Über die aktuelle Situation und künftige Ausbauschritte informierte sich die CDU-Fraktion des Gießener Stadtparlaments bei einem Besuch an der FH Gießen-Friedberg. Dabei stellte das FH-Präsidium der Gästegruppe, die vom Fraktionsvorsitzenden Klaus Peter Möller angeführt wurde, das Konzept der Entwicklung zu einer Technischen Hochschule vor.

Als wichtige Komponente dieses Prozesses hob FH-Präsident Prof. Dr.  Günther Grabatin die Umstellung des Studiensystems auf die weltweit anerkannten Abschlüsse Bachelor und Master hervor. Die Einrichtung hochwertiger Master-Studiengänge habe auch für die Ausweitung der anwendungsorientierten Forschung einen hohen Stellenwert. Um hier eine auf Dauer Erfolg versprechende Infrastruktur zu schaffen, seien unter anderem entsprechend ausgerichtete Studienprogramme, die Schaffung fachbereichsübergreifender Kompetenzzentren, die personelle Stärkung des wissenschaftlichen Mittelbaus und die Anerkennung von Forschungsleistungen bei der Festsetzung der Lehrverpflichtung von Professoren notwendig.

In der jüngeren Vergangenheit habe die Fachhochschule Gießen-Friedberg ermutigende Erfolge auf dem Gebiet von Forschung und Entwicklung erzielt. In diesem Zusammenhang nannte der Präsident die deutschlandweite Spitzenposition in der Förderlinie „Ingenieurnachwuchs Maschinenbau“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und die Tatsache, dass die FH im Rahmen der „Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (Loewe)“ als einzige hessische Fachhochschule aufgefordert wurde, den Antrag für einen Forschungsschwerpunkt auszuarbeiten.

Um in Zukunft die Ausgangssituation im Wettbewerb um nationale und internationale Fördermittel zu verbessern, gelte es, das gesamte Forschungsumfeld weiter zu professionalisieren. Einen zukunftsorientierten Ansatz sehe er in Forschungsverbünden und Netzwerken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Anstrebenswert seien vor allem Partnerschaften, die als Strukturfaktor auch regional wirken, wie z.B. die gemeinschaftliche Initiative, Mittelhessen als Kompetenzregion auf dem Feld von Biomedizin und Medizinwirtschaft zu etablieren.

Bei dem Treffen sprach man auch über künftige Bauprojekte. Die Landesregierung hat für die FH Gießen-Friedberg aus dem Heureka-Programm bis zum Jahr 2020 rund 100 Millionen Euro vorgesehen. Im Zuge von Neu- und Umbauten wird so in den kommenden Jahren beidseitig der Wiesenstraße ein Campus entstehen. „Die Hochschulbaumittel des Landes in Rekordhöhe für Gießen werden die Position der FH nachhaltig stärken und den Hochschulstandort Gießen auch städtebaulich aufwerten“, so Klaus Peter Möller. Abschließend stellte die CDU-Fraktion fest, dass diese Investitionen der Landesregierung kombiniert mit dem Engagement der Fachhochschule einen viel versprechenden Zukunftskurs markierten.