Besuch an der TU HavannaDie FH Gießen-Friedberg wird ihre Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Havanna (Kuba) ausbauen. Einem entsprechenden Antrag der Fachhochschule hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) die Förderzusage erteilt.

Seit dem Jahr 2001 kooperiert die FH auf Initiative von Dr. Wolf-Rainer Novender, Professor am Friedberger Fachbereich Informationstechnik – Elektrotechnik – Mechatronik (IEM), mit der kubanischen Universität. Der Fachbereich IEM und das Centro de Investigaciones y Pruebas Electroenergeticas (CIPEL) pflegen die Kontakte u.a. durch den Austausch von Wissenschaftlern und Studierenden. Finanzmittel aus dem DAAD-Programm „Fachbezogene Partnerschaften mit Hochschulen in Entwicklungsländern“ ermöglichen jetzt die erweiternde Fortsetzung der Beziehungen in Lehre und Forschung.

Im Sommersemester 2005 hatten FH-Präsident Prof. Dr. Dietrich Wendler, Prof. Dr. Peter Schmitz, der damalige Dekan des Gießener Fachbereichs Elektro- und Informationstechnik (EI), und Prof. Novender bei einem einwöchigen Aufenthalt an der kubanischen TU mit den Gastgebern über Felder der künftigen Kooperation beraten. Es ging damals darum, die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Elektrotechnik auszudehnen und den Dialog mit Wissenschaftlern weiterer Disziplinen aufzunehmen. Neben der Elektrotechnik standen Treffen mit Vertretern der Fachbereiche Architektur, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen auf dem Programm. 

Im November und Dezember besuchte eine kubanische Delegation, in der diese vier Fachbereiche repräsentiert waren, auf Einladung des Präsidiums beide Standorte der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Dekan Prof. Dr. Orestes Llanes nutzte die Gelegenheit, sich in den elektrotechnischen Laboren der FH ein Bild von den praxisnahen Studienbedingungen und den laufenden Projekten zu machen. Sein Interesse galt u.a. der Mobilkommunikation und der Regelungstechnik beim Fachbereich EI in Gießen sowie den Laboren für Optische Nachrichtentechnik und für Elektrische Maschinen bei IEM in Friedberg. Eingehend stellte man ihm auch den internationalen Studiengang „Master of Science in Information and Communications Engineering“ vor, der im Wintersemester in Friedberg den Lehrbetrieb aufgenommen hat. Themen der Gespräche mit Fachkollegen und Dekanen waren Ansätze für gemeinschaftliche Forschungsarbeiten und neue Wege der Kooperation in der akademischen Ausbildung.

Gemeinsam will man den Austausch von Studierenden stärken und mit Hilfe deutscher Unternehmen Praktikumsplätze in Kuba schaffen. Darüber hinaus ist man an der TU Havanna sehr daran interessiert, dass sich kubanische Doktoranden in den Laboren der FH Gießen-Friedberg Aufgabenstellungen im Rahmen ihrer Dissertation widmen können. Geprüft werden soll auch, unter welchen Rahmenbedingungen die Promotion für FH-Absolventen in Havanna möglich sein kann. Zu den langfristigen Zielen der Zusammenarbeit gehört die Konzeption eines international anerkannten Master-Studiengangs in der Fachrichtung Elektrotechnik, der an der TU Havanna angeboten werden soll.