Prof. Dr. Gerd Manthei von der THM hat an der Weltkonferenz für zerstörungsfreie Prüfverfahren in Incheon in Südkorea teilgenommen. Dort hatte er die Gelegenheit, mit dem Nobelpreisträger in Physik, Prof. Takaaki Kajita von der University of Tokio, über die Detektion von Neutrinos zu sprechen.
Reisezweck war ein Konferenzbeitrag Mantheis, der am Gießener Fachbereich Maschinenbau und Energietechnik der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) lehrt und forscht. Er referierte über den Einsatz der Schallemissionsprüfung zur Detektion und Lokalisierung von Mikrorissbildung in Betonbauteilen. An diesem Verfahren arbeitet er mit Prof. Dr. Jens Minnert und Dr. Manuel Koob vom Fachbereich Bauwesen. Sein Bericht fasste die jüngsten Anwendungen von Schallemissionsmessungen an großformatigen Laborproben aus Stahlbeton zusammen. Dafür betrachtete er anhand einiger Beispiele etwa das Ermüdungsverhalten eines eingebetteten Betondübels in einem Zugversuch oder jenes einer vorgespannten Eisenbahnschwelle aus Stahlbeton während eines dynamischen Dreipunkt-Biegeversuchs
Im Rahmen der mehr als 3000 Experten starken Konferenz traf Manthei auf Prof. Dr. Takaaki Kajita von der University of Tokio. 2015 wurde ihm für die Entdeckung, dass Neutrinos als elektrisch neutrale Elementarteilchen eine Masse haben, gemeinsam mit Arthur McDonald der Physik-Nobelpreis zugesprochen. Die Aufnahme von Neutrinos erfolgt in riesigen unterirdischen Detektoren, die mit großen Mengen Wasser oder Eis gefüllt sind, wie etwa Kajitas Experiment Super-Kamiokande in Japan oder das IceCube-Observatorium in der Antarktis.
In diesem Zusammenhang hatte Prof. Dr. Gerd Manthei in einer Studie mit Erfolg untersucht, ob große Salzgesteinsformationen, die auch in Deutschland vorkommen, als Detektor von Neutrinos nutzbar sind. Die Detektion erfolgt dabei durch die Wechselwirkung der Neutrinos mit den Atomkernen im Salzgestein, was Spuren von geladenen Teilchen hinterlässt. Dabei entstehen durch schnelles Erhitzen des Gesteins neben Lichtblitzen auch Ultraschallwellen. Diese können mit empfindlichen Schallemissionssensoren aufgezeichnet werden, um Hinweise auf Neutrino-Ereignisse zu liefern. Mit Kajita tauschte sich Manthei über diesen Ansatz aus.