Aktuelles

Ein neuer Studiengang der Technischen Hochschule Mittelhessen startet. In Forschung und Entwicklung schaffen THM-Teams Innovationen für die industrielle Praxis. Die Hochschule weitet ihr internationales Kooperationsnetz aus und eröffnet damit Studierenden zusätzliche Möglichkeiten des Auslandsstudiums. Die Abschlussarbeit einer Absolventin erhält einen Preis. Ein neuer Professor hat die Arbeit aufgenommen. Die THM lädt ein zu öffentlichen Vorträgen. Hier finden Sie Neuigkeiten aus Lehre, Forschung und dem gesamten Hochschulleben.

 

Prof. Dr. Klein, vom Fachbereich Informationstechnik-Elektrotechnik-Mechatronik, im Messegespräch auf der Achema 2009Mit Beispielen praxisnaher Forschung präsentiert sich die Fachhochschule Gießen-Friedberg zurzeit in Frankfurt auf der internationalen Messe „Achema 2009". Bei diesem weltweit führenden Forum der chemischen Technik und Prozessindustrie stellen 4000 Aussteller aus 50 Ländern ihre Produkte aus.

Auf der gemeinsamen Plattform, die das TechnologieTransferNetzwerk Hessen (TTN-Hessen) den hessischen Hochschulen auf der Messe zur Verfügung stellt, ist die FH mit sieben Exponaten vertreten. Forschungsteams aus Gießen und Friedberg nutzen dort die Gelegenheit, den Dialog mit Besuchern aus Wirtschaft und Wissenschaft zu pflegen und Kontakte für neue Kooperationen zu knüpfen.

Das Gießener Institut für Biopharmazeutische Technologie (IBPT) stellt Bioreaktoren für die Massenkultivierung humaner Stammzellen aus. Außerdem ist das IBPT auf der Achema mit „Membran-Bioreaktor-Systemen zur Abtrennung und Herstellung von Biomolekülen, organischen Substanzen und Viruspartikeln" vertreten.

Ebenfalls zwei Exponate zeigt das Institut für Biochemische Verfahren und Analysen (IBVA) dem Messepublikum. Dabei geht es um hochsensitive diagnostische Schnelltests für den Nachweis von Drogensubstanzen und um ein Werkzeug zur Auflösungssteigerung in der chemischen Analytik.

Die „Neue Wertschöpfung aus biogenen Reststoffen" ist Gegenstand eines Projektes, mit dem sich das FH-Labor für Entsorgungstechnik an die internationale Fachwelt wendet. Dieser Ansatz zielt darauf ab, per industrieller Ökologie Abfallstoffe als Ressourcenbasis zur Produktion von Biokraftstoffen zu gewinnen.

Mit einem aktuellen Beispiel seiner Forschungs- und Entwicklungstätigkeit präsentiert sich das Friedberger Labor für Optische Nachrichtentechnik und Lichtwellenleiter in Frankfurt. Das Exponat „Analysetechniken mit fasergekoppelten UV-Lichtquellen hoher Leistung" demonstriert die Verwendung kostengünstiger Laserdioden in Kombination mit Singlemode-Fasern.

Um eine Initiative, bei der die Hochschule und ein Unternehmen der Region kooperieren, handelt es sich beim Projekt „Unterbrechungsfreie Stromversorgung mit Brennstoffzelle". Beteiligt sind die FH Gießen-Friedberg, die TransMIT GmbH und die RAU-Stromversorgungen GmbH aus Nidda. Die Partner setzen dabei auf eine neuartige Kombination von Netzladegerät, Batterie und Brennstoffzelle, die dafür sorgt, dass bei Ausfällen der Netzspannung zum Beispiel der Daten- und Funkverkehr zwischen Flugüberwachung und Flugzeugen oder die Sicherheitsanlagen an Bahnstrecken uneingeschränkt funktionsfähig bleiben.


Das Eco-Racer-Team aus Friedberg und Hanau legte auf dem EuroSpeedway Lausitz 727 Kilometer mit einem Liter Benzin zurückMit dem „Eco-Racer" hat ein Gemeinschaftsteam der Fachhochschule Gießen-Friedberg und der Hanauer Ludwig-Geißler-Schule am diesjährigen Shell Eco Marathon teilgenommen. Diesen Wettbewerb schreibt der Mineralölkonzern seit 1985 jährlich aus. Aufgabe ist es, mit einem selbst konstruierten Fahrzeug bei minimalem Schadstoffausstoß möglichst energiesparend zu fahren.

