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Wer kennt sie nicht, die Klischees über den Ingenieurberuf? Dort arbeiten angeblich leicht introvertierte, etwas merkwürdig gekleidete Menschen vor allem männlichen Geschlechts an schwierigen Aufgaben, bei denen man sich auch noch schmutzig machen kann. Mit diesen Vorurteilen räumte Prof. Dr. Alfred Karbach auf, als er an der FH in Gießen zum Abschluss der öffentlichen Vortragsreihe „Forschung - Weiterbildung - Transfer: die Hochschule in der Region" über das moderne Berufsbild von Ingenieurin und Ingenieur sprach.

Es geht nicht mehr nur darum, als Problemlöser in einem technischen Umfeld zu fungieren, sprich über einen tiefen Fundus an Grundlagenwissen zu verfügen, der immer noch vorausgesetzt wird. Interdisziplinäres Wissen, beispielsweise in Umweltfragen oder Aspekten des Kostenmanagements, ist gefragt. Die Arbeitgeber wünschen darüber hinaus, dass sich ihre Nachwuchskräfte in verschiedenen sozialen und internationalen Umgebungen bewegen können. Dort kann die ingenieurwissenschaftlich ausgebildete Persönlichkeit ihre spezifischen Fähigkeiten einbringen, die immer noch in kreativen Lösungskonzepten für technische Fragestellungen liegen. Diese modellgestützt zu entwickeln, in Simulationen zu überprüfen und zu optimieren, gehört heute zum Handwerkszeug. Verständnis gegenüber Nichttechnikern nach dem Motto „denken und denken lassen“ könne, so Karbach, auch nicht schaden.

Die Anforderungen in diesem Berufsfeld sind also nicht kleiner geworden. Ein zeitgemäßer Ingenieurstudiengang bereitet angemessen darauf vor. Der Fachbereich Maschinenbau, Mikrotechnik, Energie- und Wärmetechnik der FH Gießen-Friedberg, an dem Prof. Karbach lehrt, hat deshalb sein Studienprogramm sukzessive auf die neuen Bedürfnisse ausgerichtet und plant weitere Schritte in dieser Richtung.