Aktuelles
Ein neuer Studiengang der Technischen Hochschule Mittelhessen startet. In Forschung und Entwicklung schaffen THM-Teams Innovationen für die industrielle Praxis. Die Hochschule weitet ihr internationales Kooperationsnetz aus und eröffnet damit Studierenden zusätzliche Möglichkeiten des Auslandsstudiums. Die Abschlussarbeit einer Absolventin erhält einen Preis. Ein neuer Professor hat die Arbeit aufgenommen. Die THM lädt ein zu öffentlichen Vorträgen. Hier finden Sie Neuigkeiten aus Lehre, Forschung und dem gesamten Hochschulleben.
Zertifikatslehrgang Personaldienstleistung
- Details
- COM_CONTENT_CATEGORY Aus Lehre und Forschung
Nach einem erfolgreichen ersten Jahr des Zertifikatslehrgangs Personaldienstleistung haben die neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die deutschlandweit einzigartige Weiterbildung für Personaldienstleister auf akademischem Niveau am Hochschulzentrum für Weiterbildung (HZW) der Fachhochschule Gießen-Friedberg begonnen. Prof. Dr. Ulrich Vossebein, Leitender Direktor des HZW, und FH-Vizepräsident Prof. Dr. Harald Danne begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Friedberg und informierten über das praxisnahe Studium an der FH Gießen-Friedberg. Auch die Vorstands- bzw. Präsidiumsmitglieder der drei kooperierenden Branchenverbände, Mirco Melega (AMP), Wilhelm Oberste-Beulmann (BZA) und Michael Hacker (iGZ), richteten Grußworte an die Anwesenden.
Praxisforum des Fachbereichs Wirtschaft
- Details
- COM_CONTENT_CATEGORY Aus Lehre und Forschung
Dem Thema „Mit Strategie die Unternehmenszukunft sichern“ widmete sich das 14. Praxisforum des Fachbereichs Wirtschaft der FH Gießen-Friedberg. Interessierte aus Unternehmen und Wissenschaft besuchten die Veranstaltung des Förderkreises Studium und Wirtschaft in den Räumen der IHK Gießen-Friedberg. Der Förderkreis hat sich vor allem zum Ziel gesetzt, die Unternehmen der Region intensiver in die Arbeit des Fachbereichs zu integrieren und den Dialog über praxisrelevante betriebswirtschaftliche Themen zu fördern.
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Horst-Dieter Geuting, Vorsitzender des Förderkreises, sprach Dr. Karl Asamer über “Strategie im Mittelstand“. Der Kaufmännische Geschäftsführer der Herborner Sell AG gab einen konzeptionellen Überblick, den er mit Beispielen aus dem eigenen Unternehmen illustrierte. Bosch Thermotechnik stellte Oliver Hempel vor. Der Abteilungsleiter Geschäftsbereichscontrolling sieht in einer angemessenen Strategie ein Instrument zur Sicherung langfristigen profitablen Wachstums. Ludwig Enders und Helmut Moos berichteten anschließend über die strategische Ausrichtung ihrer Unternehmen aus der Fleischerei- und Bäckereibranche.
Im Abschlussvortrag des Praxisforums referierte Prof. Geuting über „Unternehmenssteuerung mit Kennzahlen“. Themen waren unter anderem die Anforderungen an Kennzahlen für Steuerungszwecke, die Kennzahlenverankerung im Arbeitsverlauf und am Arbeitsplatz sowie Gestaltungsprinzipien für Unternehmenssteuerungssysteme.
In der anschließenden Diskussion wiesen die Referenten auf das Defizit im strategischen Denken gerade im Mittelstand hin, das zur Gefährdung der Unternehmensexistenz in turbulenten Zeiten führen könne. Das Praxisforum, so Organisator Geuting, solle dem Wissenstransfer von der Hochschule in die Unternehmen der Region dienen und dazu beitragen, Unternehmen für die strategische Absicherung ihres Geschäfts zu sensibilisieren.
