Für das Loewe-Zentrum "Insektenbiotechnologie und Bioressourcen" nahmen Prof. Peter Czermak und Prof. Andreas Vilcinskas (JLU) den Bewilligungsbescheid entgegen. Daneben die Präsidenten Prof. Günther Grabatin und Prof. Joybrato Mukherjee (JLU) sowie Wissenschaftsminister Boris Rhein (von links)Förderzusagen über fast 28 Millionen Euro hat Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Philipps-Universität Marburg, der Technischen Hochschule Mittelhessen und vier Unternehmen aus der Region übergeben. Die Fraunhofer-Gesellschaft erhielt rund 6,4 Millionen Euro für einen Neubau in Gießen. Die Mittel stammen aus der „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ (Loewe).

„Wir setzen die Erfolgsgeschichte unseres Forschungsförderungsprogramms Loewe konsequent fort, denn die exzellente Forschung der hessischen Wissenschaftseinrichtungen sichert die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Bis Ende 2014 stellt das Land Hessen insgesamt rund 520 Millionen Euro für Loewe und damit für die Förderung herausragender Forschungsvorhaben bereit. Das ist einmalig in Deutschland“, sagte Rhein.

Ein Beispiel für ein solches herausragendes Forschungsvorhaben ist das Loewe-Zentrum für Insektenbiotechnologie und Bioressourcen. Die Federführung liegt bei der Justus-Liebig-Universität. Partner sind die TH Mittelhessen und das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie. Die Fördersumme beträgt in einer ersten Phase (2014 – 2016) 17.8 Millionen Euro. Außerdem wollen Land und Bund insgesamt 30 Millionen Euro für den Neubau eines Forschungsgebäudes zur Verfügung stellen.

Prof. Dr. Günther Grabatin, Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen, hob die Bedeutung des Zentrums für Insektenbiotechnologie und Bioressourcen für den Standort Gießen hervor: „Durch die Einrichtung des neuen Loewe-Zentrums wird sowohl die wissenschaftliche Exzellenz von JLU und THM als auch die wirtschaftliche Innovationskraft der Region Mittelhessen gefördert. Unser Institut für Bioverfahrenstechnik und Pharmazeutische Technologie zeigt damit, dass an der THM Spitzenforschung zuhause ist.“

Ziel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist es, von Insekten zu lernen und diese Erkenntnisse für den Menschen nutzbar zu machen – zum Beispiel in der Frage, wie sich Insekten gegen Krankheiten und Parasiten verteidigen können. Solche Forschungsergebnisse können die Basis für die Entwicklung neuer Medikamente oder Mittel für den Pflanzenschutz sein.

„Mit dem neuen Loewe-Zentrum entsteht in Gießen ein wissenschaftlicher Leuchtturm, der die Grundlage für eine dauerhafte Fraunhofer-Einrichtung in Gießen bilden wird. Wir freuen uns sehr, dass wir auch mit unseren weiteren Erfolgen im Loewe-Programm unsere Exzellenzpotenziale in einem Netzwerk mit starken Partnern weiter ausbauen können“, sagte Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität.

Bewilligungsbescheide überreichte der Wissenschaftsminister außerdem für drei Verbundvorhaben, bei denen die THM mit kleinen und mittleren Unternehmen kooperiert. Federführend ist die Hochschule im Projekt „Anwendbarkeit von ionischen Liquiden als innovative kosmetische Aktivstoffe“, das mit 321.000 Euro bedacht wird. Ebenfalls als Koordinator fungiert die THM im Projekt „Gärtrommel zur Biogaserzeugung“. Die Fördersumme liegt hier bei 268.000 Euro. Bei der „Entwicklung neuartiger Nachweismethoden in der Urinanalytik“ ist die Hochschule Partner der Analyticon Biotechnologies AG aus Lichtenfels. Aus dem Loewe-Programm gibt es hierfür 94.000 Euro.

„In den erfolgreichen Loewe-KMU-Verbundvorhaben kommt erneut die Stärke unserer Hochschule in der anwendungsorientierten Forschung zum Ausdruck“, kommentierte Grabatin.