Aktuelles

Ein neuer Studiengang der Technischen Hochschule Mittelhessen startet. In Forschung und Entwicklung schaffen THM-Teams Innovationen für die industrielle Praxis. Die Hochschule weitet ihr internationales Kooperationsnetz aus und eröffnet damit Studierenden zusätzliche Möglichkeiten des Auslandsstudiums. Die Diplomarbeit einer Absolventin erhält einen Preis. Ein neuer Professor hat die Arbeit aufgenommen. Die THM lädt ein zu öffentlichen Vorträgen. Hier finden Sie Neuigkeiten aus Lehre, Forschung und dem gesamten Hochschulleben.

 

GirlsDay 2004 Der Fachbereich Elektro- und Informationstechnik an der FH in Gießen hat 521 Studierende – 25 davon sind weiblich. Unter den 122 Studierenden des Friedberger Fachbereichs Maschinenbau, Mechatronik, Materialtechnologie sind es 5. Nach wie vor sind Frauen in den Ingenieurwissenschaften deutlich unterrepräsentiert – nicht nur an der Fachhochschule Gießen-Friedberg.

Um daran etwas zu ändern, startete im vergangenen Herbst das Junior-Mentoringprogramm (JUMP!). Jutta Müller, Studienberaterin an der FH in Friedberg, erläutert, worum es in dem von ihr initiierten Projekt geht: "Ziel ist es, das Interesse von Schülerinnen an technischen Studiengängen zu fördern und ihr Berufswahlspektrum zu erweitern. Im Rahmen von Schulprojekten betreuen Studentinnen als Juniormentorinnen kleine Gruppen von Oberstufenschülerinnen und geben ihnen einen Einblick in ein ingenieur- oder naturwissenschaftliches Studium. Die Schülerinnen können sich an Arbeitsgruppen beteiligen, an Vorlesungen teilnehmen oder ihre studentische Betreuerin in ein Labor begleiten."

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Eine Gruppe des College of Entrepreneurship aus Ljubljana ist zu einer einwöchigen Arbeitsphase an der Fachhochschule in Friedberg eingetroffen. Zwischen der FH Gießen-Friedberg und der slowenischen Hochschule besteht eine enge Kooperation auf dem Gebiet des weiterbildenden Studiengangs Projektmanagement.

FH-Vizepräsident Prof. Dr. Manfred Börgens begrüßte die Gaststudierenden, die von Privatdozent Dr. Dejan Jelovac begleitet werden. Im Rahmen der Kooperation absolvieren Gruppen beider Hochschulen Präsenzphasen an der Partnerinstitution. Für den Mai ist ein Arbeitsaufenthalt Friedberger Studierender in Slowenien vorgesehen. Die im Ausland erbrachten Leistungen werden nach dem European Credit Transfer System (ECTS) angerechnet. Das Friedberger Projektmanagement-Team arbeitet an der Weiterentwicklung des Lehrprogramms zu einem Studiengang mit dem international anerkannten Master-Abschluss. Man will auch die Kontakte zu ausländischen Hochschulen weiter ausweiten.

Mittlerweile qualifiziert sich der fünfte Studentenjahrgang an der FH in Friedberg zum Diplom-Projektmanager. Das gebührenpflichtige Studium dauert drei Semester und richtet sich an Interessierte mit akademischem Abschluss. Das Programm ist so angelegt, dass die Teilnehmer – darunter sind vor allem  Ingenieure, Betriebswirte und Juristen – berufsbegleitend studieren können. Wer diese Weiterbildung, die in der Wirtschaft eine hohe Wertschätzung genießt, erfolgreich absolviert, kann damit die eigenen beruflichen Perspektiven erheblich verbessern. Industriepartner des Friedberger Studiengangs sind u. a. ABB Robotics, Audi und die Siemens AG.

