Staatssekretär Jung in der Alten Aula der Marburger Universität: Nach dem Grußwort gabs die LOEWE-Bescheide.Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Wissenschaftsministerium hat in einer Feierstunde in Marburg Förderbescheide in Höhe von rund 22,4 Millionen Euro aus dem Programm LOEWE (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) überreicht. Sie gehen an die Philipps-Universität Marburg (UMR), die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), die TH Mittelhessen sowie an neun Unternehmen aus der Region.

„Die exzellente Forschung der hessischen Wissenschaftseinrichtungen, wie der Hochschulen in Gießen und Marburg, sichert die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Dies gilt insbesondere für ein Land wie Hessen, das zu den wirtschaftsstärksten Regionen in Europa zählt. Seit Jahren zählt die Forschungsförderung daher zu den ausgewiesenen Schwerpunkten in der Landespolitik. Deshalb setzt das hessische Wissenschaftsministerium die Erfolgsgeschichte unseres Forschungsförderungsprogramms LOEWE konsequent fort. Seit 2008 hat das Land für herausragende Forschungsvorhaben insgesamt rund 577 Millionen Euro bewilligt. Das gibt es in keinem anderen Bundesland“, sagte Jung.

Mit 4,4 Millionen Euro fördert das Land den neuen LOEWE-Schwerpunkt „Medical RNomics – RNA-regulierte Netzwerke bei humanen Erkrankungen“. Die Federführung für das Projekt liegt bei der JLU. Partner sind die UMR, die Goethe-Universität Frankfurt und das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim.

„Der Erfolg bestätigt unsere Strategie, durch die Bündelung der Kompetenzen von Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen innovative Forschungsgebiete in Mittelhessen zu etablieren“, sagte die Marburger Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Krause.

Der seit 2012 mit insgesamt 3,7 Millionen Euro geförderte LOEWE-Schwerpunkt „LingBas – Fundierung linguistischer Basiskategorien“ an der UMR wird noch bis Ende des Jahres 2015 gefördert. Linguistinnen und Linguisten erforschen grundlegende Bausteine, die in allen Sprachen vorkommen.

Auch der LOEWE-Schwerpunkt „NNCS – Non-neuronale cholinerge Systeme“ startete 2012 und erhielt nun eine Auslauffinanzierung. Die Gesamtförderung des Landes Hessen betrug 4,4 Millionen Euro. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der JLU, der Goethe-Universität und der UMR (bis 2014) befassen sich mit dem Botenstoff Acetylcholin (ACh), der verschiedene Körperfunktionen reguliert.

Das seit 2014 unterstützte LOEWE-Zentrum für Insektenbiotechnologie und Bioressourcen (ZIB) bekommt einen Forschungsneubau, in dem langfristig eine neue Fraunhofer-Einrichtung angesiedelt werden soll. Land und Bund tragen jeweils 15 Millionen Euro bei. Unter Federführung der JLU forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Teams der THM und der Projektgruppe Bioressourcen des Fraunhofer Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie im ZIB. Sie untersuchen, wie sich Insekten gegen Krankheiten oder Parasiten verteidigen. Die Ergebnisse bilden die Basis, um neue Wirkstoffe für Anwendungen in der Medizin, im nachhaltigen Pflanzenschutz oder der industriellen Biotechnologie zu entwickeln.

JLU-Präsident Prof. Mukherjee betonte: „Wir sind sehr froh darüber, dass es gelungen ist, in Gießen das Forschungsfeld Insektenbiotechnologie so erfolgreich zu erschließen. Es zeigt sich, dass das LOEWE-Programm das Gesicht der Wissenschaftsregion Mittelhessen nachhaltig verändert. Hier werden gemeinsam mit starken Partnern langfristig neue Strukturen geschaffen. Mit dem Neubau werden hervorragende Bedingungen für die Ansiedlung einer Fraunhofer-Einrichtung Bioressourcen in Gießen geschaffen.“

Die Beteiligung am ZIB nannte Prof. Dr. Günther Grabatin, Präsident der TH Mittelhessen, einen Beleg dafür, dass an seiner Hochschule Spitzenforschung zuhause ist und die hochschulübergreifende Kooperation ausgezeichnet funktioniert.

Von großer Bedeutung für eine anwendungsorientierte Hochschule wie die THM sei die Förderlinie 3, in der das Land die Forschungszusammenarbeit mit kleinen und mittleren hessischen Unternehmen unterstützt. „Der Ausbau dieser Förderlinie ist wünschenswert. Sie gibt uns die Möglichkeit praxisnaher Forschung in Zusammenarbeit mit Firmen der Region. Viele dieser Unternehmen haben nicht die finanziellen Ressourcen, nennenswert in Forschung und Entwicklung zu investieren. Die Landesmittel bieten ihnen gemeinsam mit der THM die Chance, konkurrenzfähige neue Produkte zu entwickeln“, sagte Grabatin. Die THM ist an fünf von sechs neuen LOEWE-KMU-Vorhaben beteiligt. Bei drei Projekten hat sie die Federführung. Damit ist die THM – wie schon in den Vorjahren – „der absolute Spitzenreiter in Hessen“, so der Staatssekretär.

Die Projekte:

"AddiFeE – Innovation Additive Fertigung metall-laserstrahlgeschmolzener Bauteile für den Maschinen- und Anlagenbau“. Federführung: THM. Partner: KFM Sintertechnik GmbH, Henkel Modellbau GmbH, Sanden International (Europe) Ltd. Laufzeit: 2015-2016. Förderung: 302.000 Euro.

"TAR – Thermische Abluftreinigungsanlagen: Effizienzsteigerung von thermischen Abluftreinigungsanlagen durch Nutzung der Abgase für die Verstromung mittels Abgasturbogeneratoren“. Federführung: THM. Partner: UMR, Richarts + Schlitt GbR, WK Wärmetechnische Anlagen, Kessel- und Apparatebau GmbH&Co.KG. Laufzeit: 2015-2017. Förderung: 436.000 Euro.

PION-Dos - Patienten-individuelle in-vivo Online-Dosimetrie in der Strahlentherapie mittels EPID“. Federführung: THM. Partner: UMR, MedCom Gesellschaft für medizinische Bildverarbeitung mbH. Laufzeit: 2015-2017. Förderung: 424.000 Euro.

„ADOMIS – Ambient Delivery of Multiple Information and Statistics“. Federführung: Content Software GmbH. Partner: THM. Laufzeit: 2015-2017. Förderung: 263.000 Euro.

„DItA – Dermale Immuntherapie mit Arthropoden-Allergenen“. Federführung: Engelhard Arzneimittel GmbH&Co. KG. Partner: UMR, THM. Laufzeit: 2015-2017. Förderung: 318.000 Euro.