Prof. Dr. Roberto Gonzalez von der Universität von Matanzas (Kuba)
hat einen rund zweimonatigen Forschungsaufenthalt an der Fachhochschule
in Gießen beendet. Im Labor für Bioverfahrenstechnik und
Membrantechnologie arbeitete er mit dem Forschungsteam von Prof. Dr.
Peter Czermak zusammen. Der kubanische Gastwissenschaftler hatte die FH
im Jahr 2002 erstmals zu Kooperationszwecken besucht.
Prof. Gonzalez lehrt und forscht an seiner Heimathochschule auf dem
Gebiet der Modellierung und Simulation biotechnologischer und
chemischer Prozesse. Mit seinen Arbeiten hat er sich Anerkennung in der
internationalen Fachwelt erworben. Seine Aufgabe an der Fachhochschule
Gießen-Friedberg bestand darin, innerhalb zweier
Forschungsprojekte von Prof. Czermak mathematische Modelle zur
Simulation biotechnologischer Prozesse zu erstellen. Diese gemeinsam
mit der Arbeitsgruppe konzipierten Modelle konnten anhand der im Labor
ermittelten praktischen Daten überprüft werden.
Zum einen wurde ein Modell für einen Prozess der Herstellung und
Aufarbeitung viraler Partikel entwickelt, die in der Gentherapie
eingesetzt werden sollen. Außerdem arbeitete Prof. Gonzalez an
einem Modell zur optimierten enzymatischen Herstellung von
Oligosacchariden in Membran-Reaktionssystemen. Diese Oligosaccharide
finden als so genannte funktionelle Nahrungsergänzungsmittel
Verwendung in Babynahrung. Die Mitarbeiter des Teams zeigten sich
beeindruckt von der Kompetenz und Effizienz, mit der Dr. Gonzalez sich
in die Projekte einbrachte, zusätzliche Software-Tools
einführte und die Arbeit der Gruppe effektiv und theoretisch
fundiert unterstützte.
Prof. Gonzalez und Prof. Czermak wollen ihre Kooperation fortsetzen und
wie in der Vergangenheit die gemeinsam erarbeiteten Prozessmodelle auf
internationalen Kongressen und in internationalen Fachzeitschriften
vorstellen. Prof. Czermak wird im nächsten Jahr einer Einladung
der Universität von Matanzas folgen und dort ein Seminar zum Thema
„Membranes in Bioseparations" halten. Außerdem ist geplant, dass
ein Mitglied des Gießener Teams 2005 bei einem internationalen
Kongress in Kuba Arbeitsergebnisse präsentiert.