Letzter Check vor Hannover: Die Professoren Torsten Groß (links) und Diethelm Bienhaus prüfen im Gießener Labor die Funktionfähigkeit ihrer Demonstrationsanlage. Mit einem Exponat, das die „durchgängige Vernetzung am Beispiel der Platinenendbestückung“ durch einen Roboter zeigt, ist die TH Mittelhessen auf der diesjährigen Hannover-Messe vertreten. Verantwortlich für das Projekt sind Dr. Torsten Groß, Professor für Maschinenelemente und Konstruktionssystematik am Fachbereich Maschinenbau und Energietechnik, und der Ingenieur-Informatiker Prof. Dr. Diethelm Bienhaus vom Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik.

Die gezeigte Anlage ist ein Demonstrationsbeispiel für die Steuerung der Fertigung durch Cloud-basierte Systeme, die bei der Digitalisierung der Produktion (Industrie 4.0) laut Bienhaus zukünftig eine wichtige Rolle spielen wird. Die Nutzung der Cloud, also einer IT-Infrastruktur außerhalb des Unternehmens, birgt allerdings auch Risiken. Der Datenschutz muss gewährleistet und die Verbindung gegen Ausfälle gesichert sein.

Der Vorteil der Cloudnutzung liegt darin, dass der gesamte Wertschöpfungsprozess von der Bestellung bis zur Auslieferung automatisierbar ist. Der Kunde ist ständig über den Produktionsfortschritt informiert. Fachleute können Produktionsanlagen theoretisch von jedem Ort der Welt aus überwachen und die Wartung unterstützen. So kann der deutsche Mittelständler frühzeitig Ersatz auf die Reise nach Asien schicken, wenn absehbar ist, dass ein Bauteil demnächst defekt wird.

Die Basistechnologie, die diese Art der Automatisierung möglich macht, ist der Einsatz eines „digitalen Zwillings“. Das ist ein Simulationsmodell, das die Eigenschaften und das Verhalten der Produktionsanlage immateriell abbildet und über das der reale Roboter gesteuert wird.

Die Hannover-Messe ist die größte Investitionsgütermesse der Welt, zu der im vergangenen Jahr 225.000 Besucher kamen. Sie beginnt am 23. April. Interessierte finden die THM am Stand D26 in Halle 7. Dort präsentieren sich verschiedene Mitglieder der „Smart Electronic Factory“. Dieser 2014 von Unternehmen und Forschungseinrichtungen gegründete Verein hat das Ziel, mittelstandstaugliche Industrie-4.0-Szenarien in den realen Produktionsprozess einzuführen.