Drucksache 49Die Ausgabe 49 des FH-Informationsdienstes "Drucksache" ist mit vielen Berichten aus Lehre und Forschung im  März erschienen. In der Printversion gibt es das Heft kostenlos in der Pressestelle (Wiesenstraße 14, 35390 Gießen, Tel. 0641/309-1040), oder als PDF Datei direkt.

Die Drucksache 48 des FH-Informationsdienstes "Drucksache" ist mit vielen Berichten aus Lehre und Forschung am 1. Dezember erschienen. In der Printversion gibt es das Heft kostenlos in der Pressestelle (Wiesenstraße 14, 35390 Gießen, Tel. 0641/309-1040).


Dipl.-Ing.  Arne Weber (Lahnau) war beim Wettbewerb um den „BKK-Innovationspreis Gesundheit“ erfolgreich. Die Jury sprach dem Absolventen der FH Gießen-Friedberg den mit 500 Euro dotierten 3. Preis zu. Der hessische Landesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) hatte die vierte Ausschreibung seines Innovationspreises unter das Motto „Gesundheit als Wirtschaftsfaktor“ gestellt. Studierende von Universitäten und Fachhochschulen waren aufgefordert, zu diesem Thema neue Überlegungen und Modelle zur Verbesserung der Versorgungsqualität im Gesundheitswesen einzubringen.

Arne Weber wurde für seine Diplomarbeit ausgezeichnet, mit der er im Herbst 2004 das Studium des KrankenhausTechnikManagements an der Fachhochschule in Gießen abgeschlossen hat. Darin entwickelte der 24-Jährige ein spezielles Schulungskonzept zum neuen DRG-Fallpauschalensystem (DRG = Diagnosis Related Groups) bei stationären Behandlungen in Krankenhäusern. Es richtet sich nicht nur an Ärzte, sondern auch an die Klinikverwaltung, Technik und alle beteiligten medizinischen Berufe. Der Diplomand vermittelt Basiswissen über das DRG-System, konzentriert sich vor allem auf dessen Grundlagen und Struktur, berichtet über die Geschichte und die Einführungsphase. Schwerpunkte setzt er auf den Zeitplan und die finanziellen Auswirkungen bei der schrittweisen Umstellung. Dabei macht er an mehreren Stellen deutlich, dass die Umstellungsphase bereits Verlierer und Gewinner bei den Krankenkassen mit sich bringen wird.

Mit seiner Diplomarbeit hat Arne Weber einen beeindruckenden Wettbewerbsbeitrag vorgelegt. Die Jury hob in ihrer Laudatio hervor, dass „sein Schulungskonzept alle Zielgruppen innerhalb des Krankenhauses anspricht und diese mit einbezieht.“ Er leiste damit einen wichtigen Beitrag für nachhaltige Informationen über die Wichtigkeit der genauen Abrechnung mit Fallpauschalen.
Der Diplomingenieur konnte die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde im Frankfurter Römer entgegennehmen. Schirmherr des Wettbewerbs war Dr. Alois Rhiel, der Hessische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung.
Dr. Wolfgang Martin, Professor am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der FH Gießen-Friedberg, ist mit dem Hessischen Verdienstorden am Bande geehrt worden. Der 58-jährige Jurist erhielt die Auszeichnung aus der Hand der Hessischen Kultusministerin Karin Wolff im Rahmen einer Feierstunde in Darmstadt.

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Die Zahl der Verkehrsopfer in Deutschland ist so niedrig wie nie zuvor seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1953. Trotzdem musste das Statistische Bundesamt für 2004 noch fast 6000 Tote und 440.000 Verletzte melden, die bei Unfällen im Straßenverkehr zu Schaden kamen.

Einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit kann die Straßengestaltung leisten. Sicherheitsaspekte bei Planung, Bau und Betrieb von Verkehrsanlagen behandelte ein Seminar an der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Fast einhundert Fachleute aus Planungsbüros, Hochschulen, Straßenbauverwaltungen, kommunalen Planungsämtern und Verkehrsbehörden besuchten die zweitägige Fortbildungsveranstaltung.

