Die digitale Lehre am Laptop soll an der THM nicht die Präsenz ersetzen – doch Bewertungen Studierender zeigen, dass sie gut gelungen ist. Foto: THMDer Umstieg von der meist analogen in die fast ausschließlich digitale Lehre zum Beginn der Corona-Pandemie hat den Studierenden einiges abverlangt, den Hochschulen aber ebenso. Beide Seiten waren – und sind – darauf angewiesen, dass dem Gegenüber mit einigem Wohlwollen begegnet wird, in der Situation auch das Positive gesehen wird, Chancen genutzt werden. Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) etwa hat schon zuvor bewährte Systeme und Programme skaliert, um binnen weniger Tage eine tragfähige digitale Lehr- und Lernumgebung zu schaffen.

Ihren Erfolg dabei zeigte schon im Herbst 2020 ein Ranking der Zeitung „Die Zeit“ und des Centrums für Hochschulentwicklung: Die Masterstudiengänge des Fachbereichs Wirtschaft belegten einen Spitzenplatz. Gesondert ausgewertet wurde damals das Corona-Krisenmanagement, mit dem Studierende „hochzufrieden“ waren. Besonders gelobt wurden die schnelle Digitalisierung, das abwechslungsreiche Angebot, die technische Professionalität und die sehr gute Erreichbarkeit der Professoren. Diese Bewertung bestätigt jetzt das Portal „StudyCheck“. Im „Digital Readiness Ranking“ belegt die THM deutschlandweit Rang 18, unter den öffentlichen Hochschulen Platz 11 und damit den besten Rang in Hessen.

„Wir wissen natürlich, dass Bewertungsportale nicht unbedingt repräsentative Ergebnisse im Sinne statistischer Methoden produzieren“, blickt THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems auf die Resultate. Beinahe 300 abgegebene Einzelmeinungen, die meisten positiv, ließen aber doch den Rückschluss zu, dass der Umstieg auf digitale Formate gelungen sei. „Organisation und Technik funktionieren an der THM ausnahmslos gut“, lautet etwa eine Bewertung. Ein anderer Nutzer kommentiert: „Es wurde schnell ein Konzept gefunden, um den Studierenden eine einheitliche Plattform für Online-Vorlesungen und E-Learning zu bieten.“

Meist wird die Praxisnähe der Studiengänge und der Organisationsgrad der Angebote gelobt, ebenso die Auswahl der digitalen Werkzeuge und die Erreichbarkeit der Lehrenden. „Das digitale Jahr hat die Qualität in keiner Weise gemindert“, so eine Bewertung. Weniger gut kommt die Motivation vieler Studierender hinter den meist schwarzen Zoom-Kacheln davon – ein Problem, dass die THM im Rahmen des Gesundheits-Projektes „Studium 360°“ bereits selbst identifiziert hat und beheben will. „Wir gehen davon aus, dass auch im Wintersemester ein großer Teil der Lehrveranstaltungen zumindest teilweise digital angeboten werden muss“, sagt Willems. Entsprechend werde das nächste Semester auch durchgehend hybrid geplant. Bewertungen wie jene auf „StudyCheck“ wiesen darauf hin, dass die THM auf dem richtigen Weg sei – ein Feedback, dass es aufgrund der besonderen Umstände derzeit im persönlichen Kontakt zu selten gebe, so Willems.