, Kopfschmerzen und Erbrechen hervorrufen, eine Bewusstlosigkeit verursachen und auch schwerwiegende Langzeitfolgen haben.  

Beim Regierungspräsidium stand dem Praktikanten Isabelle Fuchs zur Seite. Dort arbeitet die THM-Absolventin, die sich am Fachbereich LSE mit dem Master in UHSI qualifiziert hat, seit 2016 als Technische Angestellte und befasst sich unter anderem mit der Betriebsüberwachung von Gaststätten. In Kooperation mit vier Ordnungsämtern kontrollierte das Regierungspräsidium insgesamt 19 Shisha-Bars in Gießen, Marburg, Stadtallendorf und Alsfeld. Maximilian Baier fuhr im Team der zuständigen Sachbearbeiter dorthin, sammelte anhand eines selbst ausgearbeiteten Kriterienkatalogs Daten zum bestehenden Standard des Arbeitsschutzes und führte die jeweiligen CO-Messungen aus. Dabei ermittelte er sowohl Resultate im Gastraum als auch dort, wo die Pfeifen vorbereitet und angezündet werden.

Während er im Aufenthaltsbereich der Gäste nur weniger stark ausgeprägte Überschreitungen ermittelte - das gemessene Maximum überstieg den geltenden Grenzwert von 30 ppm (parts per million) um knapp 50 Prozent – lag die CO-Belastung im Anzündeareal deutlich höher, vereinzelt sogar über 100 ppm. Der Student stellte dabei einen Zusammenhang mit der Außentemperatur fest. Blieben Türen und Fenster wegen Kälte geschlossen, wurden Leistungsmängel der installierten Lüftungsanlage besonders evident. Das Resümee seiner Bachelorarbeit enthält folglich die Kernaussage, dass die Grenzwerte der CO-Belastung in Shisha-Bars nur mit erheblichen Investitionen in die Lüftungstechnik einzuhalten seien. Eine Pressemitteilung, die das Regierungspräsidium Gießen im November aufgrund der Messungen verbreitete, nannte als Konsequenzen: „Eine Lüftungsanlage sollte nicht nur vorhanden, sondern auch in Betrieb sein. Darüber hinaus müssen CO-Warnmelder – optisch den Rauchmeldern sehr ähnlich – installiert und in Kopfhöhe angebracht sein.“