Das Projekt Carbon ASH wurde beim „Tag der Kompetenzzentren“ der THM vorgestellt. Es forscht daran, CO2 aus der Luft die Behandlung von Altbeton oder Asche aus Müllverbrennungsanlagen zu binden. Foto: Foto: HA Hessen Agentur GmbH - Jan Michael HosanIhre Fähigkeiten in der interdisziplinären Forschung hat die THM beim ersten „Tag der Kompetenzzentren“ im Roxy-Kino bewiesen. Acht aktuelle Forschungsprojekte, eines aus jedem Zentrum, umrahmten ein Netzwerk-Event. Das sollte den ohnehin interdisziplinären Ansatz der Einrichtungen multiplizieren: In den acht Zentren arbeiten Forschende verschiedener THM-Fachbereiche an gemeinsamen Projekten, nun sollten die Beteiligten auch Aktiven und Schwerpunkte der übrigen Zentren kennenlernen.

„Ohne interdisziplinäre Zusammenarbeit ist Forschung heute kaum noch denkbar“, eröffnete THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems die Tagung. Viele Themen seien von einer Komplexität, dass sie ohne die Expertise anderer Fachgebiete kaum mehr denkbar seien. Prof. Dr. Jochen Frey, Vizepräsident für Forschung, betone aus diesem Grund die Bedeutung, Personal und Ausstattung anderer Kompetenzzentren zu kennen und auch zu wissen, in welchen Forschungsschwerpunkten sie sich bewegten. Einen Appell für mehr Initiative machte Dr. Christina Zinecker, Referatsleiterin Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs: „Nur 30 bis 35 Prozent der Professorinnen und Professoren an der THM sind in der Forschung tätig“, sagte sie. Dieser Wert sei ausbaufähig – obgleich, wie Willems betonte, die THM bezüglich Forschungsstärke viele andere Hochschulen für Angewandte Wissenschaften hinter sich lasse.

Den Auftakt machten für das Kompetenzzentrum für nachhaltiges Engineering und Umweltsysteme (ZEuUS) Prof. Dr. Ulf Theilen und Dr. Felix Brück, die verschiedene Methoden aufzeigten, CO2 aus der Luft zu binden – etwa durch Algen oder im Projekt Carbon ASH durch die Behandlung von Asche aus Müllverbrennungsanlagen oder Altbeton. Für das Kompetenzzentrum für Energietechnik und Energiemanagement (etem.THM) wurden das in Gießen entstehende FlexQuartier mit seinem Hochenergiespeicher zur Versorgung von Wohn- und Gewerbeimmobilien und das Projekt Kommun:E zur Transformation kommunaler Energieversorgungsinfrastrukuren im Zuge der Energiewende vorgestellt.

Die Modellierung neuer Klebstoffe auf theoretischer Basis stellte Felix Bödecker für das Kompetenzzentrum für Automotive, Mobilität und Materialforschung (AutoM) vor, während Prof. Dr. Gerrit Sames für das Kompetenzzentrum für Wirtschaft und Management Science (WuMS) das Projekt DigiJaDE vorstellte, das in Kooperation mit Kollegen japanischer Universitäten den Stand der Digitalisierung in Japan und Deutschland vergleicht.

Prof. Dr. Chris Volkmar vom Kompetenzzentrum für Nanotechnik und Photonik (NanoP) stellte aktuelle Arbeitsschwerpunkte seiner Arbeitsgruppe für Raumfahrtelektronik vor und das Kompetenzzentrum für Laser, Optik, optische Technologien und Systeme (LOTuS) war mit neuartigen Fassungsstrukturen für Optiken und deren Einsatzmöglichkeiten vertreten.

Für das Kompetenzzentrum für Informationstechnologie (KITE) stellte Prof. Dr. Michael Guckert die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz für die Diagnose von Herzerkrankungen vor, während Prof. Dr. Boris Keil aus dem Kompetenzzentrum für Biotechnologie und Biomedizinische Physik (BioTecMed) mit Aufnahmen aus dem menschlichen Gehirn beeindruckte: Zusammen mit internationalen Partnern, darunter die Harvard University, soll im Rahmen des Human Connectome Projects ein neuartiger Magnet-Resonanz-Tomograph entwickelt werden, um noch detailliertere Einblicke ins Gehirn zu ermöglichen.