Aktuelles
Ein neuer Studiengang der Technischen Hochschule Mittelhessen startet. In Forschung und Entwicklung schaffen THM-Teams Innovationen für die industrielle Praxis. Die Hochschule weitet ihr internationales Kooperationsnetz aus und eröffnet damit Studierenden zusätzliche Möglichkeiten des Auslandsstudiums. Die Abschlussarbeit einer Absolventin erhält einen Preis. Ein neuer Professor hat die Arbeit aufgenommen. Die THM lädt ein zu öffentlichen Vorträgen. Hier finden Sie Neuigkeiten aus Lehre, Forschung und dem gesamten Hochschulleben.
Erstmals zertifizierte Personaldienstleister an der FH ausgebildet
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Am Hochschulzentrum für Weiterbildung (HZW) der FH Gießen-Friedberg haben erstmals 22 Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik den Lehrgang zum zertifizierten Personaldienstleister erfolgreich abgeschlossen. Diese bundesweit einmalige Qualifizierungsmöglichkeit für Mitarbeiter aus der Personaldienstleistungsbranche hat die Hochschule gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister (AMP) entwickelt.
Prof. Dr. Axel Schumann-Luck verabschiedete die zwischen 20 und 50 Jahre alten Absolventinnen und Absolventen auf einer akademischen Feier. „Sie arbeiten in einem Beruf, der die Veränderungsfähigkeit der Gesellschaft verbessert. Dazu brauchen Sie Mut, Flexibilität und Unabhängigkeit“, gab der FH-Vizepräsident ihnen mit auf den Weg.
HZW-Leiter Prof. Dr. Ulrich Vossebein nannte die Teilnehmer des ersten Kurses „Pioniere“, die viele Anregungen für die Weiterentwicklung der Fortbildung gegeben hätten. Vossebein kündigte einen Bachelorstudiengang Personaldienstleistung an. Fast alle Absolventen des Zertifikatslehrgangs hätten hieran Interesse gezeigt. Der Lehrgang werde auf den Studiengang angerechnet, so dass die Studentinnen und Studenten in vier Semestern einen akademischen Abschluss erwerben könnten.
Als Vertreter des AMP sprach dessen Präsidiumsmitglied Mirco Melega von der „Geburtsstunde der Akademisierung der Personaldienstleistungsbranche“. Die Fachhochschule Gießen-Friedberg sei der ideale Partner für die Entwicklung des Zertifikatslehrgangs gewesen. Die zukünftigen Bachelorabsolventen bezeichnete er als „die Speerspitze der deutschen Personaldienstleistung“.
Der berufsbegleitende Zertifikatslehrgang richtet sich an Männer und Frauen, die in der Personaldienstleistungsbranche tätig sind, bereits über praktische Erfahrungen auf diesem Gebiet verfügen und diese durch eine qualifizierte Weiterbildung auf Hochschulniveau ergänzen möchten. In der einjährigen Weiterbildungsmaßnahme werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem in Personalmanagement, Marketing und Sozialkompetenz weiterqualifiziert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Arbeits-, Tarif- und Vertragsrecht.
Ein Einstieg in das aktuell laufende Programm ist noch bis zum 20. Januar 2010 möglich. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Julia Schäfer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des HZW, Tel. 06441-44597-263
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Lecturer aus Edinburgh an der Fachhochschule
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Besuch von der Partnerhochschule in Edinburgh hatte der Fachbereich Wirtschaft der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Dr. Thomas Henschel, Dozent für Rechnungswesen an der School of Accounting, Economics and Statistics der Napier University hielt für Diplom- und Masterstudenten ein einwöchiges Blockseminar zum Thema „International Accounting and Finance“.
In der englischsprachigen Lehrveranstaltung gab der 42-Jährige einen Überblick über die Praxis des Rechnungswesens in unterschiedlichen Staaten. Das Wissen hierüber sei für Betriebswirte zum Beispiel hilfreich bei der Arbeit in Unternehmen mit internationalen Tochtergesellschaften. Wichtig sei es auch, so Henschel, kulturelle Hintergründe zu vermitteln und so den länderspezifischen Umgang mit Regeln besser zu verstehen. So gebe es etwa erhebliche Unterschiede beim Umgang mit Rechnungslegungsvorschriften zwischen China und Deutschland.
