Unter Einhaltung strikter Hygieneregeln bereitete die Arbeitsgruppe die Messungen im THM-Labor vor: Dr. Krzyzstof Dudzik (links) am Schallemissionsmesssystem, Prof. Burkhard Ziegler (Mitte) am Messplatz zur Registrierung der Schnittkräfte und Dipl. Ing. Ünver Metin an der Drehmaschine.Das gemeinsame Forschungsinteresse hat zu einem weiteren deutsch-polnischen Kooperationsprojekt an der Technischen Hochschule Mittelhessen geführt. Dr. Krzyzstof Dudzik von der Schifffahrtsuniversität Gdingen besuchte auf Einladung von Prof. Dr. Burkhard Ziegler die THM in Gießen, um Untersuchungen zur Schallemissionsanalyse fortzusetzen.

Dabei handelt es sich um ein zerstörungsfreies Prüfverfahren, das die von einem Material, Bauteil oder einer Maschine emittierten Ultraschallsignale zu Diagnosezwecken nutzt. Bereits seit 2014 arbeiten die beiden Ingenieurwissenschaftler auf diesem Gebiet zusammen. Seinerzeit war der Werkstoffexperte vom Fachbereich Mechanik der polnischen Universität erstmals an der THM zu Gast, um sich bei Prof. Ziegler mit den Grundlagen dieser Analysetechnik vertraut zu machen. Bei den Folgebegegnungen ging es um die methodische Anwendung zum Beispiel zur Analyse von Reibung und Verschleiß in Maschinen oder zur schonenden Untersuchung biologischer Materialen, aber auch von Körperteilen wie dem menschlichen Kniegelenk.

Dr. Dudzik, der in Gdingen an Möglichkeiten forscht, Werkstoffe zu fügen und zu bearbeiten, etablierte daraufhin die Schallemissionsanalyse an seinem Fachbereich, etwa bei der Untersuchung des Reibschweißens dicker Aluminiumplatten, die im Schiffsbau eingesetzt werden. Der Nachweis eines negativen Corona-Tests und die Beachtung aktueller Hygienevorschriften ermöglichten das aktuelle Projekt in Gießen.  Es geht dabei unter anderem um den Vergleich zwischen auftretenden Schnittkräften und den emittierten Schallsignalen bei einem speziellen Fertigungsverfahren, dem Drehen. Die Messungen an der THM sollen zur Validierung der an der Schifffahrtsuniversität gewonnenen Daten dienen. Ziel ist es, die Tauglichkeit der Schallemissionsanalyse zur Qualitätskontrolle bei der spangebenden Fertigung weiter zu steigern.

Der Leiter des Labors für Werkzeugmaschinen am Fachbereich Maschinenbau und Energietechnik der THM, Prof. Dr. Thorsten Beck, stellte zu diesem Zweck eine Drehmaschine zu Verfügung, die mit einem Instrument zur Schnittkraftmessung ausgestattet ist. Die aus Gdingen mitgebrachte Schallemissionsmesstechnik komplettierte den Versuchsaufbau. Die ermittelten Messwerte sorgten noch während des Besuchs für eine positive Zwischenbilanz. Die endgültige Auswertung und die Diskussion aller Ergebnisse sollen anschließend auf digitalem Weg erfolgen.