Zu einem ganztätigen Laborpraktikum besuchte eine Klasse des beruflichen Gymnasiums der Aliceschule das Institut für Biopharmazeutische Technologie der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Die zwanzig Schülerinnen und Schüler der Fachrichtung Ernährung lernten unterschiedliche biochemische Untersuchungsmethoden kennen und arbeiteten unter Anleitung am Rasterelektronenmikroskop. Im Projekt „Gene in a Bottle" konnten die Gießener Gäste, die die Jahrgangsstufe 12 besuchen, aus einem Abstrich der Mundschleimhaut ihre eigene DNA isolieren. Die Erbinformation wurde in einem Glasröhrchen verschlossen, das die jungen Forscher als Schmuck um den Hals tragen konnten.
Mit solchen Laboreinblicken will Prof. Dr. Frank Runkel, Dekan des Gießener Fachbereichs Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie, Interesse an den Studiengängen Biotechnologie und Biopharmazeutische Technologie wecken. Der Tag im Labor sei nur ein Beispiel der Kooperation mit der beruflichen Schule, die vor mehr als einem Jahr mit einem Vertrag vereinbart worden war. So habe sein Fachbereich zum Beispiel im vergangenen Jahr eine einwöchige Summer School in den Laboren in der Gutfleischstraße angeboten. Zwölf Schülerinnen und Schüler konnten damals Zertifikate über die erfolgreiche Teilnahme in Empfang nehmen.
Während die FH an motivierten Studenten interessiert ist, die bereits eine Ahnung davon haben, was sie an der Hochschule erwartet, gewinnt auch die Aliceschule durch die Zusammenarbeit. „Die Erwartungen und Hoffnungen in Bezug auf die Kooperation wurden deutlich mehr als erfüllt", resümiert Schulleiter Karl-Heinz Bremer. So habe seine Schule zum Beispiel von der Unterstützung der FH bei Einrichtung der neuen Klasse „Biologietechnik" profitiert. Professoren hätten unter anderem bei der Lehrplanarbeit und bei der Planung eines Biologietechnik-Labors geholfen. Auch eine Reihe von Informationsveranstaltungen zu den Biowissenschaften zählt der Schulleiter zu den Pluspunkten der Zusammenarbeit.
Die Partner sind sich einig, die Kooperation ihrer beiden Bildungseinrichtungen, die auch vom Präsidium der Fachhochschule unterstützt wird, zu intensivieren. Dabei wollen sie vor allem weitere Lehrerinnen und Lehrer einbeziehen. Zu einer regelmäßigen Einrichtung soll die Summer School werden, die dieses Jahr voraussichtlich im August angeboten wird.