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Die VR/AR Learning Lab Days geben Einblicke in das Lehren mit dem Hilfsmittel Virtual/Augmented Reality.Die Digitalisierung der Arbeitswelt – etwa durch 3D-Druck oder virtuelle Realität – verlangt Studierenden neue Kompetenzen ab. Die THM bündelt ihre entsprechenden Angebote, um sie fachbereichsübergreifend verfügbar zu machen. Neu sind die VR/AR-Labs mit Standorten in Gießen und Friedberg.

Vorgestellt wurden die Labore bei den standortübergreifenden VR/AR Learning Lab Days. (VALLD) Ende Mai. „Unser Ziel ist eine gute Vorbereitung auf Praktika“, erläutert Dr. Christiane Elseberg vom Fachbereich LSE. Dort wird häufig an hochkomplexen Anlagen mit sensiblem Equipment gearbeitet. Hands-on-Schulungen sind entsprechend aufwändig und Studierende sind oft zurückhaltend.  „Durch virtuelle Schulungen können wir unkompliziert in weniger Zeit mehr vermitteln“, sagt Elseberg. Im ersten Kontakt mit dem „echten Labor“ sei zwar noch immer Vorsicht gefragt – doch insgesamt seien Abläufe viel rascher abrufbar.

Industrieunternehmen bieten Schulungen, aber auch Wartungsdienstleistungen zunehmend im digitalen Raum an. Wo früher ein Mitarbeiter für mehrere Tage zum Kunden ins Ausland fliegen musste, genügt nun eine virtuelle Konferenz mit dem digitalen Zwilling einer Maschine. Mit dieser Arbeitsrealität werden die Studierenden beim Eintritt in die Berufswelt zunehmend Kontakt haben – und im Studium entsprechend darauf vorbereitet. Die Friedberger Wirtschaftsingenieure bieten entsprechende VR/AR-Trainings – auch für Bedarfe von kleinen und mittelständischen Unternehmen – so schon einige Jahre an. Das machte Prof. Dr. Rafael Greszczynski in seinem kurzen Einführungsvortrag deutlich.

Die Nutzung eines Labors kann im virtaullen statt im echten Labor erlernt werden.Die Initialzündung für VALLD entstand in der AG QLS Aktionsgruppe VR/AR in der Lehre. Bei LSE basierte der Anstoß der VR-Nutzung laut Elseberg auf der Neubeschaffung von Prozessleitsystemen auf dem aktuellen Stand der Technik. Für das gewählte System war ein VR-Training verfügbar, das den Studierenden auch langfristig nutzbar gemacht werden soll. Dafür war der Aufbau des VR-Labors notwendig. Die finanziellen Mittel für das Projekt stammen aus verschiedenen Quellen. Bis Ende des Jahres ist die Finanzierung durch NIDIT- und QSL-Mittel sichergestellt. Gemeinsam mit dem ZekoLL wurde ein Konzept zur Einbringung von VR und AR in die Praktikumsvorbereitung erarbeitet, das auch wissenschaftlich begleitet wird.

Wie etwa auch beim 3D-Druckzentrum gibt es Fachbereiche oder Studienfächer, in denen die Technologie eine bedeutendere Rolle einnimmt. „Aber unser Angebot der VALLD richtet sich an die gesamte Hochschule“, sagt Elseberg. Neben den auf die Bedarfe der initiierenden Fachbereiche zugeschnittenen virtuellen Trainings gibt es deshalb auch weitere Angebote, etwa zum Einüben von Voträgen vor Publikum. Buchbar sind Zeiten in den Laboren via Moodle. Insbesondere Lehrenden soll eine Idee der virtuellen Welt vermittelt und damit Input gegeben werden, wie sie die Technologie für ihre Lehre nutzen können. Elseberg hält aber auch einen Einsatz im Bereich der Forschung für gut umsetzbar – an ihrem Fachbereich etwa halte der Bereich Medizintechnik viele Potenziale bereit. Die Engine, mit der die virtuelle Realität gebaut wird, erlaubt auch das Entwerfen eigener Experimentierräume.

 

Die Standorte des VR/AR-Lab sind in Gießen in D10.2.10 am Fachbereich Life Science Engineering und in Friedberg am Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen in Raum A2.0.14. Termine für die Nutzung können über Moodle gebucht werden.