Wie können Hochschulen weltweit voneinander lernen und gemeinsam Forschung voranbringen? Antworten darauf gaben die erstmals veranstalteten International Research and Teaching Days der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Rund 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Hochschulbeschäftigte aus elf Ländern kamen in Gießen und Friedberg zusammen, um sich über aktuelle Forschung, innovative Lehrkonzepte und Möglichkeiten internationaler Zusammenarbeit auszutauschen.
Organisiert wurde die englischsprachige Veranstaltungswoche gemeinsam vom International Office (IO) und dem Referat Forschung und Wissenschaftlicher Nachwuchs (FN). Sie knüpfte an die bisherige International Staff Week an und erweiterte das Format um einen Fokus auf Forschung. Damit unterstützt die THM ihre Strategie, Internationalisierung in Forschung und Lehre weiter auszubauen.
Inhaltlicher Schwerpunkt waren neben Informatik auch Wirtschaft und Management sowie nachhaltiges Engineering und Umwelt-Systeme. Vertreterinnen und Vertreter von drei Kompetenzzentren der THM präsentierten ebenso wie internationale Gäste ihre aktuellen Projekte. Im Mittelpunkt standen unter anderem Anwendungen Künstlicher Intelligenz, Cyber-Sicherheit sowie nachhaltige Technologien und aktuelle Trends in der Wirtschaftsforschung. Insgesamt stellten dabei rund zwei Dutzend Forschende der THM ihre Arbeit vor.
Die Gäste kamen aus Europa, Asien, Afrika und Australien. Vertreten waren sowohl langjährige Partnerhochschulen als auch neue Kooperationen. Zu den Teilnehmern gehörte unter anderem eine Delegation des Indian Institute of Information Technology Allahabad, die auf Präsidiumsebene vertreten war. Ergänzt wurde das wissenschaftliche Programm durch Laborführungen, Posterpräsentationen und Informationsveranstaltungen zu internationalen Fördermöglichkeiten.
Doch auch in den laufenden Lehrbetrieb der THM brachten sich die Besuchenden im Laufe der Woche ein: In den Fachbereichen Maschinenbau und Energietechnik (ME), Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik (MNI) sowie Wirtschaft (W) unterrichteten sie Studierende in bestehenden Lehrveranstaltungen. Nach einer hochschuldidaktischen Auftaktvortrag von Prof. Silke Bock, Leiterin des Zentrums für kooperatives Lehren und Lernen (ZeKoLL) der THM, setzten sich Gäste und Gastgebende in Blockveranstaltungen in Gießen wie Friedberg in Arbeitsgruppen zudem mit modernen Lehrmethoden in den Themenbereichen KI und Cybersecurity auseinander.
THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems begrüßte die Teilnehmenden und hob insbesondere die Gäste aus der Ukraine hervor, die ihre wissenschaftliche Arbeit trotz der schwierigen Bedingungen des Krieges fortführten. Sein Dank galt außerdem dem Organisationsteam um Michaela Zalucki (IO) und Alina Müller (FN) sowie Prof. Dr. Rahamatullah Khondoker, der die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung unterstützte. Internationale Austauschformate wie die Research and Teaching Days seien „sehr wertvoll, um Vorurteile zu überwinden und die Zusammenarbeit zum Wohle der Welt zu verbessern“, betonte Willems.
Die International Research and Teaching Days boten zahlreiche Gelegenheiten, bestehende Kooperationen zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, internationale Perspektiven in Forschung und Lehre an der THM dauerhaft zu stärken und gemeinsame Projekte mit Partnerhochschulen weltweit auf den Weg zu bringen.