Erfolg in Wales für Alex Rasumak
- Details
- COM_CONTENT_CATEGORY Personalien
„Gwobr Prosiect Israddedig Sefydliad y Peirianwyr Mecanyddol” steht auf der Urkunde, die Alex Rasumak von seinem einjährigen Auslandsstudium an die Fachhochschule Gießen-Friedberg zurückgebracht hat. Das ist walisisch und bedeutet, dass der Maschinenbaustudent an der Glyndwr University den Undergraduate Project Prize des Instituts für Maschinenbau gewonnen hat.
Angefangen hatte alles mit einer spontanen Entscheidung. „Englisch hat schon in der Schule nicht zu meinen Stärken gehört. Das wollte ich ändern. Und Englisch lernt man am besten dort, wo man nicht auf seine Muttersprache ausweichen kann“, erinnert sich der 25-Jährige. Ein Besuch im Auslandsreferat der Fachhochschule verschaffte ihm eine erste Orientierung. Silke Wehmer schickte ihn zu Dr. Eckhard Wiederuh vom Gießener Fachbereich Maschinenbau, Mikrotechnik, Energie- und Wärmetechnik. Der Maschinenbauprofessor empfahl Rasumak die Glyndwr University in Wrexham und stellte den Kontakt her.
Nach vier Semestern an der FH brach Rasumak gemeinsam mit zwei Kommilitonen im Herbst 2008 nach Wales auf. Die Finanzierung des Auslandsaufenthalts war durch Unterstützung der Eltern, BAföG-Mittel und ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes gesichert. „Ursprünglich wollte ich nur meine Sprachkenntnisse verbessern und ein paar Scheine machen, die ich für das Maschinenbaustudium in Gießen gebrauchen konnte. Ein Bachelorstudium in Englisch habe ich mir gar nicht zugetraut“, sagt der Rückkehrer, der in Fergana im heutigen Usbekistan geboren wurde und als Neunjähriger mit seinen Eltern nach Deutschland kam.
Anfangs habe er in Wales mit der Sprache kämpfen müssen, aber eine christliche Gemeinde habe ihn in Wrexham herzlich aufgenommen und ihm die Integration sehr leicht gemacht. Alex Rasumak, der auch Mitglied im Bibelkreis der FH Gießen-Friedberg ist, schöpft viel Kraft aus seinem Glauben. Dass er seinen Bachelor mit der Note sehr gut bestanden und auch noch den Preis als bester Student gewonnen hat, sieht er einerseits als Folge von Fleiß und Ausdauer. Auch sein Betreuer Dr. Xiaogang Yang habe ihn bei seiner Arbeit sehr unterstützt. Er ist sich aber auch sicher, „dass Gott eingegriffen hat“ und ihm erst so der Erfolg möglich wurde.
In der preisgekrönten Thesis, die ihn zum Bachelor of Engineering in Aeronautical and Mechanical Engineering machte, hat Alex Rasumak sich mit der Computersimulation des Strömungsverhaltens von Flugzeugen beschäftigt. Wenn man die Turbulenzen, die ein Flugzeug verursacht, zu reduzieren vermöge, ließe sich der Startabstand verringern und der Geräuschpegel senken.
Von der walisischen Universität hat Rasumak bereits Angebote erhalten, dort seinen Masterabschluss zu machen und vielleicht zu promovieren. Der gelernte Zerspanungsmechaniker hat aber andere Pläne. Im Jahr 2011 will er zunächst seinen Diplomstudium an der Fachhochschule abschließen und dabei seine Diplomarbeit möglichst beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen schreiben.
IT-Risiken beherrschen
- Details
- COM_CONTENT_CATEGORY Aus Lehre und Forschung
Über „Risikomanagement in IT-Projekten“ sprach Sonja Röttcher, Geschäftsführerin der Pyxis Consulting Group, im Rahmen der Reihe „Aktuelle Themen der Wirtschaftsinformatik" an der Fachhochschule in Friedberg.
