Einige bürokratische Hürden seien zu überwinden gewesen, aber „am 25. September 1996 ging es dann endlich los“, berichtete Prof. Dr. Hansrobert Kohler vom Start des Studiengangs Physikalische Technik an der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Auf der Feier zum zehnjährigen Gründungsjubiläum hielt der damalige Dekan des Friedberger Fachbereichs Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung den Festvortrag und ließ unter den Titel „Rück-, Ein- und Ausblicke“ die Geschichte des neuen Lehrangebots Revue passieren. Langsam begann der Studiengang in der zweiten Hälfte der 90er Jahre zu wachsen. „Dank der Unterstützung vom Ministerium in Wiesbaden konnte für 400.000 Mark das Laser-Zentrallabor eingerichtet werden.“ In den folgenden Jahren konnte die Ausstattung weiter verbessert werden.
Man hätte sich zum Ziel gesetzt, der Industrie durch den Studiengang wieder vermehrt Experten für Physik zuzuführen. „Die damals angestrebte persönliche Betreuung ist auch heute noch fester Bestandteil der Ausbildung“, stellte Kohler fest. „Dank der vermittelten breiten Kompetenz in naturwissenschaftlichen Fragestellungen böten sich den Absolventen vielfältige Einsatzmöglichkeiten.“ Laut Prodekan Prof. Dr. Klaus Behler, der die Veranstaltung moderierte, hätten 90 Prozent aller Studierenden bereits während der Arbeit an ihrer Diplomarbeit einen Arbeitsvertrag in der Tasche. „Die Berufschancen sind derzeit hervorragend. Bei der einmal jährlich im Wintersemester erfolgenden Aufnahme stehen 15 bis 20 Studienplätze zur Verfügung“, fuhr der Leiter des Laserlabors fort.
{mosimage}„Die exzellente Forschungsleistung, die der Studiengang Physikalische Technik vorweisen kann, tut der Fachhochschule gut“, betonte FH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin. Als Mitte der 90er Jahre der Standort Friedberg angesichts nur sechs existierender Studienfächer ums Überleben gekämpft habe, sei die Physikalische Technik der erste neue Studiengang gewesen, erinnerte er sich. Und so dankte Grabatin allen Beteiligten für das Engagement beim Auf- und Ausbau des Studienangebots. Für Dekan Prof. Dr. Wilfried Hausmann stellt die Physikalische Technik darüber hinaus „eines der Qualitätsmerkmale der gesamten Hochschule“ dar.
Dem Festakt folgte schließlich ein Vortragsprogramm, bei dem frühere und heutige Studierende sowie Vertreter von Unternehmen und Einrichtungen wie dem Max-Planck-Institut für Kernphysik von neuen Entwicklungen in der Physikalischen Technik berichteten. Unter anderem konnte man erfahren, welchen Beitrag Physik und Materialwissenschaft heute zur Medizintechnik leisten und wie die Lasertechnik Anwendung in der Mikrobearbeitung oder bei der automatischen Fahrzeugerkennung im Rahmen moderner LKW-Mautsysteme findet.