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Gemeinsames Kaffetrinken in der Cafeteria gehörte für <br />Gerrit Seefeld (links) und Benjamin Sala zum ProgrammWer als Student in einem fremden Land ein oder zwei Semester studiert, lernt viele neue Leute kennen. So ging es auch Benjamin Sala aus Alicante, der im Sommersemester 2005 als Gaststudent an den Fachbereich Bauwesen der FH Gießen-Friedberg kam. Was ihn ein wenig störte war, dass seine neuen Bekannten fast ausschließlich spanische Landsleute und andere Gaststudenten waren. Schließlich wollte er „vor allem Leute von hier treffen und die Deutschkenntnisse verbessern“.

Deshalb meldete sich der heute 25-Jährige im vergangenen Oktober für das vom Auslandsreferat der FH erstmals angebotene Programm „Internationales Tandem“ an. „Das Projekt knüpft in Gießen und Friedberg Partnerschaften zwischen Gaststudenten und Deutschen“, so die Initiatorin Friederike Kreft. Bei einem ersten Gruppentreffen zu Semesterbeginn lernen sich die Teilnehmer kennen und gehen von nun an zu zweit durch den Studienalltag. Wie intensiv das Tandem zusammenarbeite, hänge von den jeweiligen Partnern ab, erläutert Kreft. Die deutschen Studierenden helfen ihren Kommilitonen zum Beispiel bei der Studienorganisation oder bei Problemen mit Behörden. Gemeinsames Lernen oder Freizeitaktivitäten in der Gruppe können ebenfalls zum Programm gehören. Beide Partner lernen den Umgang mit kulturellen Unterschieden. Für die deutschen Studierenden ist das internationale Tandem deshalb eine gute Vorbereitung auf einen eigenen Auslandsaufenthalt.

Ein Begleitprogramm des Referats für Auslandsbeziehungen unterstützt die Zweiergruppen. Dazu gehören ein interkulturelles Training und mehrere gemeinsame Treffen während des Semesters. Das könne zum Beispiel ein Kegelabend, eine Bootstour oder ein Besuch im Mathematikum sein, sagt Friederike Kreft. Für sie war das Pilotsemester mit insgesamt 18 Tandems auf jeden Fall ein erfolgreicher Auftakt.

Benjamin Sala fand seinen Tandempartner in Gerrit Seefeld. Dem 26-jährigen Studenten der Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt „Internationales Management“ hat das Programm viel Spaß gemacht. Zweimal die Woche habe man sich getroffen, und sein Kommilitone habe ihm bei den Spanischhausaufgaben geholfen. Gemeinsame Disco- und Kneipenbesuche habe er ebenso genossen wie die Fahrt zu einem Bundesligaspiel der Frankfurter Eintracht. Für Gerrit Seefeld steht deshalb fest, dass er auch im Wintersemester wieder beim Tandem-Projekt mitmachen wird. Außerdem steht ein Besuch in Alicante auf dem Programm. Benjamin Sala, der im nächsten Semester sein Examen machen will, hat ihn in seine Heimat eingeladen.