Der Gießener Fachbereich Wirtschaft kooperiert bereits seit etwa fünf Jahren mit der Edinburgh Napier University. Zum Programm gehören neben dem Dozentenaustausch auch Auslandssemester von Studentinnen und Studenten im Rahmen des Erasmus-Programms der Europäischen Union.
FH-Team dreht Film
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„Wir pflügen und wir streuen – Landwirtschaft und Ernährung in der Wetterau“ lautet der Titel eines Dokumentarfilms, den Thomas Petrasch von der Fachhochschule Gießen-Friedberg gemeinsam mit Studentinnen und Studenten der Medieninformatik gedreht hat. Der Film ist ab sofort als DVD erhältlich.
„Die fruchtbaren Böden der ´goldenen Wetterau´ dienen seit Jahrtausenden der Lebensmittelproduktion. Der Dokumentarfilm beantwortet die Frage, wie zukünftig trotz europäischer Agrarmarktreformen und globalisierter Nahrungsmittelproduktion in der heimischen Region Lebensmittel betriebswirtschaftlich erfolgreich und umweltverträglich produziert werden können“, sagt Produktionsleiter Thomas Petrasch. Das Thema habe sich aus einem Seminar im vergangenen Sommersemester ergeben. Angeregt wurden die Filmemacher durch die österreichischen Dokumentarfilme „We feed the world“ und „Unser täglich Brot“, die die Herstellung von Nahrungsmitteln in ganz Europa zeigen. Die Friedberger Studenten entschieden sich für heimische Drehorte. „Ein direkter regionaler Bezug ist gerade im Ernährungssektor wichtig“, so Petrasch. „Verbraucher wissen es sehr zu schätzen, wenn regionale Produzenten hochwertige Lebensmittel zum Kauf anbieten“.
Gedreht wurde auf dem Hof Entenpfuhl in Rosbach, dem Elsterhof in Reichelsheim und dem Dottenfelderhof in Bad Vilbel – zwei konventionellen landwirtschaftlichen Betrieben und einem nach ökologischen Prinzipien arbeitenden Bauernhof. Bei unterschiedlicher Ausrichtung vermarkten alle drei Betriebe ihre Produkte möglichst direkt. Sie erzielen so nicht nur höhere Verkaufserlöse, sondern schonen mit kurzen Transportwegen auch die Umwelt. Aufnahmen der Biogasanlage des Hofs Preußner in Friedberg-Ossenheim geben einen Einblick in die naturnahe Energieerzeugung.
Interviews mit dem Leiter des Landwirtschaftsamtes, zwei Experten für Pflanzenschutz und konventionelle Düngung, einer Ernährungswissenschaftlerin der Universität Gießen, einem Maschinenbau-Ingenieur und Kundinnen auf regionalen Wochenmärkten runden den Film ab. Die DVD ist zum Preis von acht Euro in der Bindernagel’schen Buchhandlung in Friedberg, der Buchhandlung am Park in Bad Nauheim, Gini’s Hofladen in Reichelsheim-Weckesheim, im Margarethenhof in Karben-Kloppenheim und im Papierlädchen Ratzefummel in Nieder-Rosbach erhältlich.
Reise in die Unternehmenspraxis
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Nach Böblingen führte eine Exkursion des Fachbereichs Wirtschaft der FH Gießen-Friedberg. Unter der Leitung der Dekanin Prof. Dr. Susanne Müller besuchte eine Gruppe des Studienschwerpunktes Wirtschaftsinformatik das Technologieunternehmen Hewlett-Packard.
