„In Projekten studieren" heißt das Schwerpunktthema der diesjährigen Friedberger Informationstage (FIT), die die Fachhochschule gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt anbietet. Zur Vorbereitung der Hauptveranstaltung, auf der im November bis zu 1000 Schüler die FH Gießen-Friedberg erkunden werden, besuchten 36 Lehrer jetzt eine Fortbildung an der Hochschule.
In einer Auftaktveranstaltung, die Bernhard Friedrich vom Staatlichen Schulamt für den Hochtaunuskreis und den Wetteraukreis moderierte, berichteten Professoren und Studierende über ihre Erfahrungen mit projektorientiertem Lernen in den Anfangssemestern. Anschließend präsentierten Wissenschaftler ihren Gästen auf einem Laborrundgang ausgewählte Projekte, die von Studierenden bearbeitet werden. So konnten die Pädagogen sich zum Beispiel erklären lassen, wie Wirtschaftsinformatikstudenten im dritten Semester die Organisation der Futtersuche eines Ameisenvolkes am Computer simulieren oder wie Technische Informatiker im fünften Semester in einer Projektarbeit die Steuerung für ein Modellauto programmieren, das selbständig Hindernissen ausweichen muss. Anregungen, wie man in Unterrichtsprojekten die Informationstage vorbereiten kann, schlossen die Veranstaltung ab.
Die Initiative FIT gibt jungen Leuten Gelegenheit, die Fachhochschule Gießen-Friedberg als akademische Ausbildungseinrichtung kennen zu lernen. Sie sollen eine fundierte Entscheidung über ihren weiteren Qualifikationsweg und ihre künftige berufliche Entwicklung treffen können. Wichtig ist den Initiatoren, die Lehrer in die Hochschulerkundung einzubeziehen, damit der FH-Besuch in der Schule gründlich vor- und nachbereitet werden kann.
Teamorientierung und die Fähigkeit, gemeinsam in Projekten zu arbeiten, sind wichtige Qualifikationen für ein Studium. Mit dem diesjährigen Schwerpunktthema der Informationstage wollen die Veranstalter die Aufmerksamkeit auf die Frage lenken, wie schon in der Schule diese Fähigkeiten trainiert werden können.
Laut Doris Helf von der Zentralen Studienberatung der Fachhochschule ist das FIT-Konzept in Hessen einzigartig, weil es großen Wert auf die systematische Einbeziehung der Lehrerinnen und Lehrer legt. Es habe sich in den letzten zehn Jahren bewährt, und das Interesse werde ständig größer. Längst nähmen nicht nur Schulen aus dem unmittelbaren Einzugsgebiet teil. Auch Lehrer aus Frankfurt, Wetzlar, Marburg oder Gießen kämen mit ihren Schülern, um fundierte Einblicke in die anwendungsorientierten Studiengänge der Friedberger Hochschule zu bekommen.