Karrieregespräch: Prof. Dörte Ziegler, Prof. Gabriele Gühring, Moderatorin Claudia Miebach und Prof. Katja Specht, (Foto: Julia Bengeser) „HAW-Professur, ein attraktiver Berufsweg!“ war das Thema einer Veranstaltung an der TH Mittelhessen in Gießen. THM-Vizepräsidentin Prof. Dr. Katja Specht konnte etwa 50 Teilnehmerinnen begrüßen. „Mentoring Hessen“, das Verbundprojekt der hessischen Hochschulen für Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft, hatte das Karrieregespräch organisiert.

Neben Specht gaben Dr. Gabriele Gühring, Professorin für Mathematik an der Hochschule Esslingen, und Dr. Dörte Ziegler, Professorin für Wasserressourcen- und Umweltmanagement an der Hochschule Koblenz, Einblicke in ihren Werdegang und beruflichen Alltag.

Tipps gaben die Hochschullehrerinnen Ihren Zuhörerinnen zum Beispiel, als es um die Voraussetzungen für eine HAW-Professur ging. Weniger als vier Prozent der Erstberufenen an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sind habilitiert, dafür sind mindestens drei Jahre Berufserfahrung außerhalb der Hochschule gefordert. In vielen Bundesländern gilt aber, dass die Habilitation die Praxiserfahrung ersetzen kann. Auch Erziehungszeiten können auf die Praxiserfahrung angerechnet werden, so die Hinweise der Referentinnen.

Außerdem machten sie deutlich, dass bei einer HAW-Professur ein deutlicher Schwerpunkt auf der Lehre liegt. Sie bringt Lehrverpflichtungen von 18 Semesterwochenstunden mit sich. Das ist doppelt so viel wie an einer Universität. Gelder für Forschung und Ausstattung müssen in der Regel eingeworben werden. Die Forschungsausstattung und der finanzielle Rahmen für eine Professur sind nicht mit den Bedingungen an einer Universität zu vergleichen. Dennoch, so der Tenor des Podiums, ist die HAW-Professur eine sehr gute Option, wenn man gerne selbst gestaltet, Freiräume nutzt und Spaß an der Lehre hat. Das gilt auch in Hinblick auf das familiäre Umfeld, denn die Lehrveranstaltungen sind zwar gesetzt, die restliche Zeit ist aber recht flexibel gestaltbar.

Eine Möglichkeit, um den Berufsweg für sich zu testen und kennenzulernen, sind Lehraufträge an HAWs, die auch begleitend zur Berufstätigkeit durchgeführt werden können, wenn man bereit ist, die recht aufwändigen Vorbereitungen in seiner Freizeit zu leisten. Es gibt aber auch Unternehmen, die großen Wert auf den Austausch mit Hochschulen legen und es deshalb unterstützen, wenn Mitarbeiterinnen Lehraufträge annehmen.

Und eine wichtige Ermutigung bekamen die Zuhörerinnen von Katja Specht mit auf den Weg: Nicht einschüchtern lassen, wenn man nicht alle Voraussetzungen erfüllt und trotzdem bewerben! Denn das gehe fast allen so. Wichtig sei eher, dass man es sich selbst zutraue.