Über 3000 Teilnehmer aus 30 Nationen waren mit fast 200 Fahrzeugen zum sächsischen EuroSpeedway Lausitz gekommen. Als bestes deutsches Team belegten die Friedberger und Hanauer in der Kategorie „Prototyp mit Verbrennungsmotor" den 32. Platz. Der gemeinsame Eco-Racer legte dabei hochgerechnet 727 Kilometer mit einem Liter Kraftstoff zurück.

Ein Team der Hanauer beruflichen Schule hatte sich bereits im Vorjahr im französischen Nogaro unter der Leitung von Lehrer Thorsten Stroh an dem Wettbewerb beteiligt und war dabei auf 205 Kilometer pro Liter gekommen. Gemeinsam mit den Friedberger Studenten wollte man die Leistung in diesem Jahr mindestens verdoppeln. Die Eco-Racer-Gruppe ging dabei arbeitsteilig vor. Die Hanauer Schüler arbeiteten fast ein Jahr an der Reduzierung der Strömungs- und Reibungswiderstände und bauten gemeinsam mit Thorsten Stroh ein nahezu komplett neues Fahrzeug. Am Friedberger Fachbereich Maschinenbau, Mechatronik, Materialtechnologie konstruierten Studenten unter Leitung von Prof. Dr. Claus Breuer zunächst einen Prüfstand für den kennfeldgesteuerten 2-Takt-Verbrennungsmotor mit 50 Kubikzentimetern Hubraum und optimierten das Aggregat dann für die speziellen Anforderungen der Lausitzstrecke.

Mit der Steigerung auf mehr als die dreifache Kilometerleistung gegenüber 2008 zeigte Breuer sich sehr zufrieden. Das Projekt sei eine hervorragende Schulung für die Praxis. Die Kooperationspartner aus Schule und Hochschule wollen auch im kommenden Jahr wieder antreten. Seine Studenten hätten das Ziel ausgegeben: „2010 fällt für uns die Schallmauer von 1000 Kilometern, und wir kommen unter die besten 25."

Spielraum nach oben gibt es für das hessische Team noch. Der Sieger aus Frankreich landete bei 3771 Kilometern pro Liter. Allerdings, so Breuer, habe das Team 25 Jahre Erfahrung und deutlich mehr Geld zur Verfügung. Hilfe kann auch der Eco-Racer gebrauchen. Für Geld- oder Sachspenden bieten die Friedberger und Hanauer Werbeflächen auf ihrem Fahrzeug und im Internet. Wer den Eco-Racer unterstützen will, wird gebeten, sich an Prof. Breuer zu wenden (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).


Im aktuellen Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) und der Wochenzeitung „Die Zeit" hat der Gießener Studiengang Informatik deutlich besser abgeschnitten als 2006. In den Kategorien „IT-Infrastruktur" und „Einbeziehung in Lehrevaluation" gehört das Angebot des Fachbereichs MNI im Urteil der Studierenden deutschlandweit zur Spitzengruppe. Verbesserungen attestiert die Untersuchung auch bei der Bibliotheksausstattung und beim Lehrangebot.

Detaillierte Informationen finden Sie unter http://www.mni.fh-giessen.de/index.php/startseite/news/mni-news/

1046-sehr-guter-platz-fuer-informatik-im-che-ranking


bericht-des-praesidiumsNeue international orientierte Abschlüsse, neue Leistungsfelder, neue Wettbewerbsstrategien, neue Finanzierungskonzepte und Organisationsmodelle
- in den letzten Jahren ist die gesamte Hochschullandschaft in starke Bewegung geraten.

Der vorliegende Bericht dokumentiert die Zeitspanne vom Herbst 2007 bis zum Ende des Wintersemesters 2008/09. In dieser Phase ist die Entwicklung der Fachhochschule Gießen-Friedberg rasch fortgeschritten: Die Einführung des Studiensystems mit den internationalen Graden Bachelor und Master steht kurz vor der Vollendung. Mit vielen Initiativen widmen wir uns dem Qualitätsmanagement in der Lehre. Die Hochschule verzeichnete 2008 den stärksten Zustrom an Studieninteressierten in ihrer Geschichte. Sie konnte ihren bisher größten Erfolg bei der Einwerbung von Forschungsmitteln feiern. Beim Angebot dualer Studienmodelle hat sie ihre Vorreiterrolle behauptet.
Auf dem Gebiet der Weiterbildung haben wir einen stark marktorientierten Weg eingeschlagen, der zugleich unsere Einbindung in die Region festigt. Und diese Leistungsexpansion geht einher mit dem räumlichen Ausbau an den Standorten.

