Aktuelles
Ein neuer Studiengang der Technischen Hochschule Mittelhessen startet. In Forschung und Entwicklung schaffen THM-Teams Innovationen für die industrielle Praxis. Die Hochschule weitet ihr internationales Kooperationsnetz aus und eröffnet damit Studierenden zusätzliche Möglichkeiten des Auslandsstudiums. Die Abschlussarbeit einer Absolventin erhält einen Preis. Ein neuer Professor hat die Arbeit aufgenommen. Die THM lädt ein zu öffentlichen Vorträgen. Hier finden Sie Neuigkeiten aus Lehre, Forschung und dem gesamten Hochschulleben.
Logistiker trafen sich in Friedberg
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Unter dem Motto „Wir kommen zurück - und wir freuen uns“ trafen sich ehemalige Logistikstudenten der Fachhochschule Gießen-Friedberg zu einem Alumni-Fest. Organisiert hatten die Zusammenkunft Prof. Dr. Maria Rumpf und Prof. Dr. Fabian Tjon.
Die FH bietet diesen Studiengang seit 1998 an. Logistiker organisieren den gesamten Prozess der Planung, Gestaltung, Steuerung und Kontrolle des Material- und Informationsflusses zwischen Lieferanten und Kunden. 168 Diplom-Logistikerinnen und Logistiker haben bis heute ihr Studium am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der FH in Friedberg erfolgreich abgeschlossen. Sie sind deutschlandweit erfolgreich in Industrie- und Handelsunternehmen, in Consultingfirmen und bei Logistikdienstleistern tätig. Viele könnten schon nach wenigen Berufsjahren eine beachtliche Karriere vorweisen, so Prof. Tjon. In seiner Begrüßungsrede hob der Studiendekan die Wichtigkeit des „Networking“ hervor und bedankte sich für die starke Verbundenheit der Ehemaligen mit ihrer Hochschule. Absolventinnen und Absolventen berichteten über ihren bisherigen Berufsweg und ihre Erfahrungen im Berufsleben. Professoren des Studiengangs erfuhren aus erster Hand, was aus ihren Studenten geworden ist, und die aktuellen Studierenden konnte wichtige Kontakte knüpfen. Ein Grillfest beschloss das erste Zusammentreffen der Ehemaligen an der Hochschule. Fabian Tjon zeigte sich über die große Resonanz erfreut.
Das Alumnitreffen solle bald wiederholt werden. Die Gründung eines Vereins ehemaliger Logistikstudenten ist ebenfalls geplant.
Neuer Honorarprofessor
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Dr. Ulrich Thiele ist zum Honorarprofessor an der Fachhochschule Gießen-Friedberg ernannt worden. Auf Antrag des Fachbereichs Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik erkannte die Hochschule damit vor allem dessen Engagement im Studiengang Technische Redaktion und Multimediale Dokumentation an.
Prof. Dr. Thiele ist seit 2002 Lehrbeauftragter an der FH in Gießen. Er hat zahlreiche Bücher und Fachbeiträge zu Aspekten der Technischen Dokumentation und zu anderen Bereichen der Kommunikation veröffentlicht. Im Studiengang TRMD hat er bisher die Arbeitsgebiete Desktop Publishing und Redaktionssysteme in der Ausbildung maßgeblich mitgestaltet. In Zukunft wird er seine Kompetenz in zwei Master-Studiengängen der Hochschule einbringen: bei der Qualifizierung technischer Redakteure und im Fach „Dokumentenmanagement und Redaktionssysteme“ in der Medieninformatik. Zudem wird der neue Honorarprofessor sein profundes Wissen über Visualisierungsmethoden – insbesondere digitale Objektfotografie – an angehende Mediengestalter weitergeben.
50 Jahre Elektroingenieur
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Am 21. Juli 1959 war für 26 junge Männer die Studienzeit an der Staatlichen Ingenieurschule Gießen zu Ende. Sie konnten sich ab sofort Elektroingenieure nennen. Auf den Tag genau 50 Jahre später feierten 17 von ihnen den Jahrestag ihres Examens an der Fachhochschule in Gießen, der Nachfolgeeinrichtung des früheren Polytechnikums.
