Preisübergabe an J.Rossmanith Mit der Wettbewerbsaufgabe „Männerwelten gestalten“ hatte sich die  Volkswagen AG an junge Ingenieurinnen in ganz Deutschland gewandt. Aus  einer Vielzahl an Bewerbungen wählte die Fachjury sechs Kandidatinnen aus, die ihre Diplomprojekte beim Finale des ersten „woman driving award“ in Wolfsburg vorstellten. Eine davon war Julia Rossmanith aus Lahnau-Waldgirmes, Absolventin des Studiengangs Energie- und Wärmetechnik an der FH Gießen-Friedberg. Die Ausschreibung richtete sich an Ingenieurinnen, die in ihrer
Diplomarbeit ein für die Automobilbranche wichtiges Thema behandelt haben. Eine Kommission aus VW-Vertretern und Professoren wählte die Finalistinnen aus. „Volkswagen will den Anteil motivierter junger Frauen auch in technischen Berufen steigern und deren Karriereentwicklung fördern“ – so begründete Personalvorstand Dr. Peter Hartz die Initiative.

„Gewinnung von Chemierohstoffen durch die Thermokatalyse von Biomasse“ lautete das Thema der Diplomandin Julia Rossmanith. Sie hat an einem von Prof. Dr. Ernst Stadlbauer geleiteten Projekt mitgewirkt, das sich mit der Erzeugung von Rohöl und Aktivkohle aus Tiermehl und Klärschlamm befasst. „In meiner Diplomarbeit geht es vor allem um Chemie. Deshalb habe ich mich schon gewundert, dass ich zur Endausscheidung nach Wolfsburg eingeladen wurde. Als ich dann dort war und erfuhr, dass die anderen Kandidatinnen direkt mit Autofragen zu tun hatten, mit dem Rußpartikelfilter zum Beispiel, habe ich mich besonders gefreut und gedacht, dann kann deine Arbeit nicht schlecht sein, sonst hätten sie dich bei dieser Konkurrenz nicht eingeladen“, erzählt Julia Rossmanith.

In einem viertelstündigen Vortrag stellte sie ihre Diplomaufgabe der Jury vor und konnte dabei auch vermitteln, welche Perspektiven dieses Verfahren für Automobilindustrie und Umweltschutz eröffnen kann: Zum Beispiel benzinähnliche Stoffe aus Tierfetten zu gewinnen oder per Thermokatalyse ein Dieselöl zu erzeugen, das für moderne Motoren
geeigneter ist als Biodiesel. Generell habe sie zeigen wollen, dass Substanzen, die entsorgt werden müssen, nicht nur lästiger Abfall seien, sondern für die Produktion von Treibstoffen genutzt werden können.

Mit ihrem Beitrag erreichte sie im Finale den vierten Platz, der mit 500 Euro honoriert wurde. Das Geld ist für die Jungingenieurin nicht der wesentliche Ertrag ihrer Teilnahme. Die Qualifikation für dieses Finale mache sich gut in ihrem Lebenslauf, meint sie. Zudem sei es ein schönes und lehrreiches Erlebnis gewesen, bei diesem professionell organisierten
Forum als Akteurin aufzutreten. Sie habe Kontakte zu Führungskräften aus Forschung und Entwicklung knüpfen können und zum erstem Mal an einer technisch ausgerichteten Veranstaltung mit hohem Frauenanteil teilgenommen. „Das ganze Programm hat gestimmt“, lobt sie im Rückblick und fügt beeindruckt hinzu: „Wann übernachtet man schon mal im Ritz-Carlton!“

Als Frau, die gern das Steuer führt, hat sie auch die zusätzliche Belohnung durch VW erfreut angenommen: Ein Fahr-Sicherheitstraining auf dem werkseigenen Testgelände, das die Finalistinnen an einem Sonntag exklusiv nutzen konnten, um Slaloms, Ausweichmanöver, Gefahrenbremsungen und Offroadfahren zu üben. Julia Rossmanith genoss die Gelegenheit, einige Vorzeigemodelle der Marke gründlich kennen zu lernen, als passenden Abschluss des „woman driving award“.