Auch im Mittelstand wird das Produktionskonzept Industrie 4.0 in Zukunft eine große Rolle spielen.Das Schlagwort „Industrie 4.0“ steht für die vierte industrielle Revolution. Nach der Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft, der Massenfertigung mit Hilfe von Fließbändern und dem Einsatz von Elektronik zur Automation der Produktion geht es nun um den vernetzten Einsatz von Informationstechnik, der eine Individualisierung der Industrieproduktion möglich machen soll. Große Firmen unternehmen erhebliche Anstrengungen, bei dieser Entwicklung dabei zu sein und so weiter konkurrenzfähig zu bleiben.

Mehr als 70 Prozent der Industriebeschäftigten in Deutschland arbeiten allerdings in kleinen und mittelständischen Unternehmen mit weniger als 1000 Mitarbeitern. Dr. Gerrit Sames, Professor für Betriebswirtschaft an der TH Mittelhessen, hat deshalb in einer empirischen Studie untersucht, welche Rolle Industrie 4.0 dort spielt. Befragt wurden 162 mittelhessische Unternehmen vorwiegend aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Metallerzeugung und Bearbeitung, dem Werkzeug- und Formenbau sowie Hersteller von Kunststoffprodukten.

Komplett unbekannt war der Begriff Industrie 4.0 immerhin einem Viertel der Befragten. Je knapp 10 Prozent gaben an, sich in einer Planungs- oder Testphase zu befinden oder bereits Maßnahmen zur Realisierung des neuen Produktionskonzepts umgesetzt zu haben. Als Probleme, die die Umsetzung des Konzepts Industrie 4.0 erschwerten, nannten viele Unternehmen das Fehlen von Standard- und Referenzlösungen. Diejenigen, die sich noch gar nicht mit dem Thema befassten, nannten als weitere Hürden einen zu alten Maschinenpark und einen Mangel an IT-Fachkräften.

Nur 22 Prozent der Befragten gaben an, sich mit dem Thema Industrie 4.0 auseinandergesetzt zu haben. Allerdings sagen 64 Prozent, dass Maschinen und Anlagen informationstechnisch vernetzt seien. Das lasse den Schluss zu, so Sames, dass eine Reihe von Firmen bereits Schritte in Richtung Industrie 4.0 gemacht haben, ohne sie damit in Verbindung zu bringen. Weitere Fragen der Studie befassen sich zum Beispiel mit der Datenkommunikation zwischen Maschine und Werkstück, der Auswertung von Maschinendaten über ein Netzwerk oder dem Einsatz von Internettechnologien.

Lediglich vier Prozent der Unternehmen messen dem Konzept Industrie 4.0 auch für die Zukunft keine Bedeutung zu. Zwei Drittel aller Firmen sind aber an externer Unterstützung zur Identifikation von Verbesserungspotentialen für ihre Geschäftsprozesse interessiert, um Fortschritte in Richtung Industrie 4.0 zu machen.

Die komplette Studie finden Interessierte unter www.ebusiness-lotse-mittelhessen.de.