Die FH Gießen-Friedberg will auch künftig durch ihr Lehrangebot die „Gründermentalität“ unter den Studierenden fördern. Dr. Maria Rumpf, die Inhaberin der auf fünf Jahre befristeten  „Stiftungsprofessur Existenzgründung“, wird sich nun dauerhaft als Professorin dieser Aufgabe widmen.

Diese Zukunftsentscheidung wurde auf der Feier zum Abschluss des Projekts Stiftungsprofessur in Friedberg von allen Beteiligten begrüßt. Gemeinsam hatten Hochschule und Stifter - die IHK Gießen-Friedberg, die Sparkasse Wetterau, die OVAG sowie der Wetteraukreis – Ende der neunziger Jahre die Initiative ergriffen. Hintergrund ihres Engagements war die Tatsache, dass deutschlandweit die Bereitschaft zur Existenzgründung gerade unter Absolventen technischer Studiengänge zu schwach ausgeprägt ist. Es ging den Kooperationspartnern darum, „an der Fachhochschule Studierende zu motivieren, den Schritt in die Selbständigkeit frühzeitig in ihre Berufs-  und Lebensplanung einzubeziehen“. Außerdem sollte durch die Professur im Rahmen von Weiterbildungsangeboten und Forschungsaktivitäten Gründungs-Know-how in die Region Wetterau/Mittelhessen transferiert werden.

Die Bilanz der Beteiligten fiel nach den fünf Projektjahren durchweg positiv aus. FH-Präsident Prof. Dr. Dietrich Wendler, der bei seiner Begrüßung die Hochschule als Standortfaktor der Region vorstellte, kündigte an, die Vermittlung von Gründungsimpulsen werde fortgesetzt. Auch im Rahmen der aktuell vereinbarten intensivierten Kooperation zwischen den drei mittelhessischen Hochschulen werde künftig verstärkt auf die Kompetenz von Prof. Rumpf zurückgegriffen. Prof. Dr. Burkhard Kampschulte, als damaliger Präsident an der FH verantwortlich für die Einrichtung der Stiftungsprofessur, ließ die Geschichte dieser Initiative Revue passieren und charakterisierte sie als „Meilenstein“ des gemeinschaftlichen Handelns von Hochschule und regionalen Partnern. Für den Stifterverbund bewertete Dr. Angelika Schlaefke, Vizepräsidentin der IHK Gießen-Friedberg, die Stiftungsprofessur als „erfolgreich abgeschlossenes Modellprojekt“. Man begrüße sehr, dass diese Arbeit nun im Rahmen einer „Planstelle“ fortgeführt werde.    

Bei der Betrachtung ihrer bisherigen Arbeit nannte Maria Rumpf Motivation, Sensibilisierung und Qualifizierung als die drei Ebenen, auf denen Unternehmensgründungen aus der Hochschule vorzubereiten seien. Wer Know-how zum Schritt in die Selbständigkeit weitergeben wolle, müsse die Gründung als Prozess verstehen. Ihre Workshops und Seminare hätten sich vor allem mit den ersten Phasen dieses Prozesses, der Orientierung und Planung, befasst. Die Lehrangebote seien von vielen Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen angenommen worden. Es gelte unter Fachleuten als erfolgversprechend, wenn Studierende nach dem Hochschulabschluss etwa fünf Jahre lang Berufserfahrung in abhängiger Beschäftigung sammeln, bevor sie den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Neben ihren Lehrveranstaltungen an der FH habe sie einen Schwerpunkt darauf gelegt, externen Interessierten in Vorträgen, Werkstattgesprächen und Gründersprechstunden Informationen und Rat zu geben.

Zum Abschluss der Veranstaltung sprach Dr. André Hülsbömer, Chefredakteur der Zeitschrift „FINANCE“ über „Unternehmertypen“. Er bejahte die Frage, ob man Unternehmersein lernen könne, und äußerte aus eigener Erfahrung die Ansicht, Lernen sei in dieser Funktion sogar ein Muss.