Masterstudierende des Fachbereichs Maschinenbau und Energietechnik an der THM haben sich bei der Herborner Pumpentechnik ein spezielles Beschichtungsverfahren angesehen, das in zwei Forschungsprojekten an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) entwickelt wurde. Das Unternehmen und ihre Aufgaben dort präsentierten zwei ehemalige THM-Studenten.
Die Herborner Pumpentechnik ist international bekannt für Schwimmbadpumpen und spielt auch in den Bereichen Schiffstechnik sowie Abwasser- und Industriepumpen eine große Rolle. Um wasserführende Teile hauptsächlich bei in Schwimmbädern eingesetzten Pumpen vor Korrosion, Verschleiß und Anhaftungen zu schützen, ist in zwei geförderten Forschungsprojekten an der THM eine spezielle Dickschicht-Beschichtung entwickelt worden. Diese verbessert zudem den hydraulischen Wirkungsgrad der Pumpen und ermöglicht es, auf teurere Materialien wie Bronze oder Edelstahl zu verzichten.
Prof. Dr. Burkhard Ziegler, der an den beiden Forschungsprojekten mitgearbeitet hat, hat die Exkursion für die Studierenden nach Herborn organisiert. Die beiden THM-Alumni Tim Düding, Stellvertretender Entwicklungsleiter, und Tim Förster, der in der Softwareentwicklung tätig ist, stellten den Gästen aktuelle Entwicklungen im Bereich der Pumpentechnik vor.
Passend zum Start des Gießens einer Serie von Pumpenbauteilen in der hauseigenen Gießerei startete dort der Werksrundgang. Die Metallschmelze wird in modernen Induktions-Öfen erzeugt, welche durch eine betriebseigene Photovoltaikanlage und zwei Batteriespeicher mit elektrischem Strom versorgt wird. Elektrischer Strom, der nicht im Betrieb verbraucht wird, wird kostenlos in das Herborner Stromnetz abgegeben. Die gegossenen Bauteile werden nach dem Erkalten entgratet und bis zu ihrer Weiterverarbeitung in einem Rohguss-Hochregallager gelagert.
In einer weiteren Werkshalle befindet sich unter anderem die mechanische Fertigung, in der wesentliche Pumpenteile, wie Gehäuse, Rückwand, Laufrad und Deckel, vollautomatisch in modernen Bearbeitungszentren mechanisch bearbeitet werden. Die Verkettung dieser Zentren mit einem Paletten-Speicher ermöglicht Nachtschichten ohne Mitarbeitende. Auch kommen Industrieroboter zum Einsatz, die Pumpenteile so bearbeiten, dass der Wirkungsgrad der Pumpe angehoben wird. Jede gefertigte Pumpe wird vor ihrem Versand auf einem hydraulischen Prüfstand getestet und auf ihren konkreten Einsatzzweck abgestimmt.
Ein weiteres Highlight des Werkrundgangs war der Entwicklungs-Pumpenprüfstand, auf dem eine spezielle Kreiselpumpe getestet wurde. Nach dem Einblick in die Pumpenproduktion und Pumpenhardware stellten die THM-Alumni verschiedene Software vor, die speziell entwickelt wurde und einen ökonomischen beziehungsweise nachhaltigen Betrieb der Pumpenanlagen sowie Fernwartung und Fernzugriff ermöglicht.
Für die Studierenden war die Exkursion ein gelungenes Beispiel für den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis.