Im bundesweiten Wettbewerb um Fördermittel für
Forschung und Entwicklung hat die FH Gießen-Friedberg erneut erfolgreich
abgeschnitten. Aus dem Programm „Angewandte Forschung an Fachhochschulen im
Verbund mit der Wirtschaft“ erhält die Hochschule insgesamt 690.000 Euro. Die
Förderzusage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gilt drei
beantragten Projekten auf den Gebieten Materialtechnologie, Mobilkommunikation
und Regelungstechnik.
Auf „Rekristallisationsverhalten, mechanische
Hochtemperatureigenschaften und Verarbeitbarkeit von Iridium“ konzentriert sich
ein Forschungsvorhaben, das von Prof. Dr. Jürgen Merker geleitet wird. Am
Friedberger Fachbereich Maschinenbau, Mechatronik, Materialtechnologie befasst
sich sein Team mit der Optimierung von Verfahren zur Bearbeitung des in
Legierungen verwandten Edelmetalls Iridium. Dabei besteht eine Kooperation mit
der FH Jena und der W. C. Heraeus GmbH & Co. KG, Hanau.
„Breitbandiges drahtloses Internet im öffentlichen
Personenverkehr“ lautet der Titel eines weiteren Friedberger Projekts, das
durch BMBF-Mittel unterstützt wird. Die Gruppe am Fachbereich
Informationstechnik – Elektrotechnik – Mechatronik arbeitet unter der Leitung
von Prof. Dr. Joachim Habermann an neuen Entwicklungen auf dem Gebiet des
Mobilfunks. Das aktuelle Vorhaben dient der Erschließung von komfortablen
Internetzugängen in Fahrzeugen. Zu diesem Zweck arbeitet man mit dem
Unternehmen T-Systems und der City University in London zusammen.
Eine „Modellbasierte Regelung für direktangetriebene
Werkzeugmaschinen“ steht im Mittelpunkt des Vorhabens, das Prof. Dr. Oliver
Zirn vom Gießener Fachbereich Elektro- und Informationstechnik leitet. Das BMBF
finanziert dessen Arbeiten zur Entwicklung einer praxistauglichen und
herstellerunabhängigen Steuerungskomponente für solche Maschinen.
Industriepartner ist dabei die Firma Rückle GmbH. Im Verbund mit der
Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich will das Gießener Team außerdem
die wissenschaftliche Basis zur modellbasierten Regelung von Werkzeugmaschinen
schaffen.
Dieses BMBF-Programm hat eine verstärkte
Kooperation von Hochschulen mit innovativen kleinen oder mittelständischen
Unternehmen zum Ziel. Die Auswahl der Projekte treffen unabhängige Gutachter im
Auftrag der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF),
die bei der Abwicklung die Federführung hat. Die Laufzeit der jetzt bewilligten
Forschungsvorhaben endet im Jahr 2008.
Die FH Gießen-Friedberg ist hessenweit die
erfolgreichste Hochschule bei der Bewerbung um Mittel aus diesem Förderetat.
Nach einer Statistik des BMBF hat die mittelhessische Hochschule zwischen 1992
und 2003 für insgesamt 18 Projekte eine finanzielle Unterstützung erhalten.