Durch die Fortschritte in der Unfallforschung haben sich die Erkenntnisse, wie man Straßen verkehrssicher gestaltet, erheblich verbessert. Im Seminar wurden die Grundlagen und Verfahren ausgewählter neuer Technischer Regelwerke unter Sicherheitsaspekten erläutert.
Die Referenten, die alle an den hessischen Fachhochschulen in Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt und Gießen lehren, befassten sich unter anderem mit Schulwegsicherheit, der Verkehrssicherheit von Baustellen und Fragen der Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern. Weitere Themen waren die Griffigkeit von Straßenbelägen und die Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr.
Veranstalter der Fortbildungsveranstaltung, die Prof. Dr. Andreas Bark von der FH Gießen-Friedberg organisiert hatte, war das Fachgebiet Straßenwesen und Vermessung am Fachbereich Bauwesen.

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Durch die industrielle Vorproduktion von Bauteilen lassen sich Baukosten erheblich senken. In Holland sind die Komponenten beim Systembau bereits zu 70 Prozent vorgefertigt. In Deutschland liegt diese Quote erst bei einem Drittel, die Tendenz ist allerdings deutlich steigend.

Ein kritischer Punkt im Fertigbau sind die Betonstützen, die das ganze Gebäude tragen. Sie werden bei herkömmlicher Bauweise auf der Baustelle komplett gegossen. Setzt man vorgefertigte Stützen aufeinander, müssen sie so miteinander verbunden werden, dass sie eine hinreichende Tragfähigkeit besitzen.

In ihrer Diplomarbeit am Fachbereich Bauwesen der Fachhochschule Gießen-Friedberg haben Almudena Miranda Chaparro und Magdalena Dietz das Tragverhalten von Fertigteilstützen empirisch untersucht.
In einer ersten Versuchsreihe betrachteten die beiden angehenden Bauingenieurinnen im Gießener Labor für Massivbau die Einflüsse unterschiedlich starker Verbindungsschichten (Fugendicken) und Mörtelfestigkeiten auf das Tragverhalten. Dafür gossen sie insgesamt 42 Betonwürfel. Je zwei dieser Prüfkörper wurden mit unterschiedlichen Vergussmörteln verbunden. Ziel der Versuche war es herauszufinden, welchen Einfluss die Festigkeit des Mörtels und die Fugendicke auf das Verformungsverhalten der Versuchskörper haben. Mit einer Presse wurden die Bauteile deshalb unterschiedlichen Drücken ausgesetzt. Die Messungen ergaben bei Mörteln mit geringer Festigkeit einen Verlust an Tragfähigkeit mit wachsender Fugendicke. Bei einer Mörtelfestigkeit, die über der des Betons liegt, hat die Fugendicke keinen Einfluss auf das Bruchverhalten. Eine Traglaststeigerung bei weiter gesteigerten Mörtelfestigkeit ist nicht feststellbar.
Für Prof. Dr. Jens Minnert, der das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Gerd Günther betreut hat, schließt die Arbeit von Chaparro und Dietz eine Forschungslücke. Erstmals stünden durch die Versuchsreihe Referenzmessungen für die Mörtelauswahl in Abhängigkeit von der optimalen Fugendicke zur Verfügung. Hiermit könne in der Baupraxis zuverlässig gearbeitet werden. Die Bauabnahme durch Prüfingenieure werde dadurch in vielen Fällen deutlich erleichtert.
In einer zweiten Versuchsreihe untersuchten die beiden Diplomandinnen Verbindungen zwischen stahlbewehrten Fertigteilstützen, die über Schrauben mittels Stützenschuh und Ankerbolzen hergestellt werden. Sie experimentierten dabei mit horizontal in die Stützen eingebauten Stahlplatten, die Drücke besser verteilen und die Traglast erhöhen. Ziel war es hier, die Zahl der nötigen Stützenschuhe zu verringern und dadurch kostengünstiger zu bauen. Laut Minnert wurde in dieser Testreihe ein viel versprechender Weg zur Optimierung von Fertigteilstützenanschlüssen aufgezeigt.