Allen, die mehr über die Fortschritte der FH Gießen-Friedberg auf den unterschiedlichen Arbeitsfeldern erfahren möchten, bietet diese Publikation aktuelle Informationen in konzentrierter Form.

icon Präsidiumsbericht 2008/2009

Unter der Projektleitung der Fachhochschule Gießen-Friedberg wird am Evangelischen Krankenhaus in Gießen eine Abwasserversuchsanlage in Betrieb genommenIm Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojektes wurde unter der Projektleitung der Fachhochschule Gießen-Friedberg am Evangelischen Krankenhaus in Gießen eine Abwasserversuchsanlage in Betrieb genommen.

Im Unterschied zu häuslichen Abwässern sind Krankenhausabwässer hoch medikamentös belastet. Kommunalen Kläranlagen gelingt die Trennung der Schadstoffe vom Wasser meist nur zum Teil. So gelangen zum Beispiel Arzneimittelrückstände wie Hormone in freie Gewässer. Ein weiteres Problem bereitet hier immer noch die unachtsame Beseitigung von Medikamentenresten über die Toilette, so Projektleiter Prof. Dr. Markus Röhricht von der Fachhochschule in Gießen.

Geringste Rückstände können dabei drastische Auswirkungen auf die Natur haben. So wurde festgestellt, dass Rückstände von Schmerzmitteln und Antibabypillen zu Missbildungen bei Jungfischen bzw. zur Verweiblichung der Fischbestände führen. Den Fachleuten der FH Gießen-Friedberg erscheint deshalb eine Abwasserbehandlung am Entstehungsort am sinnvollsten. Gegenüber einer zentralen städtischen Abwasseranlage hat das dezentrale Konzept am Krankenhaus den Vorteil, die Schadstoffe in höherer Konzentration vorzufinden. Die Verdünnung würde in zentralen Anlagen durch das Beimischen von häuslichen Abwässern entstehen und den Reini­gungsprozess erheblich erschweren. Die entsprechende Analytik der Spurenstoffe wird von einer Arbeitsgruppe der Justus-Liebig-Universität Gießen unter Leitung von Dr. Rolf Düring ausge­führt.

Der am Evangelischen Krankenhaus in Gießen aufgestellte Versuchscontainer wurde in Kooperation mit der EMW filtertechnik GmbH aus Diez in Rheinland-Pfalz und dem Anlagenbauer Aqua­detox international aus Altmannshofen in Baden-Württemberg aufgebaut. Die EMW hat eigens für die biologische Abwasserreinigung ein spezielles Trägermaterial entwickelt. Dabei findet eine Fixierung von Mikroorganismen auf dem Trägermaterial vorab statt. Ziel dieser patentierten Vor­aktivierung ist die Bildung eines Biofilms, der im direkten Kontakt mit dem belastenden Abwas­ser die anfallenden Schadstoffe beseitigt, so EMW-Projektleiter Markus Bartel.

Im Rahmen des Forschungsprojektes untersucht die Fachhochschule Gießen-Friedberg unter Leitung von Prof. Röhricht zudem innovative Reinigungstechniken wie die UV-Oxidation oder die Nanofiltration. Wie akut die Thematik Abwasser in der heutigen Zeit ist, zeigt das erst kürzlich veranstaltete Welt-Wasser-Forum in Istanbul. Laut Prof. Röhricht betreibe man somit am Evangelischen Krankenhaus in Gießen zukunftsweisende Forschungsarbeit.

 


FH Gießen-Friedberg verleiht Friedberger Bürgermeister Michael Keller die Hugo-von-Ritgen-MedailleDie Fachhochschule Gießen-Friedberg hat dem Friedberger Bürgermeister Michael Keller die Hugo-von-Ritgen-Medaille verliehen. Der Rathauschef der Wetterauer Hochschulstadt hat die Auszeichnung am 22. April im Rahmen einer Senatssitzung aus der Hand von FH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin entgegengenommen.