Organisiert hatte das Treffen, an dem auch die Ehefrauen teilnahmen, Gerhard Rees, der heute in Marburg lebt. Für den Fachbereich Elektro- und Informationstechnik begrüßte Prof. Dr. Helmut Gebler die Jubilare. Der Hochschullehrer referierte auch über die neuesten Entwicklungen an der FH und führte die Besucher durch den Fachbereich und seine Labore. Als Vertreter des Oberbürgermeisters sprach Gießens Stadtrat Prof. Heinrich Brinkmann ein Grußwort.
Vorwiegend aus dem Raum Gießen, Marburg und Wetzlar seien die Studenten damals gekommen, erinnert sich Norbert Engelhardt. Aber auch aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und sogar Schleswig-Holstein habe es Studierwillige nach Gießen gezogen. Sehr schulisch sei die sechssemestrige Ausbildung in den fünfziger Jahren gewesen. Sogar von Kopfnoten in den Zwischenzeugnissen weiß der frühere Semestersprecher zu berichten. Studiert habe man in Baracken in der Wiesenstraße und hinter der Zeughauskaserne. Nur die höheren Semester hätten das Privileg genossen, im Neuen Schloss zu studieren. Immerhin habe man keine Aufräum- und Reparaturarbeiten mehr leisten müssen, wie die Studenten in der unmittelbaren Nachkriegszeit.
FH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin freute sich darüber, dass die Jubilare die Fachhochschule als Ort für ihre Feier gewählt hatten. Das zeuge von Verbundenheit mit der Hochschule, aber auch von Neugier zu erfahren, was aus ihrer alten Ingenieurschule geworden sei, so Grabatin in einem Grußwort. „Heute studieren hier mehr als 10.000 junge Menschen unter sehr viel komfortableren Bedingungen und mit einer technischen Ausstattung, die Sie sich damals nicht erträumen konnten. Aber denken Sie daran – auch das ist nur eine Momentaufnahme. Wir sind in einer Umbruchphase, und wenn Sie in zehn Jahren zurückkehren, um das nächste runde Jubiläum zu feiern, werden sie die Hochschule nicht wieder erkennen“, versprach der Präsident.
Fachtagung an Röntgens Geburtsort
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Zu einem Seminar über Medizinische Physik reiste eine Gruppe von Studentinnen und Studenten der Fachhochschule Gießen-Friedberg an den Geburtsort von Wilhelm Conrad Röntgen. Eingeladen in das Röntgenmuseum in Remscheid-Lennep hatte die Arbeitsgemeinschaft Physik und Technik der Deutschen Röntgengesellschaft. 26 Teilnehmer aus dem Masterstudiengang Medizinische Physik und einer Lehrveranstaltung zu bildgebenden Verfahren nutzten das zweitägige Seminar, um sich in Vorträgen internationaler Fachleute zum Beispiel über neuere Entwicklungen des Mammografie-Screenings, der Personendosimetrie oder gesetzlicher Bestimmungen zum Strahlenschutz zu informieren. Ein Workshop zur Bildverarbeitung, zum Arbeiten mit medizinischen Bilddaten und zur Berechnung der Strahlenexposition von Patienten ergänzten das Seminar. Zum Rahmenprogramm gehörte auch der Besuch von Röntgens Geburtshaus.
Organisiert hatten die Exkursion die Professoren Dr. Martin Fiebich und Dr. Klemens Zink vom Fachbereich Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie. Die Fortbildungsveranstaltung sei für die Studentinnen und Studenten eine gute Gelegenheit gewesen, mit Medizinphysikexperten aus Krankenhäusern, Behörden und Unternehmen zu diskutieren, resümierte Fiebich.
Preise für die besten Absolventen
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Die besten Abschlussarbeiten in der Wirtschaftsinformatik sind während einer Feierstunde an der Fachhochschule in Friedberg mit Preisen ausgezeichnet worden. Sie waren mit jeweils 1000 Euro dotiert und wurden von langjährigen Industriepartnern des Fachbereichs Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung gestiftet.
Christian Schreier hatte die beste Arbeit auf dem Gebiet „IT-Advisory and Compliance“ eingereicht. IT-Compliance befasst sich mit Datensicherheit und der Einhaltung von gesetzlichen und vertraglichen Regeln beim Umgang mit elektronisch gespeicherten Daten. Für die „Entwicklung eines Vorgehensmodells zur Nutzung der SAP Exchange infrastructure zur Umsatzsteuervoranmeldung“ erhielt Schreier von Günter Kapitzka den Preis der KPMG Deutsche Treuhand GmbH.
