„Die Entdeckung der Langsamkeit oder kurzer Prozess? – Veränderungen in Unternehmen gestalten“. Diesem Thema widmete sich das elfte Praxisforum des Fachbereichs Wirtschaft der FH Gießen-Friedberg. Mehr als 30 Interessierte aus Praxis und Wissenschaft nahmen an der Veranstaltung des Förderkreises Studium und Wirtschaft in den Räumen der IHK Gießen-Friedberg teil. Der Förderkreis hat sich vor allem zum Ziel gesetzt, die Unternehmen der Region intensiver in die Arbeit des Fachbereichs zu integrieren und den Dialog über praxisrelevante betriebswirtschaftliche Themen zu fördern. Dieses Anliegen griff der Vorsitzende des Förderkreises, Prof. Dr. Klaus Tölle, in seiner Begrüßung auf und verwies auf den hohen aktuellen Stellenwert, den das Management von Veränderungsprozessen für die Existenz und den Erfolg von Unternehmen hat. Anschließend führte Prof. Dr. Rainer Luig, Leiter des Studienschwerpunkts Personalwesen am Fachbereich Wirtschaft, in die Thematik ein.
Den ersten Beitrag lieferte der Geschäftsführer der Asklepios-Klinik Lich, Diplom-Betriebswirt Axel Werntges. Die Klinik befand sich bis zum Jahre 2000 als Kreiskrankenhaus in öffentlicher Trägerschaft und wurde dann von der privaten Klinikgruppe Asklepios übernommen. Der Referent, selbst Absolvent des Fachbereichs Wirtschaft, berichtete über die unternehmerischen Herausforderungen, die mit diesem Übergang verknüpft waren. In der Diskussion ging er insbesondere auf die Frage ein, wie die Mitarbeiter und Führungskräfte diesen Transformationsprozess aufgenommen und mitgestaltet haben.Unter dem Motto „Surviving Change“ beleuchtete Dr. Bernd Wanner (Konzepte GmbH in Bonn) die Ursachen, die das Umfeld von Unternehmen zunehmend instabil werden lassen und sie zu Anpassungsprozessen zwingen. Dabei thematisierte er auch wichtige Faktoren, die darüber entscheiden, ob Menschen Wandel eher als Bedrohung oder als Chance erleben.
Mit ihrem Referat „Führen in stürmischen Zeiten“ stellte Gesa Niggemann (Neulands Academy for Modern Leadership) die Rolle der Führungskräfte in Veränderungsprozessen in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Dabei richtete sie ihr Hauptaugenmerk auf die Frage, wie Menschen Veränderungen erleben und verarbeiten, bis sie diese akzeptieren und sich in der neuen Situation zurechtfinden können. Sie benannte Fähigkeiten, die Führungskräfte besitzen sollten, um diese inneren Prozesse und ihre beobachtbaren Äußerungen wirksam aufzufangen und zielorientiert zu begleiten. Dazu gab sie sehr praktische Umsetzungshinweise.
Die Teilnehmer machten lebhaften Gebrauch von der Möglichkeit zur Diskussion mit den Referenten. Außerdem nutzten sie die Gelegenheit, die Veranstaltung mit einem kollegialen Gedankenaustausch ausklingen zu lassen.