Die Hugo-von-Ritgen-Medaille kann Personen oder Institutionen zuerkannt werden, die sich um die FH Gießen-Friedberg in besonderem Maße verdient gemacht haben. Als Mitglied der FH-Senatskommission, die Keller für die Ehrung vorgeschlagen hatte, erläuterte Prof. Dr. Matthias Willems die Beweggründe. Er nannte vor allem dessen Engagement für die aktuelle bauliche Erweiterung des Friedberger FH-Campus. Der heutige Bürgermeister habe maßgeblich zur Verwirklichung des inzwischen fertig gestellten Neubaus auf dem ehemaligen „Rüstergelände" beigetragen. Das dreigliedrige Gebäude, das sich auf einer Länge von mehr als 110 Metern von der Wilhelm-Leuschner-Straße bis zur Hanauer Straße erstreckt, bietet der Hochschule auf einer Hauptnutzfläche von 3758 Quadratmetern dringend benötigte neue Dienst- und Seminarräume, Labore und Hörsäle. Dem Einsatz Michael Kellers in seiner damaligen Funktion als Erster Stadtrat sei es vor allem zu verdanken, dass die Stadt seinerzeit durch eine finanzielle Beteiligung den Grundstückskauf ermöglichte und damit zum Partner bei der Schaffung der Grundvoraussetzungen für den Erweiterungsbau wurde.  „Als Erster Stadtrat und Bürgermeister Friedbergs hat er stets die Bedeutung der Hochschule für Leben und Wirtschaft in der Region gesehen und immer tatkräftig zu ihr gestanden", so fasst der Text der Verleihungsurkunde Michael Kellers Verdienste um die FH Gießen-Friedberg zusammen.

FH-Präsident Prof. Grabatin sprach dem Geehrten den Dank und die Anerkennung der gesamten Hochschule aus. In seinem Redebeitrag machte er auch die rasante Entwicklung des Hochschulstandortes Friedberg deutlich. Begannen dort im Wintersemester 1998/99 knapp 300 Immatrikulierte ihr Studium, so steigerte der Wetterauer Campus in der Folgezeit seine Anziehungskraft bis auf den dreifachen Wert im Herbst 2008. Auch die aktuelle Gesamtzahl der Studierenden in Friedberg unterstreicht dieses Wachstum: Mit 4180 liegt sie heute um rund 150 Prozent höher als vor zehn Jahren. Kein hessischer Hochschulstandort sei in den vergangenen Jahren so stark gewachsen wie der Friedberger Campus.

Michael Keller hob in seiner Dankrede die Verbundenheit zwischen der Stadt Friedberg und der Hochschule hervor. Die Ehrung sei ein Ansporn, sich weiter so für die FH einzusetzen wie bisher. Friedberg verstehe sich als Stadt der Bildung, und dabei stehe die Hochschule an erster Stelle. Die Rolle der Stadt beim Grundstückskauf für den Erweiterungsbau sei ihm in guter Erinnerung. In einer „Sternstunde der Kommunalpolitik" sei es binnen kürzester Zeit gelungen, die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung zum finanziellen Engagement für die FH zu gewinnen. Die gegenseitige Wahrnehmung von Stadt und Hochschule habe sich in den letzten Jahren fast dramatisch verbessert. Früher habe man sich gelegentlich getroffen, heute betreibe man eine gemeinsame Standortpolitik, so der Bürgermeister.


Kristina Markovic erhält Stipendium der renommierten Architekturzeitschrift „Detail"Ein Stipendium der renommierten Architekturzeitschrift „Detail" erhält Kristina Markovic, die im zehnten Semester an der Fachhochschule Gießen-Friedberg Architektur studiert. Maximal drei Jahre wird die 27-Jährige aus Lahntal nun mit 500 Euro pro Monat gefördert. Vier Praktika in namhaften internationalen Architekturbüros und der Industrie werden im Rahmen des Programms ebenfalls vermittelt. Einmal im Jahr organisiert „Detail" einen Stipendiatenworkshop.

60 Bewerbungen waren für das erstmals ausgeschriebene Stipendium eingegangen. Kristina Markovic, die bereits verschiedene Architekturwettbewerbe gewonnen hat, wurde nach einem Auswahlgespräch neben drei Bewerbern von der TU München, der RWTH Aachen und der ETH Zürich ausgezeichnet. Das Stipendienprogramm wird von der Sto-Stiftung unterstützt.

Die Jury war beeindruckt von Kristina Markovics exzellenten und unkonventionellen Entwürfen. Verdient habe sie das Stipendium, weil sie hart an ihren Zielen arbeite, viel praktisches Engagement zeige und dabei trotzdem eine Teamplayerin geblieben sei.


FH-Präsident Prof. Günther Grabatin (links) zeichnete Iatimad Mabrouk und Zhen Yang mit dem Reza-Mehran-Förderpreis aus.Iatimad Mabrouk und Zhen Yang sind an der FH Gießen-Friedberg mit dem Reza-Mehran-Förderpreis geehrt worden. Die marokkanische Studentin und der chinesische Student haben die Auszeichnung, die mit insgesamt 1.600 Euro dotiert war, für herausragende Leistungen während ihres bisherigen Studienverlaufs erhalten.

