Zwei MAMUT-Mitglieder treten gegen ein anderes Team an – immer überwacht von den Schiedsrichtern.Endlich wieder Gruppenarbeit in Präsenz – mit dieser erfreulichen Erfahrung, spannenden Exkursionserlebnissen und vielen positiven Einzelresultaten ist das MAMUT-Team der THM vom „Eurobot-Wettbewerb“ in La Roche-sur-Yon zurückgekehrt. Die internationale Robotik-Konkurrenz der gemeinnützigen Organisation Planète Sciences wurde nach zweijähriger Pandemiepause jetzt erstmals wieder ausgetragen.

Die studentische Arbeitsgruppe MAMUT der Technischen Hochschule Mittelhessen – die Abkürzung steht für „Mobile Autonomous Modular Universal Technology“ – wird seit 2019 von Prof. Dr. Thomas Glotzbach (Fachbereich Elektro- und Informationstechnik, EI) betreut. Gemeinsam mit dem Laboringenieur Klaus Pechan begleitete er die achtköpfige studentische Gruppe bei der Reise in die Loire-Region nahe der französischen Atlantikküste.

Traditionell vertritt MAMUT mit selbstentwickelten mobilen Robotern die THM bei dem europaweiten Wettbewerb. Aktuell stand er unter dem Motto „Age of Bots“ und war inhaltlich an eine archäologische Ausgrabung angelehnt. Zu den Aufgaben gehörte es, eine am Spielfeldrand platzierte Statue aufzunehmen und durch eine andere zu ersetzen, die der Roboter zuvor mitgeführt hatte. Das aufgenommene Objekt musste auf einem beleuchteten Display an einer anderen Stelle des Feldes abgestellt werden. Zudem brachte das Einsammeln und Sortieren von Quadern Punkte. All das musste völlig autonom geschehen – nach dem Start der Spielzeit von 100 Sekunden durfte kein menschlicher Bediener mehr eingreifen.   

Nach der Corona-Zwangspause lief beim THM-Team nicht alles perfekt: Zwei Jahre lang hatte man wegen der Infektionsschutzmaßnahmen keinen oder nur eingeschränkten Zugang zum eigenen Labor. Die Vorlaufzeit, um die selbstgebaute mobile Roboterplattform weiterzuentwickeln und an die aktuellen Spielregeln anzupassen, war sehr kurz. Der vorgeschaltete Deutschlandentscheid fiel pandemiebedingt aus, so dass die Gruppe in der letzten Maiwoche ohne vorherige „Ernstfallphase“ zum Eurobot aufbrach. Unterstützt wurde sie dabei unter anderem vom International Office der Hochschule und dem Fachbereich EI.

Wer an der Eurobot-Exkursion teilnahm, musste "Wettkampfhärte" mitbringen und die Fähigkeit zur konzentrierten Vorbereitung vorm Antritt in der Arena.„Unterm Strich“ – so Prof. Glotzbachs Fazit im Exkursionsbericht – „steht die Teilnahme an allen terminierten Matches, das Erzielen vieler Punkte und das Erwerben vieler neuer Erfahrungen in kurzfristigen Problemlösungen und der Kooperation mit den Teammitgliedern.“ Um überhaupt zu den Matches zugelassen zu werden, musste man eine Qualifikationshürde nehmen: vor Schiedsrichtern nachweisen, dass der eigene Roboter prinzipiell funktioniert und für die Konkurrenz geeignet ist.

Als wertvollen Ertrag der Wettbewerbsteilnahme verbucht das Team die vielen Möglichkeiten zum Austausch und Vernetzen auf internationaler Ebene. Und Benjamin Jähnert, der studentische Leiter der Gruppe, hebt außerdem den Zugewinn an Motivation nach der schwierigen Coronazeit hervor: „Die intensive Zusammenarbeit beim Wettbewerb, aber auch in den Wochen zuvor, hat zu einem unglaublichen Gruppenspirit geführt. Wir haben jetzt viel neue Ansatzpunkte, an denen wir weiterarbeiten können, und freuen uns darauf, dies in den kommenden Wochen gemeinsam anzugehen. Denn das Ziel ist klar: Auch nächstes Jahr die THM wieder auf diesem Wettbewerb zu vertreten.“