Michael Gross (Mitte) hat sich als Unternehmer für den berufsbegleitenden Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen am Fernstudienzentrum der Technischen Hochschule Mittelhessen in Friedberg entschieden. Für Prof. Dr. Lars Heinert (re.) und Prof. Dr.-Ing. Michael Kahsnitz ein positives Beispiel, dass sich studieren berufsbegleitend lohnt.Mit 55 Jahren noch einmal studieren? Für Michael Gross war das keine Frage des Alters, sondern der persönlichen Weiterentwicklung. Der Unternehmer aus Wettenberg entschied sich 2023 für den berufsbegleitenden Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen am Fernstudienzentrum (FSZ) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Friedberg und blickt begeistert auf sein Studium zurück.

„Lebenslanges Lernen ist für mich sehr wichtig“, sagt er: „Gerade in einer Zeit, die sich wöchentlich massiv verändern kann, muss man am Ball bleiben.“ Der gelernte Maschinenschlosser gründete 1996 mit seiner Frau ein Unternehmen, das heute rund 65 Mitarbeitende beschäftigt und im mittelhessischen Wettenberg ansässig ist. Auf seinem beruflichen Weg entwickelt er sich stetig weiter: vom Servicetechniker über den technischen Betriebswirt bis zum Geschäftsführer.

Während der Corona-Pandemie beschließt Michael Gross, sich erneut weiterzubilden. Sein Ziel: das Unternehmen für Druckluft- und Energietechnik auf 100 Mitarbeitende wachsen zu lassen. „Wenn wir als Unternehmen den nächsten Schritt gehen wollen, muss ich mich auch selbst weiterentwickeln“, erzählt er. „Das Studium an der THM hat mir genau dieses ‚nächste Level‘ eröffnet.“

Besonders überzeugt am FSZ hat ihn die Möglichkeit, das Studium flexibel in seinen Berufsalltag zu integrieren. Seine Lernzeiten kann er individuell gestalten und mit der Praxis seines eigenen Unternehmens verbinden. Das berufsbegleitende Fernstudium ist darauf ausgelegt, Studium, Beruf und Privatleben miteinander vereinbar zu machen. Ergänzend zum Selbststudium finden pro Semester rund zehn freiwillige Präsenzveranstaltungen, meist an Samstagen, am Campus Friedberg statt. Dabei stehen Fallstudien und Laborveranstaltungen sowie der Austausch im Mittelpunkt.

Auch die Masterthesis des Unternehmers entstand aus seiner eigenen beruflichen Praxis heraus, denn darin reflektiert Gross seine Rolle als Geschäftsführer, untersuchte Themen wie Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitsplatzgestaltung und moderne Unternehmensführung. Eine Mitarbeiterbefragung bildete die Grundlage. „Im Alltag geht es häufig unter, seine eigene Arbeit zu reflektieren“, stellt er fest. „Die Masterarbeit war eine große Chance, das einmal systematisch zu tun.“

Die beiden Professoren Dr.-Ing. Michael Kahsnitz (li.) und Prof. Dr. Lars Heinert (Mitte) besuchen Michael Gross in seinem Unternehmen in Wettenberg.Bereichernd empfand er auch den Austausch mit den anderen Studierenden. „Ich war der Älteste und hatte mindestens 20 Jahre Abstand zu vielen anderen“, sagt er schmunzelnd. Schnell zeigt sich, dass die unterschiedlichen Perspektiven einen Mehrwert bieten. Während vor allem seine jüngeren Kommilitoninnen und Kommilitonen ihr „frisches Wissen“ aus dem Bachelor einbrachten, berichtete Gross aus seiner jahrzehntelangen Berufserfahrung. Aus einem Studienprojekt entwickelte sich sogar eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und der THM. „Wir haben einen kleinen Makerspace mit 3D-Druckern und VR-Brillen für unsere Auszubildenden eingerichtet. So konnten wir Wissen aus der Hochschule direkt in den Betrieb übertragen“, berichtet er.

Auch für Prof. Dr.-Ing. Michael Kahsnitz, Studiengangsleiter Wirtschaftsingenieurwesen in Friedberg, ist die Vielfalt eine Stärke des Fernstudienzentrums. „Und die Studierenden wissen sehr genau, warum sie studieren und welches Wissen sie wofür benötigen.“ Prof. Dr. Lars Heinert, Studiengangsleiter Facility Management und Logistik, ergänzt: „Im Fernstudium entstehen Diskussionen auf Augenhöhe. Die Studierenden bringen Praxiserfahrungen mit ein, diskutieren reale Probleme aus ihren Unternehmen und finden Lösungen.“

Das Fernstudienzentrum entwickelt sein Lehrangebot kontinuierlich weiter: Neue Module zu KI-Anwendungen und digitaler Transformation werden künftig noch stärker in die Masterstudiengänge – Wirtschaftsingenieurwesen (MBA Eng.), Logistik (M. Sc.) und Facility Management (M. Sc.) – eingebunden.

Dass sein Studium auch im eigenen Unternehmen Wirkung zeigt, freut Michael Gross besonders. Viele Mitarbeitende hätten selbst über Weiterbildung und Studium nachgedacht. „Da hieß es plötzlich: Wenn Herr Gross noch studiert, können wir das vielleicht auch“, erzählt er lachend. „Das Studium war herausfordernd, aber absolut bereichernd. Ich kann nur jedem empfehlen, diesen Schritt zu wagen“, fasst er zusammen.

Weitere Informationen zum Angebot des Fernstudienzentrums der THM unter: https://www.thm.de/fsz/.