Das 1999 gegründete Unternehmen unterstützt mit zwölf Mitarbeitern vor allem kleine und mittelständische Firmen bei Einführung und Einsatz von Geschäftssteuerungssoftware der Firma Oracle. Die Kunden stammen vorwiegend aus Biotechnologie und Medizintechnik. Pyxis Consulting bietet Studierenden der Fachhochschule die Möglichkeit, dort Praxisphasen zu absolvieren oder Examensarbeiten schreiben.
Vor 50 Zuhörern schilderte Sonja Röttcher, die an der Fachhochschule Gießen-Friedberg Wirtschaftsingenieurwesen studiert hat, die typischen Risiken bei der Einführung einer Standardsoftware im Unternehmen. Wichtig sei vor allem, zu Beginn die gewünschten Leistungen genau zu beschreiben und das Projekt einzugrenzen. Frühzeitig müssten potenzielle Projektrisiken erkannt und Gegenmaßnahmen festgelegt werden. Speziell in Softwareprojekten liege ein besonderes Risiko darin, dass der Kunde im Projektverlauf neue Anforderungen definiere. Den dadurch entstehenden neuen Risiken, so die IT-Expertin, müsse mit einem „strukturierten Änderungsmanagement-Prozess“ begegnet werden.
Im nächsten Vortrag der Reihe, die von Prof. Dr. Matthias Willems (Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung) in Friedberg organisiert wird, sprechen am Dienstag, 24. November, Sebastian Schmidbauer und Carsten Scheunemann von der Cirquent GmbH über das Thema „Open Source im Business Process Management“. Die Veranstaltung beginnt um 17.20 Uhr im Raum H01.02 der Fachhochschule in Friedberg (Wilhelm-Leuschner-Straße 10). Alle Interessierten sind willkommen.
Start eines Kunstprojekts
- Details
- COM_CONTENT_CATEGORY ...und außerdem
Viele Gäste und Hochschulmitglieder nahmen an der Eröffnung einer bisher einmaligen Kunstaktion an der FH in Friedberg teil. Rund drei Monate lang wird die Künstlerin Gabriele Heinz aus Butzbach in der Hochschule während des Veranstaltungsbetriebes an einem 15 Quadratmeter großen Gemälde mit dem Titel „Farbenrausch“ arbeiten.
Vizepräsident Axel Schumann-Luck eröffnete die Aktion mit einem Grußwort des Präsidiums und wies dabei auf die Tradition der Ausstellungsreihe „FH-Kultur“ hin. Damit knüpfe die eher technisch orientierte Hochschule immer wieder Verbindungen zu künstlerischen Disziplinen. Der „Farbenrausch“, ein auch von außen gut sichtbares Werk, werde im oberen Foyer des FH-Neubaus die Öffnung der Hochschule für alle Interessierten verdeutlichen. Wie der Verein der Förderer und Freunde der Fachhochschule in Friedberg gehört der Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung zu den Initiatoren des Projekts. Dessen Dekan Prof. Klaus Behler ging in seiner Eröffnungsrede auf die enge Beziehung zwischen Technik/Naturwissenschaft und Kunst ein. Er sehe darin eine Verpflichtung für die Hochschule, Ingenieurinnen und Ingenieure in ihrer Ausbildung auch künstlerisch-kreative Facetten zu vermitteln. Nur Fachkräfte mit Kreativität seien in der Lage, innovative Ideen zu entwickeln und umzusetzen.
Gabriele Heinz stellte in ihren Ausführungen ihre langjährige Beziehung zur FH in Friedberg heraus. Mit Unterstützung durch Mitglieder der Hochschule sei es ihr in einer früheren Schaffensphase gelungen, Ideen zu gestalten und in Bronzeplastiken umzusetzen. In der damaligen Gießerei habe sie sowohl Gegenstände aus dem Arbeitsalltag als auch abstrakte Skulpturen herstellen können und den Prozess des Gießens immer als spannenden Teil der künstlerischen Gestaltung erlebt. Die aktuelle Aktion versteht die Künstlerin als Fortsetzung des früheren Zusammenspiels. Nach einem „Kunstgang“, der an ihren Exponaten vorbeiführte, präsentierte sie am Ort des zukünftigen Geschehens das Konzept ihres Gemäldes mit einem großen Entwurf.