Die Bad Nauheimer inconso AG stiftete den Preis für die Kategorie „IT-Systeme in der Logistik“. Für die „Entwicklung eines Monitoring-Systems zur Prozessüberwachung komplexer Anwendungssysteme in der Logistik“ erhielt Claas-Malte Sturm 1000 Euro aus den Händen von inconso-Vorstand Wilfried Pfuhl.
Den Preis auf dem Gebiet Softwareengineering überreichte Dirk Faulhaber, Geschäftsführer des IT-Beratungsunternehmens Opitz Consulting. Er ging zu gleichen Teilen an Markus Zippelt, der die „Chancen für Banken durch Web 2.0“ untersucht hatte, und an Jens Klingelhöfer, dessen Arbeit sich dem „Clustern von ‚Applikationsservern im CURSOR-CRM“ befasste.
Für das Rahmenprogramm der Veranstaltung sorgte mit kabarettistischen Einlagen der als hessischer Asterix-Übersetzer bekannte Jürgen Leber. Prof. Dr. Matthias Willems, der wie im Vorjahr die Preisverleihung moderierte, sah in dem Engagement der drei Unternehmen ein Zeichen für deren Interesse an einer nachhaltigen engen Kooperation mit der Fachhochschule. Studentische Praktika und Abschlussarbeiten in den Firmen und Vorträge von Unternehmensvertretern an der FH seien für beide Seiten ein Gewinn. Die Preise dokumentierten, dass die Friedberger Absolventen der Wirtschaftsinformatik gefragt seien und Top-Unternehmen sich um sie bemühten.
Kooperation in der Logistik
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Als erste hessische Hochschule bot die Fachhochschule Gießen-Friedberg im Jahr 1998 den Studiengang Logistik an. Bundesweiter Vorreiter war die FH drei Jahre später mit einem Fernstudium Logistik. Jetzt will sie sich am „House of Logistics and Mobility“ (Holm) beteiligen, das in den Gateway Gardens am Frankfurter Flughafen entsteht.
Getragen von Politik, Hochschulen und Wirtschaft soll das Holm unterschiedliche Fachdisziplinen unter einem Dach vereinen und an international wegweisenden Konzepten für nachhaltige und umweltverträgliche Logistik und Mobilität arbeiten. Es soll zu einem der international führenden Standorte für Forschungsaufenthalte, Kongresse, Messen und Ausstellungen werden. Wirtschaftsminister Dieter Posch erklärte, das House of Logistics and Mobility sei ein Beitrag des Landes zur Stärkung Hessens im Wettbewerb der Regionen.
Ein fachbereichsübergreifendes Projektteam, dem die Professoren Dr. Wolfgang Arnold, Dr. Rai-mund Gehler (beide Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen), Dr. Fabian Tjon (Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften) und der Sprecher des Kompetenzzentrums Mobilität – Verkehr - Automotive, Dr. Thomas Pyttel, angehören, koordiniert die Aktivitäten der FH Gießen-Friedberg. In der Lehre sollen neben dem grundständigen Logistikstudiengang und dem Fernstudiengang Logistik auch die Studierenden des Schwerpunkts Logistikmanagement bei StudiumPlus das Holm nutzen. In der Forschung sind Kooperationsprojekte geplant, und auch in der Weiterbildung will die Hochschule ihre Kompetenzen in das Gemeinschaftsprojekt am Frankfurter Flughafen einbringen.
Eindrücke vom Lehrbetrieb
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Rund 30 Schülerinnen und Schüler der Alsfelder Max-Eyth-Schule informierten sich an der FH Gießen-Friedberg über das Studium an einer Fachhochschule. Die Zentrale Studienberatung hatte den Elftklässlern, die am Beruflichen Gymnasium die Fachrichtung Gesundheit gewählt haben, ein auf ihre speziellen Wünsche abgestimmtes Programm zusammengestellt.
Maike Kaut gab zunächst einen Überblick über die Hochschule, stellte das Studienspektrum vor und informierte über Möglichkeiten der Studienfinanzierung. Ein anschließender Vorlesungsbesuch bei Prof. Dr. Frank Runkel, Dekan des Gießener Fachbereichs Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie, vermittelte erste fachbezogene Eindrücke vom Lehrbetrieb.
