Dipl.-Ing. Anna Eicher, Dr. Thomas Schmidts  und Dipl.-Ing. Sören Wildenhain (von links) vom Projektteam der THM nutzen im Labor einen 3D-Drucker, um Komponenten des LED-Systems herzustellen.Die TH Mittelhessen, die Philipps-Universität Marburg und die Gesellschaft für Medizintechnik (GfM) aus Groß-Gerau kooperieren bei einem Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Die Partner wollen ein neuartiges Gerät zur Behandlung von Hauterkrankungen entwickeln.

Im Rahmen des Forschungscampus Mittelhessen bilden die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Frank Runkel und Dr. Thomas Schmidts aus dem Kompetenzzentrum BioTecMed der THM und die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Wolfgang Pfützner und Dr. Christian Möbs aus der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Philipps-Universität Marburg bei diesem Projekt einen wissenschaftlichen Verbund. Ziel ist es, ein Gerät zu konzipieren, das zur Therapie entzündlicher Hauterkrankungen mit UV-Licht geeignet ist und zu der aktuellen klinischen Anwendung eine Alternative bietet. Im Blickpunkt steht dabei vor allem die Neurodermitis, eine weit verbreitete chronische Erkrankung, die mit trockener Haut, Ekzemen und quälendem Juckreiz einhergeht. In der Dermatologie wird bereits seit langem UV-Licht zur Behandlung eingesetzt. Allerdings ist das jetzige Verfahren für Patient und Arzt mit großem zeitlichem und persönlichem Aufwand verbunden, da die Anwendungen in der Regel stationär in der Klinik stattfinden müssen. „Wir arbeiten an einem Gerätetyp, der leicht und flexibel, aber zugleich auch sicher handhabbar ist, so dass er zuhause eingesetzt und sogar mit wirkstoffhaltigen Gelen kombiniert werden kann. Es entsteht eine gezielte anwendungsorientierte Innovation durch die Zusammenarbeit von Industrie und Forschungseinrichtungen in Hessen“, erläutert Dr. Christina Zinecker aus der Abteilung Forschung und Transfer der THM. 

Bei der Entwicklung hat die THM zunächst die Aufgabe, LED-Lichtquellen mit unterschiedlicher Wellenlänge und Bestrahlungsintensität auf Hautverträglichkeit zu testen. Außerdem entwickelt die Arbeitsgruppe Biopharmazeutische Technologie ein Gel, das durch optimierten Transport eines Wirkstoffs in die betroffenen Hautpartien die Lichttherapie unterstützt. Diese Substanz, eine Vorstufe des Vitamin D, soll als „Prodrug“ verabreicht werden, die durch das UV-Licht aktiviert wird.

Am Universitätsklinikum der Philipps-Universität Marburg werden die laborexperimentellen Versuche und präklinischen Tests durchgeführt, um Rückschlüsse auf die therapeutische Wirksamkeit ziehen zu können. Dabei wird unter anderem geprüft, ob das Prodrug ausreichend tief in die behandelten Hautareale eindringt und dort von der neu entwickelten Bestrahlungseinheit umgewandelt werden kann, um entzündungshemmende Effekte zu erzielen.

Das südhessische Unternehmen GfM konstruiert als Industriepartner die Gerätebasis, das Gehäuse und erstellt ein Programm für die Bedienfunktionen. Im Anschluss wird GfM die Vermarktung übernehmen.

Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Es wird durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundeswirtschaftsministeriums mit rund 190.000 Euro gefördert. Diese Initiative will mittelständische Firmen mit wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen zusammenbringen, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig zu unterstützen.