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Die FH Gießen-Friedberg hat bei der Umstellung ihres Lehrangebots auf das internationale Studiensystem einen wichtigen Schritt getan. Der Senat der Hochschule stimmte im Januar der Einführung von 27 neuen Bachelor- und Master-Programmen zu, die schon in den Jahren 2005 und 2006 bestehende Diplom-Studiengänge ablösen werden.

FH-Präsident Prof. Dr. Dietrich Wendler begrüßte die Entscheidung des Senats als bedeutende Weichenstellung für die künftige Hochschulentwicklung. Er bezeichnete die zügige Planung und Realisierung der neuen Studienprogramme als unverzichtbaren Beitrag zur Stärkung der nationalen wie internationalen Wettbewerbsposition. Die komplette Umstrukturierung des Studienangebots im laufenden Hochschulbetrieb sei ein enormer Kraftakt. Prof. Wendler dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und hob dabei besonders den Entwicklungsausschuss der Fachhochschule hervor, dessen Aufgabe es ist, die Konzepte der neuen Studienprogramme zu bewerten.  

Im Rahmen des „Bologna-Prozesses“ sollen die Hochschulsysteme innerhalb der EU bis spätestens zum Wintersemester 2009/2010 vereinheitlicht werden. Dazu gehören die Modularisierung des Studienangebots, die Einführung des European Credit Transfer Systems (ECTS), das die Kriterien zur Berechnung erbrachter Studienleistungen europaweit regelt, und die Einführung der international äquivalenten akademischen Grade Bachelor (BA) und Master (MA).

Mit der Koordination dieser groß angelegten Neustrukturierung befassen sich an der FH Gießen-Friedberg auf Vorschlag des Senats fünf fachbereichsübergreifende Kompetenzgruppen. Diese Gremien, deren fachliche Schwerpunkte Bio- und Medizinwissenschaften, Gebäude, Informatik, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaft sind, arbeiten an der Umstellung eines Spektrums von rund 40 Diplom-Studiengängen auf das neue System. Ihre Vorschläge zur Einrichtung von BA- und MA-Programmen hat der Entwicklungsausschuss der Hochschule detailliert geprüft und bewertet. Dessen erste Empfehlungsliste lag am Mittwoch, 26. Januar, dem Senat zur Entscheidung vor. Nach dem positiven Senatsvotum für 27 Konzepte wird der Großteil dieser Studiengänge zum Wintersemester 2006/07 den Lehrbetrieb in Gießen und Friedberg aufnehmen. Einige Programme auf dem Gebiet der Informatik (Computer Science und Wirtschaftsinformatik, jeweils als BA und MA) sollen schon im Herbst 2005 starten. Die neuen Studiengänge bedürfen zuvor noch der Akkreditierung durch eine unabhängige nationale Agentur.

Der Prozess der Umstrukturierung des gesamten Studienangebots wird an der Fachhochschule Gießen-Friedberg fortgesetzt. Auch die klassischen Ingenieurdisziplinen, die mit Ausnahme des Bauwesens in dieser ersten Verfahrensrunde nicht vertreten sind, werden ihre Studiengänge am internationalen System ausrichten und BA-/MA-Programme einführen. 

Zu mehr als 300 Prozent ist die Fachhochschule in Friedberg ausgelastet. 3431 Studierende müssen sich wenig mehr als 1100 flächenbezogene Studienplätze teilen. Ein Neubau in der Wilhelm-Leuschner-Straße ist geplant, bis zu seiner Fertigstellung werden aber noch einige Jahre vergehen. „Wir müssen alle Reserven nutzen, damit wir weiter einen geregelten Lehrbetrieb anbieten können“, sagt deshalb Prof. Dr. Dietrich Wendler, Präsident der Fachhochschule Gießen-Friedberg.

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