Vor dem Wettkampf präsentierten die Gruppen ihre Roboter. Planung und gute Vorbereitung sind alles bei diesem Wettbewerb. Der Mensch ist nur Zuschauer beim eigentlichen Wettkampf, bei dem autonom fahrende Roboter eigenständig einen Parcours mit unterschiedlichen Aufgaben absolvieren müssen. In diesem Jahr war die Technische Hochschule Mittelhessen Ausrichter des deutschen Eurobot- Vorentscheids, eines seit 1998 für europäische Teams offenen Wettbewerbs für Amateur-Robotik. Die drei besten werden in Frankreich in La Roche-Sur-Yon am internationalen Finale teilnehmen.

Sechs deutsche Teams traten in Gießen gegeneinander an, darunter die THM-Studierenden der Arbeitsgruppe M.A.M.U.T., die sich auch maßgeblich an der Organisation der Veranstaltung an ihrer Hochschule beteiligt hatten. Die Abkürzung steht für „Mobile Autonomous Modular Universal Technology“. Seit Oktober vergangenen Jahres war die Aufgabe bekannt. Das Thema lautete in diesem Jahr „Atom Factory“, Viele hunderte Stunden Arbeit investierten daraufhin die Studierenden, ihre Roboter für diese bestimmten Anforderungen zu konzipieren und zu bauen. Dabei sind die Aufgaben, die hinter „Atom Factory“ standen, anspruchsvoll: Die Roboter sollten in der Lage sein, verschiedene Arten von Atomen in Form von Pucks in bestimmte Felder des Spielfeldes zu transportieren oder auf einer Waage abzulegen. Extrapunkte gab es, wenn sie ein besonderes „Elektron“ einen Mast hinauf befördern konnten. Dabei durften die Roboter, jeweils zwei Teams traten auf dem Spielfeld gegeneinander an, sich nicht berühren oder behindern und sollten die Aufgaben in der vorgegebenen Zeit von 100 Sekunden autonom lösen.

Das M.A.M.U.T.-Team trifft letzte Vorbereitungen im Labor. Für das Gießener Team, das im Jahr 2017 zum Eurobot nach Frankreich fahren durfte, lief es dieses Jahr nicht so gut. „Der Sensor, der eigentlich dafür sorgen soll, dass der Roboter stoppt, wenn ein anderer ihm zu nah kommt, hat bei der Überprüfung vor dem Wettkampf nicht funktioniert“, erzählte Alexander Busch von M.A.M.U.T. So musste das Team mit einem Reserveroboter antreten und schied früh aus.

Den Wettbewerb entschieden die erfahrenen Gruppen aus Dresden (TURAG), der Roboter Club Aachen (RCA) und das Firmen-Team „Greenbirds“ aus Ludwigshafen für sich. Dr. Cathrin Schröder, Professorin am Fachbereich Elektro- und Informationstechnik, war trotzdem sehr zufrieden. „Unsere Studierenden, wie auch alle anderen Teams, stemmen das hier in ihrer Freizeit neben ihrem anspruchsvollen Studium.“ Zudem habe M.A.M.U.T. ganz maßgeblich zur Organisation der Veranstaltung beigetragen, was viel Zeit in Anspruch nahm. Beeindruckt war Schröder auch, dass dieses Jahr wieder ein Schülerteam angetreten sei. Die Gymnasiasten vom Team MAI aus dem bayerischen Markt Indersdorf schlugen sich ordentlich beim Wettbewerb. Insgesamt sei alles sehr fair und freundschaftlich abgelaufen. Die Gäste hätten sich wohlgefühlt in Gießen. „Wir wurden hier an der THM gut empfangen und auch die Organisation war hervorragend“, so Lukas Müller vom Dresdner Team TURAG.

Zum Gelingen der Veranstaltung hatte auch das Rahmenprogramm beigetragen, das die THM an zwei Tagen für alle interessierten Besucherinnen und Besucher bot. Im Get-Lab gab es unter Leitung von Labor-Ingenieur Klaus Pechan zahlreiche Mitmach-Aktionen. In Workshops konnten die Besucher beispielsweise eine astabile Kippstufe, einen Mikrocontroller oder einen kleinen Elektromotor bauen. Im Flur hatten die Studierenden eine Ausstellung vorbereitet. Die Besucher konnten mit den humanoiden Robotern Nao und Pepper interagieren, sich einen Schlüsselanhänger aus dem 3D-Drucker anfertigen lassen oder eine kleine Fertigungstraße bedienen.