Architekt Rainer Hascher (links) führte die Gäste nach der Einweihungsfeier durch die neuen Gebäude.Die Technische Hochschule Mittelhessen hat ihr neues Labor- und Technologiezentrum an der Gießener Gutfleischstraße eingeweiht. Mit einer feierlichen Eröffnung wurde es jetzt offiziell dem Hochschulbetrieb übergeben.

Für 58 Millionen Euro aus dem Heureka-Programm des Landes sind auf dem ehemaligen Telekomgelände drei neue Gebäude mit einer Nutzfläche von über 4600 Quadratmetern entstanden. In das viergeschossige Ensemble, das um einen zentralen Platz gruppiert ist, sind die Fachbereiche Life Science Engineering sowie Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik eingezogen. Das Labor- und Technologiezentrum ist das bisher mit Abstand größte Bauprojekt der THM.

Die Neubauten beherbergen Hörsäle, Seminar- und Praktikumsräume, Labore, Büros und Gruppenarbeitsräume sowie ein Eltern-Kind-Zimmer. Das Studentenwerk betreibt auf dem Campus ein Café mit großzügigen Außenanlagen.

In einem Realisierungswettbewerb hatte sich 2013 die Arbeitsgemeinschaft Hascher Jehle Planungsgesellschaft und Hutterreimann Landschaftsarchitekten (beide Berlin) gegen 23 Wettbewerber durchgesetzt. Die Gewinner versprachen eine „Lernlandschaft mit unterschiedlichen Freiraumqualitäten“.

THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems sah diesen Anspruch in seiner Begrüßungsrede eingelöst. „Leichtigkeit, Offenheit und ein Maximum an Flexibilität“ böten die Neubauten, in denen Lernen und Forschen Freude machen werde. „Nutznießer ist nicht nur die THM, sondern auch die Stadt Gießen, die auf der ehemaligen Brache einen modernen lebendigen Campus erhalten hat, wie er einer Stadt der Wissenschaften gut zu Gesicht steht.“

"Eine Lernlandschaft mit unterschiedlichen Freiraumqualitäten" ist auf dem Campus an der Gießener Gutfleischstraße entstanden. „Dieser Neubau ist ein bedeutender Baustein zur Umsetzung des Masterplans für den Standort der THM hier in Gießen“, sagte Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Ziel ist es zudem, die Fachbereiche Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik sowie Life Science Engineering besser miteinander zu verzahnen. Mit der Verknüpfung der Lebens- und Ingenieurwissenschaften wird die Entwicklung neuartiger Produkte und Verfahren für die pharmazeutische und chemische Industrie, die medizinische Physik und die Umwelttechnik ermöglicht. Damit stärkt der Neubau den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Hessen. Auf 4.600 Quadratmetern Nutzfläche stehen ab heute neben Büros, Hörsälen, Seminarräumen auch zeitgemäße Labore auf dem aktuellsten Stand der Technik für die Arbeit des wissenschaftlichen Nachwuchses der THM zur Verfügung.“

Hessens Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms erklärte: „Für den Hochschulstandort Gießen ist es einfach toll, dass in unmittelbarer Nähe zum Campus Wiesenstraße und in fußläufiger Entfernung zur Innenstadt der nun geschaffene Campus entstehen konnte: Durch die räumliche Zusammenfassung der hier angesiedelten Fachbereiche Life Science Engineering und Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik können nun entstehende Synergien im Lehr- und Forschungsbetrieb optimal genutzt werden.“ Er sei überzeugt davon, dass die Hochschullandschaft Gießen dadurch einen weiteren wichtigen Schritt nach vorne mache, so Worms weiter. Der Staatssekretär bedankte sich bei allen am Bau Beteiligten sowie dem Künstler Ernst Stark für sein den Campus wunderbar ergänzendes Werk. Den Lehrenden und Studierenden wünschte er viel Freude an den neuen Räumlichkeiten.

Das 12.400 Quadratmeter große Grundstück in der Gutfleischstraße hatte das Land Hessen 2002 für knapp 2 Millionen Euro von der Telekom gekauft. Die Gesamtinvestitionen auf dem Gelände, die weit überwiegend aus Landesmitteln stammen, belaufen sich seitdem auf 80 Millionen Euro. Mit dem Labor- und Technologiezentrum ist die Bebauung des Campus Gutfleischstraße abgeschlossen.