Zum Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) nach Darmstadt führte eine Exkursion von zwölf Studierenden der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Die angehenden Mathematiker und Medieninformatiker konnten in der Forschungseinrichtung, die sehr anwendungsbezogen arbeitet, einen Einblick in aktuelle Forschungsvorhaben und mögliche spätere Arbeitsgebiete gewinnen. Sie wurden von Prof. Dr. Monika Lutz und der Wissenschaftlichen Mitarbeiterin Sonja Emmel (Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung) begleitet.

Den nachhaltigsten Eindruck auf die Besucher aus Friedberg hinterließ die „5-sided Cave“, ein großer begehbarer Würfel. Auf fünf der sechs Würfelflächen werden Stereobilder projiziert. So wird der Benutzer Teil der virtuellen Welt. Die Gäste von der FH zum Beispiel konnten hier aus täuschend echter Innenperspektive den Dom von Siena besichtigen. Die sehenswerten Punkte der Kirche wurden unter anderem durch spektakuläre Flüge in die Domkuppel im dreidimensionalen Raum erkundet.

In der Abteilung „Cognitive Computing & Medical Imaging“ lernten die Besucher ein Projekt kennen, in dem versucht wird, die eingeschränkte Sicht des Arztes bei minimalinvasiven Eingriffen zu kompensieren. Die fehlende visuelle Information wird auf einem schwenkbaren, halbtransparenten Display eingeblendet, so dass der Arzt dieses als virtuelles Fenster zum Patienten benutzen kann.

Das Interactive Digital Center bot ein Programm an, das bald für Autohändler interessant sein könnte. Es ist in der Lage, auf einem 3D-Monitor räumliche Bilder anzuzeigen. Bei der heutigen Modellvielfalt kann kein Händler über alle möglichen Variationen als reale Fahrzeuge verfügen. Mit Hilfe interaktiver Automodelle, bei denen Parameter wie Farbe oder Sonderausstattungspakete veränderbar sind, kann der Käufer bereits vorab einen Eindruck seines Traumautos gewinnen.

Die verschiedenen Demonstrationen aktueller Beispiel der graphischen Datenverarbeitung begeisterten die Studierenden. Viele Exkursionsteilnehmer zeigten Interesse an einem Praktikum im ZGDV. Dass es durchaus noch weitergehende Möglichkeiten gibt, dafür ist Cornelius Malerczyk ein Beispiel. Der Diplom-Mathematiker von der FH in Friedberg ist heute Wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZGDV und arbeitet an einem Projekt, das über die Kameraerkennung von Handgesten eine Interaktion zwischen Mensch und Computer möglich macht.