Simone Eitel und Corinna Scholz planen ein Kinderdorf im kenianischen Mombasa. Die beiden Architekturstudentinnen waren im vergangenen Sommer die Siegerinnen eines Wettbewerbs am Fachbereich Bauwesen der FH Gießen-Friedberg. Prof. Peter Jahnen hatte in seiner Lehrveranstaltung Städtebau/Entwerfen die Aufgabe gestellt, einen Gesamtentwurf für das Bauvorhaben auszuarbeiten. In dem Kinderdorf sollen Waisen- und Straßenkinder in einer sicheren Umgebung mit vielen Lern- und Freizeitangeboten aufwachsen können.
Die Arbeit von Eitel und Scholz überzeugte nicht nur den Hochschullehrer, sondern auch Matheka Munyasa. Der Direktor des „Dickson Children Centre" war eigens nach Gießen gekommen, um die städtebaulichen Entwürfe an der Fachhochschule zu begutachten. Der siegreiche Entwurf sieht einen Kanon von kommunikativ angelegten Baukörpern mit gleichem Grundaufbau vor. Übergreifende „schwebende" Dächer sollen für ein angenehmes Raumklima in Schule, zentralem Begegnungssaal und Unterkünften sorgen. Die Dachkonstruktionen sind so geplant, dass Regenwasser durch einen oberirdischen Kanal in eine Zisterne geleitet wird. Platzartige Grünflächen gliedern und verbinden öffentliche, halböffentliche und private Areale. Als weiterer Vorzug dieser architektonischen Lösung überzeugte die Auswahlkommisssion, dass die Außenwände der Gebäude auch größtenteils die Umfriedungsmauer des gesamten Geländes bilden, die aus Sicherheitsgründen notwendig ist.
Die kompetenten Planerinnen belohnte das Dickson Children Centre mit einer Einladung nach Mombasa, die sie gemeinsam mit Prof. Jahnen wahrnahmen. Begleitet wurden sie von Edgar Zeiss aus Lich, der für die internationale Hilfsorganisation Global Aid Network tätig ist. Matheka Munyasya verschaffte den Besuchern einen Eindruck der bedrückenden Lebensumstände in den Slums der Großstadt.
Die Hauptaufgabe der einwöchigen Reise bestand für die Planer darin, Bauplätze, Baustellen und Baustofflager zu erkunden und eine Liste lokal verfügbarer Materialien zu erstellen. Kees Klaassen, der auch die Reise des Gießener Architektenteams finanzierte, stand den Besuchern beratend zur Seite. Die in Mombasa gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen sind Grundlage für die nun folgenden Detailplanungen. Sobald ein geeignetes Grundstück gefunden ist, soll der Bau des Kinderheims beginnen.