Die Technische Hochschule Mittelhessen wächst beständig

Drei Standorte, sechs Außenstellen, rund 60 Studiengänge

Bad Wildungen, Bad Hersfeld, Biedenkopf, Frankenberg, Bad Vilbel und Limburg

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Wie die Telemedizin im Rettungsdienst einsetzbar ist, demonstrierte Prof. Simon Little.Der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner hat heute gemeinsam mit der Technischen Hochschule Mittelhessen und der Justus-Liebig-Universität Gießen das landesweite Kompetenzzentrum für Telemedizin und E-Health vorgestellt, bei dem künftig Projekte und Ideen für innovative telemedizinische Lösungen gebündelt werden. „Die Verbesserung der Patientenversorgung durch Telemedizin und E-Health steht im Fokus des neuen Zentrums in Gießen“, betonte der Hessische Gesundheitsminister. „Mit dem Know-how der beiden Hochschulen wird das Kompetenzzentrum interessierte Akteure bei der Implementierung neuer Verfahren und Versorgungsangebote unterstützen“, ergänzte Grüttner.

Themenschwerpunkte der Beratung sind Datenschutz und -sicherheit, technische Standards sowie die intersektorale Kommunikation. „Auf diese Weise soll auf einen Ausbau der Digitalisierung des hessischen Gesundheitswesens hingewirkt werden“, so Grüttner. Technische Fortschritte bei Medizingeräten sowie Informations- und Kommunikationstechnologien bieten große Chancen, die Qualität und Effizienz des Gesundheitswesens zu verbessern. „Wesentlich wird es sein, dass die Akteure im Gesundheitswesen zum Wohle des Patienten besser miteinander kommunizieren, die sensiblen Patientendaten und medizinischen Befunddateien sicher und zuverlässig untereinander einsehen und austauschen können, so wie es durch die neue EU-Datenschutzgrundverordnung gefordert wird“, betonte Grüttner.

Die Entwicklung und auf das Wohl des Patienten ausgerichtete Gestaltung von innovativen IT-gestützten Versorgungsprozessen sieht auch Prof. Dr. Peter Winker, Vizepräsident der Justus-Liebig-Universität, als zentrale Aufgabe des Zentrums.

 Eröffnung des zentrums für Telemedizin und E-Health an der THM (von links): JLU-Vizepräsident Prof. Peter Winker, Zentrumsgeschäftsführer Armin Häuser, Sozialminister Stefan Grüttner und THM-Präsident Prof. Matthias Willems „Mit dem neuen Zentrum kann die THM als praxisnahe Hochschule einen fundierten Beitrag zur Digitalisierung des Gesundheitswesens in Hessen leisten“, sagte Prof. Dr. Matthias Willems, Präsident der TH Mittelhessen. „Denn das Potenzial unseres Fachbereichs Gesundheit auf den Gebieten Telemedizin und E-Health fließt in die Entwicklung von technischen Lösungen und Konzepten zur Verbesserung der medizinischen Versorgung ein. Vor allem für den ländlichen Raum verspreche ich mir Lösungen, die zugleich kostenbewusst und patientenfreundlich sind. Dass wir dabei einen kooperativen Weg mit der JLU beschreiten, zeigt einmal mehr die partnerschaftliche Ausrichtung der beteiligten Hochschulen.“

Der Geschäftsführer des Kompetenzzentrums, Armin Häuser, erklärte: „Mit dem engagierten Team des Kompetenzzentrums wird es uns in einer partnerschaftlichen Kooperation der THM und der JLU gemeinsam gelingen, die Digitalisierung des Gesundheitswesens mit zu gestalten, um auch für die Zukunft eine patientengerechte, wohnortnahe und medizinisch hochwertige Versorgung in allen Lebensbereichen sicherzustellen.“

Das Kompetenzzentrum zeigte am Beispiel einer Live-Demonstration den Einsatz von Telemedizin im Rettungsdienst. Notfallsanitäter und Rettungssanitäter müssen künftig nicht kostbare Minuten darauf warten, dass der Notarzt zu ihnen kommt. Mittels eines Übertragungssystems im Rettungswagen können sie Kontakt zu einem diensthabenden Kardiologen herstellen, der sich über eine im Rettungswagen eingebaute Kamera in Echtzeit über das Befinden und die Befunde des Patienten selbst informieren kann. Er kann das EKG sofort befunden, künftig sogar eine von den Notfallsanitätern durchgeführte Sonografie, und entsprechend das Katheterlabor über den Notfallpatienten informieren, damit für dessen Klinikankunft alles vorbereitet ist. Zudem kann er das Rettungsteam anweisen, weitere Medikamente zu geben, die beispielsweise nicht ausdrücklich für Notfallsanitäter freigegeben sind. Alles in allem kommt beispielsweise der Infarktpatient mindestens zehn Minuten, unter Umständen aber auch fast eine halbe Stunde früher gut versorgt direkt im Herzkatheterlabor der Klinik an.

„Als neutraler Mittler zwischen medizinischen Einrichtungen, Herstellern von Medizinprodukten und Verbänden bringt das Kompetenzzentrum die Entwicklung telemedizinischer Anwendungen und Geräte und deren Implementierung in der medizinischen Versorgung voran. Mit dem Zentrum haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein unserer E-Health-Initiative erreicht, um das hessische Gesundheitswesen zu modernisieren und zeitgemäß aufzustellen. Heute gehen wir einen weiteren Schritt in die richtige Richtung, um zukünftig eine moderne, bedarfsgerechte medizinische Versorgung, auch in ländlichen Regionen sicherzustellen“, schloss Grüttner.

Nähere Informationen unter www.ehealth-zentrum.de