Die Leiter des Friedberger Fernstudienzentrums Prof. Wolfgang Arnold (links) und Prof. Klaus Schuchard zogen nach 20 Jahren Bilanz. Seit 20 Jahren gibt es das Fernstudienzentrum an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Friedberg. Die Professoren Dr. Wolfgang Arnold und Dr.-Ing. Klaus Schuchard, die das Zentrum leiten, nahmen das Jubiläum zum Anlass für eine Bilanz.

Heute ist das Fernstudienzentrum der THM der mit Abstand größte Anbieter an einer staatlichen Hochschule in Hessen. Das Friedberger Fernstudium sei am Markt etabliert, sagt Wolfgang Arnold. „Wir leben zu einem großen Teil von der Mundpropaganda. Ein Drittel der Studenten kommt auf Empfehlung von zufriedenen Absolventen.“ Und von denen gibt es mittlerweile fast 1500. Allein im vergangenen Jahr waren es über 90.

Ein Jahr nach Gründung begannen gut 30 Studentinnen und Studenten ihr Studium des Wirtschaftsingenieurwesens. Die damalige FH Gießen-Friedberg war damit die erste staatliche hessische Hochschule, die ein Fernstudium anbot. Bundesweiter Vorreiter war sie mit den Fernstudiengängen in der Logistik und im Facility Management, die 2001 und 2003 starteten. Bund und Land förderten die Entwicklung dieser Lehrangebote mit knapp drei Millionen Mark.

Die ersten 29 Absolventinnen und Absolventen nahmen 2003 ihre Abschlussurkunden entgegen.
Seit 2008 schließen die Studiengänge mit dem international anerkannten Mastergrad ab. Die Studiendauer beträgt jeweils vier Semester. Im letzten Semester wird die Examensarbeit, die Master-Thesis, geschrieben. Studienvoraussetzung sind ein erster Studienabschluss und eine anschließend mindestens einjährige Berufspraxis. Interessenten ohne ersten Hochschulabschluss können über eine Eignungsprüfung zum Masterstudium zugelassen werden.

Hoch motiviert seien diejenigen, die am Fernstudienzentrum neben ihrem Beruf einen Masterabschluss machten, betont Schuchard. Das sehe man auch an der sehr geringen Abbrecherquote von etwa zehn Prozent. Selbstverständlich nutze man für das Studium die Online-Medien. Den Fernstudenten seien aber die Präsenzveranstaltungen in Friedberg besonders wichtig, bei denen regelmäßig 90 Prozent anwesend sind. Dort haben sie die Gelegenheit, sich mit Professoren und Kommilitonen auszutauschen.

Großen Wert lege das Fernstudienzentrum nicht nur auf die Qualität der akademischen Ausbildung, sondern auch auf eine möglichst perfekte Organisation. „Wir machen ein zuverlässiges Angebot, das den Studenten, die ja fast alle voll berufstätig sind, eine langfristige exakte Planung erlaubt“, so Schuchard. „Die Termine der samstäglichen Präsenztage  liegen für das kommende Wintersemester schon jetzt fest. Und wir garantieren zum Beispiel, dass der Dozent später auch der Prüfer ist. Da wissen die Studierenden, worauf sie sich einlassen“, präzisiert Arnold.

Die Studenten kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, zu einem Teil wohnen sie auch im Ausland. Prüfungen können sie dann am Goethe-Institut, in der Botschaft oder im Konsulat ablegen. Beim Kolloquium zur Verteidigung der Masterarbeit kommt auch schon mal Skype zum Einsatz.

Fast 40 Dozenten sind in der Lehre beschäftigt. Sie kommen zu 20 Prozent aus Unternehmen. Die anderen sind Hochschullehrer, etwa von den Universitäten in Dortmund, Clausthal oder dem schweizerischen St. Gallen.

Aktuell studieren etwa 600 Männer und Frauen am Friedberger Fernstudienzentrum – mit steigender Tendenz, wie Schuchard und Arnold hervorheben.