Zum Informationsprogramm gehörten ein Einführungsvortrag, der die Einstiegsmöglichkeiten bei HP darstellte, und ein Referat, das aufzeigte, wie in einem Know-how-Unternehmen mit weltweit über 300.000 Mitarbeitern Wissen einzelner Personen für alle nutzbar und wiederverwendbar gemacht werden kann. Es schloss sich eine Tour durch das Democenter an, auf der die Studenten Einblicke in die Entwicklung und Qualität der HP-Produkte erhielten. So konnten sie zum Beispiel ein Business-Notebook handgreiflich testen und seine Betriebsbereitschaft sogar einer Probe durch kräftiges Schütteln unterziehen. Nach dem Mittagessen stand das Projekt „Mercedes-Benz-Museum“ im Mittelpunkt einer weiteren Präsentation. Hewlett-Packard hat die gesamte Medienausstattung des neu errichteten Museums konzipiert, entwickelt und geliefert. Durch den Projektleiter erfuhren die Gäste von der Fachhochschule, welche besonderen Herausforderungen die Umsetzung eines solch groß angelegten informationstechnischen Vorhabens auf einer Baustelle mit sich bringt. Der abschließende Besuch in diesem Museum gab den angehenden Betriebswirten die Gelegenheit sowohl das Gebäude als auch dessen Exponate und Medienausstattung im Betrieb zu erleben. Finanziell unterstützt wurde die Exkursion durch den Förderkreis Studium & Wirtschaft.
Zehn Millionen Transaktionen täglich
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Über das Thema „Open Source im Business Process Management“ sprachen Carsten Scheunemann und Sebastian Schmidbauer von der Cirquent GmbH an der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Im Gegensatz zu kommerziellen Computerprogrammen ist Open-Source-Software eine freie Software, deren Quelltext öffentlich zugänglich ist und die beliebig verbreitet und verändert werden darf.
Im Rahmen der Reihe „Aktuelle Themen der Wirtschaftsinformatik", die von Prof. Dr. Matthias Willems (Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung) in Friedberg organisiert wird, stellte Scheunemann zunächst das Unternehmen vor, das seit 2008 zum japanischen IT-Konzern NTT-Data gehört. Sebastian Schmidbauer, der an der FH in Gießen Informatik studiert hat, berichtete anschließend von einem Projekt, in dem bei einem großen Finanzdienstleister kommerzielle Software durch eine neue Architektur mit Open-Source-Produkten abgelöst wurde. In der Datenverarbeitung des Unternehmens werden über 500 Schnittstellen täglich zehn Millionen Transaktionen abgewickelt. Da der Ausfall eines solchen Systems gravierende Folgen hat, muss seine Ablösung schrittweise und mit hohem Testaufwand erfolgen.
Die Fachhochschule kooperiert in der Ausbildung von Wirtschaftsinformatikern mit der Firma Cirquent. Zwei Absolventen haben dort kürzlich ihre Bachelorarbeit geschrieben. Einer von ihnen ist als Berater bei dem Unternehmen eingestiegen, der andere hat ein Masterstudium begonnen und arbeitet dort als Werkstudent.
Im nächsten Vortrag der Reihe spricht am Dienstag, 8. Dezember, Dr. Klaus Föchler über die „Industrialisierung der IT am Beispiel des IT-Servicemanagements“. Die Veranstaltung beginnt um 17.20 Uhr im Raum H01.02 der Fachhochschule in Friedberg (Wilhelm-Leuschner-Straße 10). Alle Interessierten sind willkommen.
Besuch von Minister Hahn und Vorstand der FDP-Fraktion
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Die Kooperation der FH Gießen-Friedberg mit der Wirtschaft und mit den Schulen der Region waren die zentralen Themen eines Gesprächs, zu dem FDP-Landespolitiker nach Gießen kamen. FH-Vizepräsident Prof. Harald Danne erläuterte Minister Jörg-Uwe Hahn, dem Fraktionsvorsitzenden Florian Rentsch und seinem Stellvertreter Wolfgang Greilich zunächst die jüngste Entwicklung der Hochschule. Lehre, Forschung und Weiterbildung seien die zentralen Arbeitsfelder der FH. Auf allen drei Gebieten sei es wichtig, zuverlässige Partner zu haben. Dabei hob er als ein Beispiel gelungener Zusammenarbeit mit der Wirtschaft das duale Angebot von StudiumPlus hervor.
