Björn Hennemann (Leun) hat als erster Absolvent das Studium der Architektur an der FH Gießen-Friedberg abgeschlossen. Am Fachbereich Bauwesen legte er erfolgreich die Diplomprüfung in dem jungen Studiengang ab, der im Jahr 2001 den Lehrbetrieb an der Fachhochschule aufgenommen hat.


Die Regelstudienzeit für das Architektur-Studium an der FH Gießen-Friedberg beträgt acht Semester. Björn Hennemann konnte den Diplomabschluss schon nach drei Jahren erlangen, weil Studienleistungen aus seinem vorherigen Studium des Bauingenieurwesens angerechnet wurden. Zwischen den beiden Studiengängen des Fachbereich Bauwesens bestehen enge Verzahnungen, die es erlauben, Studienphasen in der jeweils anderen Disziplin als Qualifikation anzuerkennen.

Wer Architektur an der FH in Gießen studiert, hat die Wahl zwischen den Vertiefungsrichtungen Bauen im Bestand sowie Baumanagement und Projektsteuerung. Björn Hennemann entschied sich für das Baumanagement. In seiner Diplomarbeit, die von den Professoren Nikolaus Zieske und Herbert von Wehrden betreut wurde, befasste er sich mit zwei Aufgabenschwerpunkten. Er fertigte einen Architekturentwurf für die leer stehende „Alte Post“ in der Gießener Bahnhofstraße an. Darüber hinaus legte er ein Konzept für die Bauabwicklung mit Kostenermittlung, Terminplanung und der Erstellung von Leistungsverzeichnissen vor.  

Mit der Ausarbeitung eines Entwurfs für das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Postgebäude widmete er sich einem Projekt des Bauens im Bestand, einem Aufgabengebiet, das mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Für die vorhandene Grundrissstruktur und für das Rückgebäude galt es, eine geeignete Nutzung vorzuschlagen und die Umsetzung in die Praxis durch einen architektonischen Entwurf zu konkretisieren. Eventuell notwendige Erweiterungsbauten waren städtebaulich und gestalterisch anzubinden.

Für das gesamte Ensemble konzipierte der Jungarchitekt eine Nutzung als Hotel und Tagungszentrum. Im Erdgeschoss sieht der Plan ein Restaurant mit Bar vor, im Obergeschoss Räume für die Verwaltung. Für das durch eine Dachaufstockung vergrößerte Rückgebäude schlug Björn Hennemann Hotelzimmer, Seminarräume, Ausstellungsflächen und einen Wellnessbereich vor. Zudem hat er für das benachbarte  „Mathematikum“ Erweiterungsflächen und einen direkten Zugang projektiert.