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Ein Mann im Anzug vor holzvertäfelter Wand spricht zum - nur unscharf im Vordergrund zu erahnendem - Publikum.
Gastgeber Prof. Dr.-Ing. Jens Minnert vom Fachbereich Bauwesen der THM eröffnet das 20. Gießener Bauforum.

Das 20. Gießener Bauforum hat Praktikerinnen und Praktiker aus Ingenieur- und Architekturbüros, Unternehmen, Verwaltungen und Prüfstellen auf dem Campus Wiesenstraße der THM zusammengeführt. Zum Jubiläum gab es aktuelle Informationen und praxisnahe Impulse zu Fragen des modernen Bauens – von neuen Regelwerken über innovative Tragwerkskonzepte bis hin zu Digitalisierung und KI.

Eröffnet wurde das eintägige Fortbildungsseminar von Prof. Dirk Metzger, Vizepräsident für strategische Bauplanung und Nachhaltigkeit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). In seinem Beitrag sprach er von „relevanten und zukunftsweisenden Themen“ auf der Tagesordnung, unter denen er die sinnvolle Nutzung von Bestandsgebäuden nutzte, um auf das kürzlich frisch sanierte, energetisch verbesserte und optisch modernisierte THM-Hochhaus C10 einzugehen.

Inhaltlich standen die Weiterentwicklung technischer Regelwerke und innovative Konstruktionen im Mittelpunkt. Thematisiert wurde die neue Eurocode-Generation im Betonbau ebenso wie Trends in der Hohlkörpertechnologie. Mit einem Vortrag des Gastgebers Prof. Dr.-Ing. Jens Minnert über Holz-Beton-Verbundkonstruktionen rückte zudem eine materialübergreifende Bauweise in den Fokus, die die jeweiligen Eigenschaften von Holz und Beton für leistungsfähige und ressourcenschonende Tragwerke verbindet. In Bezug auf die von Prof. Metzger erwähnten Anforderungen an das Bauen im Bestand nannte Prof. Dr.-Ing Julian Kümmel Inhalte des Gebäudemodernisierungsgesetzes beispielhaft für die wachsende Bedeutung von Bestandsgebäuden, Energieeffizienz und nachhaltiger Entwicklung im Gebäudesektor.

Ergänzt wurde das Programm durch Beiträge zur Digitalisierung im Ingenieurbau. So ging es unter anderem um die automatisierte Bauabrechnung mithilfe Künstlicher Intelligenz und die Frage, welche Möglichkeiten, aber auch welche Grenzen digitale Verfahren bei der Mengenermittlung aus zweidimensionalen Planunterlagen haben. Ein weiterer Blick galt dem grundsätzlichen Verhältnis von Digitalisierung, Standards und Normen im Ingenieurbau. Dabei diskutierten die Teilnehmenden, wo digitale Verfahren und KI heute stehen und welche Entwicklungen für die nächsten Jahre zu erwarten sind.

Damit verband das 20. Gießener Bauforum klassische Fragen der Tragwerksplanung und Konstruktion mit aktuellen technologischen und gesellschaftlichen Anforderungen an das Bauwesen. Als regionaler Branchentreff hat sich die von Prof. Dr.-Ing. Jens Minnert und Dr.-Ing. Manuel Koob organisierte und von zahlreichen Sponsoren unterstützte Veranstaltung seit 2004 als Forum für den fachlichen Austausch zwischen Planung, Forschung, Bauwirtschaft und Verwaltung etabliert. Rund 120 Teilnehmende verfolgten die Vorträge und Diskussionen im Audimax.