Das
Fernsehen der Zukunft wird Programme von öffentlichen oder privaten Sendern mit
Internetdiensten kombinieren, die dem Nutzer Eingriffsmöglichkeiten nach
individuellem Interesse bietet. Das „Interaktive Fernsehen“ bildet einen
Forschungsschwerpunkt von Prof. Dr. Rudolf Jäger, der an der Fachhochschule
Gießen-Friedberg Praktische Informatik und Medieninformatik lehrt. Eine
aktuelle Initiative seines Teams, ein Verbundprojekt mit der Technischen
Fachhochschule Berlin, widmet sich drei Jahre lang „Individualisierten und
verteilten TV-Diensten für den Home-Bereich“. Das Bundesministerium für Bildung
und Forschung (BMBF) unterstützt dieses Forschungs- und Entwicklungsvorhaben an
der FH Gießen-Friedberg anteilig mit 228.000 Euro.
Am Friedberger Fachbereich Informationstechnik - Elektrotechnik – Mechatronik befasst sich Prof. Jägers Arbeitsgruppe vor allem mit zwei Aufgabenfeldern. Beim Schwerpunkt „Home-TV“ geht es darum, das Leistungsspektrum des digitalen Fernsehens (z.B. DVB-T) und neuer Internetangebote miteinander zu verknüpfen und über ein Home-Netzwerk (LAN oder WLAN) an Endgeräte zu verteilen. Jeder Zuschauer kann auf diesem Weg Zusatzinformationen zu den Beiträgen der Sendeanstalten über einen Web-Server abrufen und auch selbst erstelltes Begleitmaterial ins Netz eingeben.
Unter dem Projekttitel „Objektorientierte Interaktivität“ hat das Team ein Anwendersystem entwickelt, das Interaktionen mit Videomaterial erlaubt. Eine Einblendung macht den Zuschauer darauf aufmerksam, dass er zu einem markierten Objekt weitere Informationen bekommen oder Kontakt mit einer Adresse (z.B. einem Online-Shop) herstellen kann.
Die
Friedberger Arbeitsgruppe nutzte im September die Internationale
Funkausstellung (IFA) in Berlin, um dem Publikum ihre im Vorfeld gewonnenen Entwicklungsresultate
vorzustellen. Dabei gehörten neben Prof. Jäger auch die Diplom-Ingenieure
Christopher Köhnen und Christian Überall, beide Absolventen der FH
Gießen-Friedberg, und Studierende zur Standbesetzung. Die Exponate stießen auf
ausgeprägtes Interesse in der Fachwelt und führten zu einer Reihe von Kontakten
mit potentiellen Kooperationspartnern. Darunter sind große
Forschungseinrichtungen, aber z.B. auch kleine Unternehmen, die
Fernsehprogramme über ein lokales Netzwerk verbreiten wollen. Begleitend zu der
Präsentation auf dem Messestand informierte Prof. Jäger im Technologie- und
Wirtschaftsforum der IFA mit einem Vortrag über neue Entwicklungen auf dem Gebiet von Home-TV und Internet.