Die THM-Gruppe in Pavia vor dem Garten des Collegio Borromeo, der Gegenstand ihres architektonischen Interesses war.Eine Gruppe des Fachbereichs Bauwesen der TH Mittelhessen hat an einem zweiwöchigen internationalen Workshop in Italien teilgenommen. In Pavia konzentrierten sich mehrere Teams darauf, Konzepte für die Neugestaltung der Parkanlage beim dortigen „Collegio Borromeo“ auszuarbeiten. Außer der Universität Pavia und der THM waren auch die Politecnica Madrid und die Domus Academy Mailand bei der Lehrveranstaltung in der Lombardei vertreten.

Betreut von Prof. Nikolaus Zieske und der Wissenschaftlichen Mitarbeiterin Ulrike Wassermann konnten dort fünf Architektur-Studierende aus Gießen Erfahrungen im internationalen Teamwork sammeln. Prinzip ist, dass die Studentinnen und Studenten nicht im nationalen Verbund bleiben, sondern in gemischten Gruppen zusammenarbeiten, um für örtliche Gegebenheiten innovative architektonische Lösungen zu entwickeln. Die begleitenden Dozenten stehen ihnen dabei beratend zur Seite und bringen zu ausgewählten Fragen ihr Expertenwissen ein.

Das Collegio Borromeo ist ein Studenteninternat mit langer Historie. Es wurde 1561 von Karl Borromäus in Pavia gegründet und ist heute noch in Betrieb. Der Workshop stellte den Studierenden die Aufgabe, für das Areal „Orti Borromaici“, das neben einer Grünanlage auch eine Kirche und ein historisches Gebäude umfasst, eigene Gestaltungsentwürfe vorzulegen. Das beinhaltete auch, Konzepte für die öffentliche Nutzung des Geländes zu museal-künstlerischen Zwecken zu erstellen. Gefragt waren zum Beispiel planerische Vorschläge, dort einen Skulpturengarten einzurichten. Dabei galt es, Aspekte wie Nachhaltigkeit, Respekt vor dem baulichen Erbe, angemessene Wegbeschaffenheit und Landschaftsintegration zu berücksichtigen. Mit der Präsentation der Ergebnisse ist traditionell die Auswahl eines Siegerteams verbunden.

Nach Prof. Zieskes Erfahrung hat der Workshop, bei dem die italienische Universität und die THM seit einigen Jahren kooperieren, vielerlei positive Effekte: „Es ist immer wieder erfrischend zu erleben, wie im Lauf der zwei Wochen - nach anfänglicher Zurückhaltung und sprachlichen Schwierigkeiten - sich die Gruppen zu Projektteams formen und gemeinsam architektonische Konzepte und Projekte entwickeln. Und am Ende entstehen oft dauerhafte Freundschaften. Häufig ist es zugleich ein erster Schritt für die Studierenden, sich auch einen Auslandsaufenthalt zuzutrauen."