Einem Industrieroboter haben die beiden Studenten Oliver Schober und Sascha Pankow an der FH Gießen-Friedberg beigebracht, gesprochene Anweisungen auszuführen. Mit der neuartigen Steuerung kann ein Roboterarm allein durch Mikrophonbefehle des Anwenders bewegt werden.

{mosimage}Die beiden angehenden Ingenieure – Oliver Schober hat in Hungen sein Abitur gemacht, Sascha Pankow Fachabitur in Frankfurt -  studieren im achten Semester Mechatronik an der Fachhochschule in Friedberg. Im Robotik-Labor des Fachbereichs Maschinenbau, Mechatronik, Materialtechnologie, das von Prof. Dr. Klaus Brillowski geleitet wird, haben sie sich der Entwicklungsaufgabe gewidmet. Ihr Ziel war es, die Steuerung des Roboters per Mikrocontroller für akustische Sprachkommandos empfänglich zu machen und auf diesem Weg z.B. dessen Greiffunktion exakt zu lenken. Bisher sind Industrieroboter noch nicht mit solchen Systemen ausgerüstet. Doch es gibt viele Anforderungen, bei denen die berührungslose Bedienung wichtig sein kann. Wird ein Roboter unter extremen Umgebungsbedingungen gebraucht, z.B. in einer radioaktiv verstrahlten Anlage, kann eine zusätzliche Schnittstelle für die sprachliche Steuerung dessen Flexibilität beim Einsatz erhöhen. Auch behinderten Menschen können sprachgesteuerte Automaten eine wertvolle Hilfe bieten und deren Aktionsspektrum vergrößern. So könnte ein an einem Rollstuhl anmontierter Roboter auf akustische Anweisung Gegenstände handhaben, die sein Auftraggeber nicht selbst greifen und halten kann.

Laborleiter Prof. Brillowski bescheinigt den beiden Studenten, die Entwicklung mit großer Fachkompetenz und hoher Motivation umgesetzt zu haben. An der FH in Friedberg gebe es eine Reihe hervorragender Mechatronik-Studenten, die ihre Fähigkeiten bei ähnlich praxisorientierten Projekten bewiesen hätten. Als weitere Beispiele nennt er die Erstellung von Steuerungen für ein vierrädriges Roboterfahrzeug und für einen innovativen Parallelroboter. Oliver Schober und Sascha Pankow sind davon überzeugt, den richtigen Studiengang gewählt zu haben. Die junge Disziplin Mechatronik, die Inhalte des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und der Informatik miteinander kombiniert, sei – so betonen sie - auf ihre fachlichen Interessen zugeschnitten, mache Spaß und eröffne sehr gute berufliche Chancen. Sie wollen nun zügig ihre Diplomarbeit verfassen und ihre Kenntnisse in der Industrie anwenden.

Um die Praxisnähe des Studiums weiter zu steigern, strebt Prof. Brillowski eine verstärkte Kooperation mit regionalen Firmen an: „Wir wünschen uns natürlich eine Ausweitung unserer Zusammenarbeit mit den Betrieben in der Region. Es gibt da viele Möglichkeiten. Unternehmen können direkt mit Studenten zusammenarbeiten, herausragende studentische Arbeiten fördern oder auch den Laborbetrieb unterstützen.“