Die Fachhochschule Gießen-Friedberg hat in Gießen einen Neubau mit 2700 Quadratmetern Hauptnutzfläche in Betrieb genommen. Für das Bauprojekt wurden insgesamt 13 Millionen Euro aufgewendet.
In einem Kopfgebäude, das gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Studien-Informations-Centrum am Platz der Deutschen Einheit ein zeitgemäßes Eingangstor zur Fachhochschule markiert, ist im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss eine Cafeteria mit Galerie untergebracht. Sie bietet 140 Sitzplätze und wird vom Studentenwerk Gießen betrieben. Im darüber liegenden Hörsaal finden 300 Zuhörer Platz. Das Gebäude setzt sich fort in einem Baukörper, der annähernd parallel zur Wiesenstraße verläuft. Dieser langgestreckte Bau beherbergt ebenso wie ein Anbau, der nach Süden vorspringt, Labor-, Seminar- und Vorlesungsräume sowie Büros für den Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik (MNI). Zu dem Projekt gehört ein schon 2006 fertiggestelltes Parkdeck, das an der Ringallee die nötigen Stellplätze nachweist.
Bei der Einweihungsfeier des neuen Hauses dankte FH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin allen Baubeteiligten für ihre Arbeit. Mit dem bereits in Betrieb genommenen Gebäude und dem Erweiterungsbau in Friedberg, der im Sommer bezogen werden soll, verzeichne die Hochschule einen Flächenzuwachs von mehr als 8000 Quadratmetern. Dies bedeute einen Entwicklungsschub für die FH und auch die Chance, in Lehre, Forschung und Weiterbildung in qualitativ neue Dimensionen vorzudringen. Dass die FH Gießen-Friedberg Spitzenforschung betreibe, habe sie zuletzt mit ihrem Abschneiden im Loewe-Programm der hessischen Landesregierung sowie im Programm Ingenieurnachwuchs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bewiesen. Bis 2020 werde das Land 100 Millionen in die weitere bauliche Entwicklung der Hochschule investieren. Damit, so Grabatin, habe die FH auch langfristig ausgezeichnete Perspektiven.
Der Neubau sei „ein wichtiger Schritt für die Fachhochschule Gießen-Friedberg auf dem Weg zur Campus-Hochschule“, betonte der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, in seiner Rede. Er hob hervor, dass die Landesregierung damit die Voraussetzungen für exzellente Lehr- und Studienbedingungen in der Informatik schaffe, einer Disziplin, deren erfolgreiche Absolventen wie kaum andere von Arbeitgebern nachgefragt seien. Aber auch die Forschungskapazitäten würden gestärkt. Die FH Gießen-Friedberg habe sich in den letzten Jahren ausgezeichnet entwickelte, sagte der Minister. Die Hochschule habe ein eigenes Profil und sei deutlich wahrnehmbar geworden in der hessischen Hochschullandschaft.
Dekan Prof. Dr. Klaus-Jürgen Kügler zeigte sich hocherfreut, dass der Fachbereich MNI nun die neuen Räumlichkeiten nutzen kann, in denen die Informatikausbildung an modernsten Geräten konzentriert werden soll. Dies sei eine erhebliche Verbesserung der Qualität des Studienangebots und eröffne die Chance, einen Beitrag zum Abbau des derzeitigen Mangels an Absolventen der Informationstechnologie zu leisten.
Die Cafeteria „Campustor“ habe einen hervorragenden Platz gefunden, sagte Ralf Stobbe, Geschäftsführer des Studentenwerks Gießen. Das studentische Leben finde nicht nur im Hörsaal statt. Auch die informellen Begegnungen seien wichtig. In der Cafeteria lerne man fürs Leben.
Gießens Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann hob die besondere Bedeutung der Fachhochschule für die Stadt Gießen hervor. Der Neubau auf dem Campus sei eine großartige Chance für die Weiterentwicklung der FH. Die Hochschule sei schon jetzt in der anwenderorientierten Forschung deutschlandweit an der Spitze. Nun bekomme sie das Gebäude, das diesen Ansprüchen entspreche.
Die Projektleitung lag beim Hessischen Baumanagement (hbm). Der Landesbetrieb übte die Bauherrenfunktion aus und hat sämtliche Arbeiten koordiniert. Hbm-Direktor Thomas Platte zeigte sich zufrieden, dass es gelungen sei, ein Gebäude zu übergeben, das den aktuellen Bedürfnissen der Fachhochschule genüge und auf dem Stand der Technik sei.