Studiendekanin Prof. Dr. Stephanie Gokorsch und Prof. Dr. Klemens Zink referierten zum Abschluss des Programms über die Studienmöglichkeiten am Fachbereich und beantworteten Fragen zu den beruflichen Perspektiven. „Unsere interdisziplinären Studiengänge sind attraktiv für Abiturienten und auch für Abiturientinnen. Um das Angebot in der Region noch bekannter zu machen, nehme ich mir gern Zeit für Schülergruppen“, so Klemens Zink. Elke Streiff und Andrea Weidemann, die als Lehrerinnen die Schülergruppe begleiteten, zeigten sich beeindruckt vom FH-Besuch und möchten die Kooperation fortsetzen.
Im Rahmen des Projekts „fh4U“ organisiert die Zentrale Studienberatung der Fachhochschule individuell zugeschnittene Besuchsprogramme in Gießen und Friedberg. Interessierte Schulen wenden sich bitte an Dana Kretzmer (Tel. 06031-604-7555;
Auch drinnen für Sonnenschein sorgen
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Die Bedeutung des Lichts für die menschliche Gesundheit und unser mentales Wohlbefinden wurde schon vielfach untersucht. Zu dessen biologischen Wirkungen gehört, dass es über Rezeptoren auf der Netzhaut die Tag-Nacht-Funktionen des Organismus, den so genannten circadianen Rhythmus, beeinflusst. Tageslicht unterdrückt die Bildung von Melatonin, des Stoffes, der uns müde werden lässt. Ist die tägliche Lichtdosis zu gering, kann es zu Schlafstörungen oder sogar depressiven Verstimmungen wie der saisonal bedingten „Winterdepression“ kommen.
Vor allem ältere Menschen sind aus mehreren Gründen durch Tageslichtmangel gesundheitlich gefährdet. Bei Demenzkranken beobachtet man Störungen des circadianen Rhythmus besonders häufig. Mit dieser Problematik befasste sich ein auf drei Jahre angelegtes interdisziplinäres Forschungsprojekt, das vom österreichischen Wirtschaftsministerium und dem Land Wien gefördert wurde. Prof. Dr. Dieter Lorenz, Arbeitswissenschaftler an der Fachhochschule Gießen-Friedberg, hat daran mitgearbeitet. Sein Forschungsinteresse galt dabei der Wirkung von Kunstlicht-Beleuchtungssystemen mit „Tageslichtlampen“. In der Untersuchung ging es zunächst darum zu überprüfen, welche Faktoren – Beleuchtungsstärke oder spektrale Zusammensetzung, und hier vor allem der biologisch wirksame Blauanteil im Licht – sich positiv auswirken.
Im Rahmen einer Grundsanierung ergab sich im Altenheim St. Katharina in Wien die Möglichkeit, auf der neu eingerichteten Demenzstation Lichtdecken, mit denen unterschiedliche Lichtsituationen erzeugt werden können, zu installieren und die Einflüsse auf die Bewohner zu untersuchen. Um eine biologische Wirkung von Innenraumlicht zu erzielen, ist es notwendig, dass sich die Beleuchtung der Tageslichtqualität annähert. Bei konventionellen warmweißen oder neutralweißen Lichtquellen wäre das nur bei drastisch erhöhter Helligkeit und damit deutlich steigendem Energieaufwand erreichbar. Deshalb wurde eine neuartige Kombination verwendet, die es ermöglicht, die Farbtemperatur und die Beleuchtungsstärke in einem sehr weiten Bereich einzustellen und dynamisch zu steuern. Das Durchschnittsalter der überwiegend weiblichen Bewohner dieser Station lag über 88 Jahren. Alle litten an einer Demenz, die eine selbständige Lebensführung ausschloss. Während unterschiedlicher Lichtsituationen wurde das Verhalten der Probanden beobachtet, dokumentiert und ausgewertet. Dabei interessierten insbesondere deren Kommunikation und Interaktion untereinander sowie mit den Pflegekräften. Die Daten wurden über einen Beobachtungszeitraum von insgesamt 14 Monaten erhoben.
