Die FH Gießen-Friedberg hat bei der Umstellung ihres Lehrangebots auf
das internationale Studiensystem einen wichtigen Schritt getan. Der
Senat der Hochschule stimmte im Januar der Einführung von 27 neuen
Bachelor- und Master-Programmen zu, die schon in den Jahren 2005 und
2006 bestehende Diplom-Studiengänge ablösen werden.
FH-Präsident Prof. Dr. Dietrich Wendler begrüßte die Entscheidung des
Senats als bedeutende Weichenstellung für die künftige
Hochschulentwicklung. Er bezeichnete die zügige Planung und
Realisierung der neuen Studienprogramme als unverzichtbaren Beitrag zur
Stärkung der nationalen wie internationalen Wettbewerbsposition. Die
komplette Umstrukturierung des Studienangebots im laufenden
Hochschulbetrieb sei ein enormer Kraftakt. Prof. Wendler dankte allen
Beteiligten für ihr Engagement und hob dabei besonders den
Entwicklungsausschuss der Fachhochschule hervor, dessen Aufgabe es ist,
die Konzepte der neuen Studienprogramme zu bewerten.
Im Rahmen des „Bologna-Prozesses“ sollen die Hochschulsysteme innerhalb
der EU bis spätestens zum Wintersemester 2009/2010 vereinheitlicht
werden. Dazu gehören die Modularisierung des Studienangebots, die
Einführung des European Credit Transfer Systems (ECTS), das die
Kriterien zur Berechnung erbrachter Studienleistungen europaweit
regelt, und die Einführung der international äquivalenten akademischen
Grade Bachelor (BA) und Master (MA).
Mit der Koordination dieser groß angelegten Neustrukturierung befassen
sich an der FH Gießen-Friedberg auf Vorschlag des Senats fünf
fachbereichsübergreifende Kompetenzgruppen. Diese Gremien, deren
fachliche Schwerpunkte Bio- und Medizinwissenschaften, Gebäude,
Informatik, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaft sind, arbeiten an
der Umstellung eines Spektrums von rund 40 Diplom-Studiengängen auf das
neue System. Ihre Vorschläge zur Einrichtung von BA- und MA-Programmen
hat der Entwicklungsausschuss der Hochschule detailliert geprüft und
bewertet. Dessen erste Empfehlungsliste lag am Mittwoch, 26. Januar,
dem Senat zur Entscheidung vor. Nach dem positiven Senatsvotum für 27
Konzepte wird der Großteil dieser Studiengänge zum Wintersemester
2006/07 den Lehrbetrieb in Gießen und Friedberg aufnehmen. Einige
Programme auf dem Gebiet der Informatik (Computer Science und
Wirtschaftsinformatik, jeweils als BA und MA) sollen schon im Herbst
2005 starten. Die neuen Studiengänge bedürfen zuvor noch der
Akkreditierung durch eine unabhängige nationale Agentur.
Der Prozess der Umstrukturierung des gesamten Studienangebots wird an
der Fachhochschule Gießen-Friedberg fortgesetzt. Auch die klassischen
Ingenieurdisziplinen, die mit Ausnahme des Bauwesens in dieser ersten
Verfahrensrunde nicht vertreten sind, werden ihre Studiengänge am
internationalen System ausrichten und BA-/MA-Programme einführen.