Die Initiatoren der Aktion, die Hochschule und die Künstlerin laden Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie alle Interessierten ein, die Entstehung dieses Kunstwerkes mitzuerleben und die ausgestellten Werke von Gabriele Heinz auf dem Friedberger Campus der Fachhochschule (Wilhelm-Leuschner-Straße 13) zu besichtigen. Die Malerin ist freitags zwischen 16 und 18 Uhr im ersten Obergeschoss (Raum H 01.01) des Neubaus bei der Arbeit am „Farbenrausch“ anzutreffen.
„Rebel at Work“ – Dokumentarfilm über Joseph Weizenbaum
- Details
- COM_CONTENT_CATEGORY Aus Lehre und Forschung
Der Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung der FH Gießen-Friedberg hat eine eigene Edition des Informatik-Dokumentarfilms „Weizenbaum. Rebel at Work“ veröffentlicht. Zusammen mit einer Kurzdokumentation über Studierende der Wirtschaftsinformatik wird der Film Schülern und Schülerinnen der Region zugänglich gemacht.
Der 80-minütige Dokumentarfilm porträtiert den 2008 verstorbenen legendären deutsch-amerikanischen Informatikpionier Joseph Weizenbaum, der ein begnadeter Geschichtenerzähler war. Weizenbaum ist zu einem Vorbild für viele Informatiker geworden, nicht nur durch seine berühmteste Erfindung, das Computerprogramm ELIZA, mit dem er bereits 1966 die Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Mensch und Computer in natürlicher Sprache aufzeigte. Er engagierte sich auch gesellschaftspolitisch und mahnte den kritischen Umgang mit Computern an.
In der Dokumentation schildern Studierende des Faches ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten, offen und unverblümt, wie es sich „denn nun wirklich anfühlt, an der FH Wirtschaftsinformatik zu studieren“. So sollen Schüler und Schülerinnen angesprochen werden, die sich rechtzeitig ein eigenes, realistisches Bild des praxisbezogenen Studienganges machen möchten. „Wir haben manchmal den Eindruck, dass Studienanfänger mit falschen Erwartungen ins Studium einsteigen. Wir müssen auch die Erfahrung machen, dass viele einen großen Bogen um die Informatik machen, einfach weil sie nicht wissen, was sie erwartet. Das trifft besonders auf die Frauen zu, von denen sich viel zu wenige an die naturwissenschaftlich-technischen Studiengänge trauen. Hier wollten wir das Image der Informatiker und ganz besonders der Informatikerinnen korrigieren,“ sagen die Professoren Michael Guckert und Matthias Willems, die die Idee der Friedberger Weizenbaum-Edition zusammen mit den Berliner Filmemachern Silvia Holzinger und Peter Haas (Il-mare-film) verwirklicht haben.
Die Friedberg-Weizenbaum-Edition ist auf DVD verfügbar. Lehrerinnen und Lehrer können sie bei der FH anfordern:
Neuerscheinung: Standortfaktor Hochschule
- Details
- COM_CONTENT_CATEGORY Aus Lehre und Forschung
Die FH Gießen-Friedberg steht als Innovationsmotor des hiesigen Wirtschaftsraumes im Zentrum eines Buches, das Friedrich-Karl Feyerabend und Martin Schmidt soeben herausgegeben haben. Es trägt den Titel „Forschung – Weiterbildung – Transfer: die Hochschule in der Region“ und versammelt Beiträge verschiedener Autoren aus Wissenschaft, Forschung und Unternehmen.
Die Neuerscheinung basiert auf der gleichnamigen Vortragsreihe an der Fachhochschule Gießen-Friedberg aus dem Wintersemester 2008/09. Deren thematische Bandbreite machen die beiden Herausgeber, Professoren an den Fachbereichen Sozial- und Kulturwissenschaften sowie Wirtschaft, interessierten Leserinnen und Lesern zugänglich.