Iatimad Mabrouk, die Empfängerin des ersten Preises, studiert Elektrotechnik in Friedberg. Die 26-jährige Marokkanerin, die zurzeit ihr Berufspraktisches Semester bei Siemens in Frankfurt absolviert, ist 2003 nach Deutschland gekommen. Ihre Eltern hätten sie zu einem Auslandsstudium ermutigt. Elektrotechnik gelte zwar als typisches Männerfach, sie habe aber schon immer eine Neigung zu naturwissenschaftlichen Fächern gehabt und könne sich gut vorstellen, nach ihrem Erststudium zu promovieren. Wenn es nach dem Urteil des FH-Präsidiums geht, hat die angehende Elektroingenieurin die Herausforderungen des Studiums im Ausland bisher beispielhaft gemeistert. Nach den höchsten Hürden gefragt, nennt sie die Schwierigkeit, die deutsche Sprache so zu erlernen, dass sie sowohl bei der Verständigung im Alltag als auch im Vorlesungsbetrieb sicher damit umgehen kann. Der Preis bedeute ihr sehr viel, sagte sie bei der Entgegennahme und fügte hinzu, auch wenn sie perfekt Deutsch spräche, würde es ihr an Worten fehlen, ihre Freude über die Auszeichnung auszudrücken.

Zhen Yang, der 2001 nach Deutschland kam, begründet diesen Schritt unter anderem mit dem Weltruf der deutschen Industrie und der Qualität ihrer Produkte. Sein Interesse an Technik führte ihn zu der Entscheidung, an der FH in Friedberg ein Mechatronik-Studium zu beginnen, eine akademische Ausbildung, die nach seiner Überzeugung Komponenten des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und Informatik in beruflich vorteilhafter Weise miteinander kombiniert. Zurzeit sucht der 26-jährige Student nach einer Stelle für sein Berufspraktisches Semester. Danach wird er sich zum Abschluss des Studiums an sein Diplomprojekt begeben. Den Preis bezeichnet er als „große Motivation für mein weiteres Studium und Berufsleben". Die zuerkannte Geldsumme will er unter anderem in Geschenke für seine Eltern investieren, „damit sie diese Ehre auch fühlen können". Eine künftige Aufgabe für sich erkennt er unter anderem darin, am Aufbau einer „Brücke zwischen Europa und China" mitzuwirken, die zur Völkerverständigung beitragen kann.

Preisstifter Dr. Reza Mehran hat als Professor am Friedberger Fachbereich Informationstechnik - Elektrotechnik - Mechatronik gelehrt. Seine Initiative geht zurück auf eigene Erfahrungen während seiner Studienzeit an der Technischen Hochschule Aachen. Damals hatte er nach dem Abschluss des Grundstudiums einen Preis erhalten. Mehr als das Preisgeld habe die damit verbundene Anerkennung ihn zum erfolgreichen Abschluss des Studiums angespornt. Eine vergleichbare motivierende Wirkung will der inzwischen pensionierte Professor mit dem Preis erzielen, den er für ausländische Studierende an der FH Gießen-Friedberg ausgelobt hat.


StiftungsurkundeMit Unterstützung der mittelhessischen Wirtschaft ist die „Stiftung für angewandte Forschung, Innovation und Transfer der FH Gießen-Friedberg“ eingerichtet worden. Sie verfolgt das Ziel, der Hochschule zusätzliche Möglichkeiten für praxisbezogene Wissenschaft zu erschließen und damit auch Impulse für Kooperationen mit regionalen Unternehmen zu geben.

Die Stiftung, die ihren Sitz in Gießen hat, versteht es unter anderem als ihre Aufgabe, finanzielle Beiträge zum Aufbau und der Unterhaltung von Kompetenzzentren für anwendungsnahe Forschung an der Fachhochschule Gießen-Friedberg zu leisten. Darüber hinaus will sie die Qualifikation von Absolventen fördern und sich für eine Weiterentwicklung der Infrastruktur engagieren, damit die Hochschule verstärkt bei Projekten mit der regionalen Wirtschaft, Verbänden und Kommunen zusammenarbeiten kann.

IHK Scheck StiftungskapitalIm Rahmen einer Tagung bei StudiumPlus in Wetzlar übergab Regierungsvizepräsident Hans-Otto Kneip die Stiftungsurkunde an FH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin. Für die Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill überreichte deren Hauptgeschäftsführer Andreas Tielmann einen Scheck mit 100.000 Euro Stiftungskapital. In den nächsten Wochen wird die Institutionalisierung der Stiftung mit der Bildung ihrer Organe – das sind Stifterversammlung, Stiftungsbeirat und Vorstand – fortgesetzt.