Prof. Dr. Frank Runkel, Dekan des Fachbereichs Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie, stellte gemeinsam mit Schulleiter Karl-Heinz Bremer und Abteilungsleiterin Christiane Binz ein langfristig angelegtes Kooperationsprojekt zwischen der Fachhochschule und dem Beruflichen Gymnasium der Gießener Aliceschule vor. Eine Summerschool für Schüler, Fortbildung für Lehrer und die Möglichkeit für die Schule, FH-Labore zu nutzen, gehören zum gemeinsam erarbeiteten Konzept. „Wir wollen nach Möglichkeit Schüler als Studenten, die uns schon kennen und wissen, was sie an der Fachhochschule erwartet“, so der Hochschullehrer. Er wünsche sich, dass die Fachhochschule Gießen-Friedberg in Sachen Schulkooperation zu einer Modellhochschule werde. Das könnte weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit eröffnen, die heute aus rechtlichen Gründen nicht möglich seien, sagte Schulleiter Bremer. Als Beispiele nannte er etwa Lehraufträge für Wissenschaftliche Mitarbeiter der FH an seiner Schule oder Brückenkurse, die Lehrer an der FH abhielten. Die Gäste sicherten dem Projekt ihre Unterstützung zu.
Integrations- und Europaminister Hahn berichtete abschließend von einem Türkeibesuch, auf dem er Gespräche über eine Partnerschaft Hessens mit einer türkischen Region geführt habe. Eine solche Partnerschaft lebe von konkreten Projekten der Zusammenarbeit. Die FH bat er deshalb, ihre Verbindungen zu Hochschulen in Ankara und Izmir aufrechtzuerhalten und zu verstärken.
Zertifikatslehrgang Personaldienstleistung
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Nach einem erfolgreichen ersten Jahr des Zertifikatslehrgangs Personaldienstleistung haben die neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die deutschlandweit einzigartige Weiterbildung für Personaldienstleister auf akademischem Niveau am Hochschulzentrum für Weiterbildung (HZW) der Fachhochschule Gießen-Friedberg begonnen. Prof. Dr. Ulrich Vossebein, Leitender Direktor des HZW, und FH-Vizepräsident Prof. Dr. Harald Danne begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Friedberg und informierten über das praxisnahe Studium an der FH Gießen-Friedberg. Auch die Vorstands- bzw. Präsidiumsmitglieder der drei kooperierenden Branchenverbände, Mirco Melega (AMP), Wilhelm Oberste-Beulmann (BZA) und Michael Hacker (iGZ), richteten Grußworte an die Anwesenden.
Praxisforum des Fachbereichs Wirtschaft
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Dem Thema „Mit Strategie die Unternehmenszukunft sichern“ widmete sich das 14. Praxisforum des Fachbereichs Wirtschaft der FH Gießen-Friedberg. Interessierte aus Unternehmen und Wissenschaft besuchten die Veranstaltung des Förderkreises Studium und Wirtschaft in den Räumen der IHK Gießen-Friedberg. Der Förderkreis hat sich vor allem zum Ziel gesetzt, die Unternehmen der Region intensiver in die Arbeit des Fachbereichs zu integrieren und den Dialog über praxisrelevante betriebswirtschaftliche Themen zu fördern.
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Horst-Dieter Geuting, Vorsitzender des Förderkreises, sprach Dr. Karl Asamer über “Strategie im Mittelstand“. Der Kaufmännische Geschäftsführer der Herborner Sell AG gab einen konzeptionellen Überblick, den er mit Beispielen aus dem eigenen Unternehmen illustrierte. Bosch Thermotechnik stellte Oliver Hempel vor. Der Abteilungsleiter Geschäftsbereichscontrolling sieht in einer angemessenen Strategie ein Instrument zur Sicherung langfristigen profitablen Wachstums. Ludwig Enders und Helmut Moos berichteten anschließend über die strategische Ausrichtung ihrer Unternehmen aus der Fleischerei- und Bäckereibranche.
Im Abschlussvortrag des Praxisforums referierte Prof. Geuting über „Unternehmenssteuerung mit Kennzahlen“. Themen waren unter anderem die Anforderungen an Kennzahlen für Steuerungszwecke, die Kennzahlenverankerung im Arbeitsverlauf und am Arbeitsplatz sowie Gestaltungsprinzipien für Unternehmenssteuerungssysteme.
In der anschließenden Diskussion wiesen die Referenten auf das Defizit im strategischen Denken gerade im Mittelstand hin, das zur Gefährdung der Unternehmensexistenz in turbulenten Zeiten führen könne. Das Praxisforum, so Organisator Geuting, solle dem Wissenstransfer von der Hochschule in die Unternehmen der Region dienen und dazu beitragen, Unternehmen für die strategische Absicherung ihres Geschäfts zu sensibilisieren.
Erfolg in Wales für Alex Rasumak
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„Gwobr Prosiect Israddedig Sefydliad y Peirianwyr Mecanyddol” steht auf der Urkunde, die Alex Rasumak von seinem einjährigen Auslandsstudium an die Fachhochschule Gießen-Friedberg zurückgebracht hat. Das ist walisisch und bedeutet, dass der Maschinenbaustudent an der Glyndwr University den Undergraduate Project Prize des Instituts für Maschinenbau gewonnen hat.
Angefangen hatte alles mit einer spontanen Entscheidung. „Englisch hat schon in der Schule nicht zu meinen Stärken gehört. Das wollte ich ändern. Und Englisch lernt man am besten dort, wo man nicht auf seine Muttersprache ausweichen kann“, erinnert sich der 25-Jährige. Ein Besuch im Auslandsreferat der Fachhochschule verschaffte ihm eine erste Orientierung. Silke Wehmer schickte ihn zu Dr. Eckhard Wiederuh vom Gießener Fachbereich Maschinenbau, Mikrotechnik, Energie- und Wärmetechnik. Der Maschinenbauprofessor empfahl Rasumak die Glyndwr University in Wrexham und stellte den Kontakt her.
Nach vier Semestern an der FH brach Rasumak gemeinsam mit zwei Kommilitonen im Herbst 2008 nach Wales auf. Die Finanzierung des Auslandsaufenthalts war durch Unterstützung der Eltern, BAföG-Mittel und ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes gesichert. „Ursprünglich wollte ich nur meine Sprachkenntnisse verbessern und ein paar Scheine machen, die ich für das Maschinenbaustudium in Gießen gebrauchen konnte. Ein Bachelorstudium in Englisch habe ich mir gar nicht zugetraut“, sagt der Rückkehrer, der in Fergana im heutigen Usbekistan geboren wurde und als Neunjähriger mit seinen Eltern nach Deutschland kam.
Anfangs habe er in Wales mit der Sprache kämpfen müssen, aber eine christliche Gemeinde habe ihn in Wrexham herzlich aufgenommen und ihm die Integration sehr leicht gemacht. Alex Rasumak, der auch Mitglied im Bibelkreis der FH Gießen-Friedberg ist, schöpft viel Kraft aus seinem Glauben. Dass er seinen Bachelor mit der Note sehr gut bestanden und auch noch den Preis als bester Student gewonnen hat, sieht er einerseits als Folge von Fleiß und Ausdauer. Auch sein Betreuer Dr. Xiaogang Yang habe ihn bei seiner Arbeit sehr unterstützt. Er ist sich aber auch sicher, „dass Gott eingegriffen hat“ und ihm erst so der Erfolg möglich wurde.
In der preisgekrönten Thesis, die ihn zum Bachelor of Engineering in Aeronautical and Mechanical Engineering machte, hat Alex Rasumak sich mit der Computersimulation des Strömungsverhaltens von Flugzeugen beschäftigt. Wenn man die Turbulenzen, die ein Flugzeug verursacht, zu reduzieren vermöge, ließe sich der Startabstand verringern und der Geräuschpegel senken.
Von der walisischen Universität hat Rasumak bereits Angebote erhalten, dort seinen Masterabschluss zu machen und vielleicht zu promovieren. Der gelernte Zerspanungsmechaniker hat aber andere Pläne. Im Jahr 2011 will er zunächst seinen Diplomstudium an der Fachhochschule abschließen und dabei seine Diplomarbeit möglichst beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen schreiben.