In den einführenden Beiträgen geht es um übergreifende Aspekte wie die „Bedeutung der neuen Hochschulabschlüsse Bachelor und Master für die Wirtschaft“, aber auch um den Ausbau der heimischen FH zu einer Technischen Hochschule mit ausgeweitetem Aufgabenprofil. Aktuelle Initiativen zur Steigerung der Qualität in Lehre und Studium und zur professionellen Organisation des Weiterbildungsbetriebs werden ebenfalls vorgestellt.
Dem an der Fachhochschule versammelten Wissens- und Forschungspotenzial widmen sich die folgenden Kapitel. Dabei erhält man nicht nur einen Überblick des gesamten Leistungsspektrums, sondern auch Einblicke in aktuelle Projekte aus Forschung und Entwicklung. So berichten verschiedene Teams zum Beispiel über „Simulationsmethoden in der Automobiltechnik“, „Faseroptische Systeme“ und „Neue Energie aus alten Knochen“.
Der Sammelband richtet sich an alle, die daran interessiert sind, was die einzige technisch ausgerichtete Hochschule Mittelhessens, die zugleich ein wirtschaftswissenschaftliches Kompetenzzentrum ist, in Forschung, Weiterbildung und Transfer zu bieten hat. Mit Blick auf einen Wirtschaftsraum, der durch mittelständische Unternehmen geprägt ist, die oft keine eigenen Abteilungen für Forschung und Entwicklung unterhalten, zeichnet die Publikation ein aktuelles Bild, das möglichen Kooperationspartnern der FH Gießen-Friedberg eine Orientierung über deren fachliche Schwerpunkte und Leistungspalette gibt.
Das Buch ist im Verlag der Ferber´schen Universitätsbuchhandlung Gießen erschienen. Es hat 242 Seiten und ist unter der ISBN 3-932917-91-X für 13,80 Euro im Buchhandel erhältlich.
Startschuss für Anwenderzentrum Medizintechnik
- Details
- COM_CONTENT_CATEGORY Aus Lehre und Forschung
Für 8,5 Millionen Euro erhält die Fachhochschule Gießen-Friedberg ein Anwenderzentrum Medizintechnik. Der Neubau wird aus Mitteln des hessischen Hochschulbauprogramms Heureka sowie aus Fördermitteln des Hessischen Wirtschaftsministeriums und der Europäischen Union finanziert. In der Gießener Gutfleischstraße entstehen auf einer Fläche von 1350 Quadratmetern Labore und Büroflächen, die je zur Hälfte von jungen Unternehmen der Medizintechnik und für Kooperationsprojekte zwischen Fachhochschule und Wirtschaft genutzt werden sollen.
„Der Bau des Anwenderzentrums Medizintechnik bietet die Chance, den Austausch von der Forschung und Wissenschaft hin zu den Unternehmen und der Wirtschaft in der Region weiter voranzutreiben und damit den gesamten Standort Mittelhessen zu stärken“, sagte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, anlässlich des ersten Spatenstichs. „Bereits heute ist Mittelhessen ein bundesweit bedeutender Standort der Medizin und Medizintechnik. Der Bau des Anwenderzentrums wird neue Impulse setzen und dem Technologietransfer zusätzlichen Schub verleihen.“
Für FH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin gewinnt die Kooperation zwischen Hochschule und regionaler Wirtschaft in der Medizintechnik eine neue Qualität. „Ansiedlungswillige Firmen werden in unmittelbarer Nachbarschaft zu den FH-Instituten für Biopharmazeutische Technologie und für Medizinische Physik und Strahlenschutz Impulse und Unterstützung für ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit bekommen.“ Die neue Forschungsstätte sei nach der Etablierung des Cluster-Managements TIMM (Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen) durch die Landesregierung ein weiterer Baustein in der Förderung der mittelständischen Medizinwirtschaft in Mittelhessen, so der Präsident. Für die FH sei das Anwenderzentrum ein konsequenter Schritt zur Stärkung ihrer Forschungsaktivitäten. Die Hochschule müsse sich in Forschung und Entwicklung weiter profilieren. „Denn als einzige akademische Ausbildungsstätte für Ingenieurwissenschaften und Technik in Mittelhessen verstehen wir es als unsere Aufgabe, der Technologiemotor für die Region und der Innovationspool für Unternehmen und Kommunen zu sein“, sagte Grabatin.
Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann hob die Bedeutung der Medizintechnik für die heimische Wirtschaft hervor. Gießen werde als Wissenschaftsstandort gestärkt. Das wirtschaftliche Gewicht der Branche betonte auch Dr. Thomas Becks, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Technik. Mit 20.000 Mitarbeitern setzten die deutschen Unternehmen jährlich 20 Milliarden Euro um. Etwa 13 Prozent des Umsatzes fließe in Forschung und Entwicklung.
Als eine Schnittstelle zwischen Hochschule und regionaler Wirtschaft sieht Prof. Dr. Martin Fiebich vom Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz das neue Zentrum. Ansiedlungswillige Unternehmen gebe es genug. Drei oder vier Firmen, die nicht älter als fünf Jahre alt sein sollten, bekämen schließlich die Chance, sich zu günstigen Konditionen einzumieten.
Für das Hessische Baumanagement nannte Bernhard Mayer Eckdaten des Neubaus. Volumen und Form sollen dem vor zwei Jahren fertiggestellten Bau für die Biowissenschaften angepasst sein. Das viergeschossige Anwenderzentrum Medizintechnik werde im März 2011 bezugsfertig sein.
Architekten der Informationstechnologie
- Details
- COM_CONTENT_CATEGORY Aus Lehre und Forschung
„Domain Architektur in der Deutschen Bank – Befreiung des Architekten aus dem Elfenbeinturm“ war der Titel eines Vortrags von Claus Richert (Deutsche Bank) an der Fachhochschule Gießen-Friedberg.
Im Rahmen der Reihe „Aktuelle Themen der Wirtschaftsinformatik", die von Prof. Dr. Matthias Willems (Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung) in Friedberg organisiert wird, stellte der IT-Experte zunächst die Geschäftsfelder seines Unternehmens vor und demonstrierte die Bedeutung der Informationsverarbeitung für das Bankgeschäft. So werden täglich zwischen sechs und acht Millionen E-Mails verarbeitet. Bis zu 400.000 Transaktionen, die Echtzeit-Marktdaten verarbeiten, werden ausgeführt.
Die IT-Landschaft ist über Jahrzehnte gewachsen. Eine Vielzahl von Anwendungen und Computerservern macht es nötig, neue Anwendungen nach definierten Standards zu entwickeln. Hier kommt der „Domain Architekt“ ins Spiel. Er muss in der Informationstechnik wie beim realen Hausbau planen, entwerfen und die Ausführung überwachen. Es soll keine Türen geben, die in den Abgrund führen, keine Räume, die nicht zugänglich sind, und keine Treppen, die an der Decke enden. Der Referent beschrieb Aufgaben, Prozesse und Rahmenbedingungen der IT-Architektur anhand aktueller Projekte bei der Deutschen Bank und konnte von verringerten Prozesskosten und enormen Reduzierungen des Papierverbrauchs berichten. In der abschließenden Diskussion standen neben fachlichen Aspekten Fragen zum Einsatzgebiet junger Wirtschaftsinformatiker im Mittelpunkt. Richert berichtete von sehr guten Erfahrungen mit Absolventen aus Friedberg. Er hoffe auf weitere qualifizierte Bewerbungen.
Im nächsten Vortrag der Reihe spricht am Dienstag, 3. November, Sonja Röttcher von der Pyxis Consulting Group über das "Risikomanagement in IT-Projekten“. Die Veranstaltung beginnt um 17.00 Uhr im Raum H01.02 der Fachhochschule in Friedberg (Wilhelm-Leuschner-Straße 10). Alle Interessierten sind willkommen.