Das von Prof. Lorenz geleitete Team ermittelte einer Reihe signifikant positiver Effekte. Dazu gehört, dass die Bewohner bei tagähnlichen Lichtverhältnissen merklich reger als bei herkömmlicher Innenraumbeleuchtung mit dem Pflegepersonal kommunizieren und sich in Gruppen von mehreren Personen austauschen. Dabei ist vor allem nachmittags ein Anstieg der Aktivität zu beobachten. Auch bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten und Gemeinschaftsaktionen (Basteln, Spielen, Singen) zeigten die Bewohner in den geschaffenen Lichtsituationen einen deutlich höheren Grad der Beteiligung. Die Ergebnisse weisen nach Auffassung von Prof. Lorenz darauf hin, dass sich die Lebensqualität bei höherer Beleuchtungsstärke mit einem tageslichtähnlichen Spektrum der Lampen für die Bewohner spürbar verbessert. Ein Folgeprojekt in St. Katharina soll überprüfen, ob diese positiven Effekte auch bei schwächerer Beleuchtung erreicht werden können. Die Untersuchungen sollen in weiteren Altenheimen in Österreich und der Schweiz fortgesetzt werden.
Therapeutisch nutzbare Zellkultivierung
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Vielen Patienten, die beispielsweise an Parkinson, Diabetes mellitus oder anderen hormonellen Erkrankungen leiden, könnte eine Zelltherapie helfen. Dabei werden als Ersatz oder Unterstüt-zung funktionsgestörter Zellverbände oder Organe Zellen eingesetzt, die außerhalb des Körpers präpariert wurden. Die dazu benötigten Stammzellen können aber in herkömmlichen Kultivierungssystemen nur sehr aufwändig in ausreichender Menge hergestellt werden.
Um dieses Problem zu lösen, hat ein Team des Instituts für Biopharmazeutische Technologie (IBPT) der Fachhochschule Gießen-Friedberg unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Czermak mit der Cellmed AG in Alzenau kooperiert. Das erfolgreich abgeschlossene Projekt wurde vom Bun-desministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen des Programms „Pro Inno II“ mit 120.000 Euro für das IBPT und 100.000 Euro für den Projektpartner gefördert. Sein Ziel war, ei-nen Prozess zur Produktion von stammzellbasierten Implantaten für die Zelltherapie zu entwickeln.
Die Forschungsgruppe des IBPT, der auch Studierende und Diplomanden des Studiengangs Bio-technologie/Biopharmazeutische Technologie angehörten, arbeitete dabei mit Festbettreaktoren. Diese bieten den Zellen eine geeignete Wachstumsoberfläche an der sie anhaften können. Die Vorteile bei dem Einsatz von Festbettreaktoren liegen in der guten Automatisierbarkeit der Kultivierung und der Zellernte sowie der schonenden Kulturbedingungen. Über Pumpen- und Ventilschaltungen werden dem Festbett Nährstofflösungen, Puffer zum Waschen der Zellen und Enzymlösungen für die Zellernte zugeführt. Die enzymatisch abgelösten Zellen lassen sich einfach aus dem System herausspülen und somit von den Trägern separieren, wodurch auf weitere Ein-bauten und Prozessschritte verzichtet werden kann.
Die Gießener Forscher testeten drei unterschiedliche Wachstumsflächen für die Zellen. Dabei stellte sich heraus, dass Kalknatronglas zur Kultivierung kaum geeignet ist. Bei den eingesetzten Alternativen Bionoc II und Borsilikat war dagegen ein bemerkenswertes Zellwachstum pro Tag zu beobachten. Die höhere Ausbeute führte zu der Entscheidung, alle weiteren Untersuchungen im Reaktor mit Borsilikat-Glaskugeln von zwei Millimetern Durchmesser auszuführen.
Auf der Grundlage von Erkenntnissen, die zuvor im Labormaßstab gewonnen wurden, konnte das Team ein Verfahren für Anwendungen in größeren Reaktorsystemen beschreiben und experimen-tell überprüfen. Die Untersuchungen belegen, dass sich Stammzellen in Festbettreaktor-Systemen erfolgreich im Produktionsmaßstab kultivieren lassen. Mit Blick auf die technische Umsetzbarkeit, so ein weiteres Resultat, empfiehlt es sich, wenige, nicht zu schlanke Reaktor-formate parallel zu schalten und deren Zelldichte zu reduzieren. Wesentliche Ergebnisse des Projektes sind inzwischen in die Dissertation des Diplom-Ingenieurs und Biologen Christian Weber eingeflossen, der als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IBPT tätig ist.