Stellten ihre Promotionsprojekte vor: Mathias Joachim, Tatjana Wawilow, Robin Etzel und Marcus Pfeiffer (von links)  Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium.jpgBeim sechsten interdisziplinären Doktorandenkolloquium an der Technischen Hochschule Mittelhessen bekamen die rund 50 Teilnehmer einen Einblick in die vielfältige Forschungstätigkeit der rund 90 Nachwuchswissenschaftler der THM, die sich derzeit mit einer Promotion weiterqualifizieren. Vier Doktoranden präsentierten ihre Arbeiten in Kurzvorträgen und stellten sie zur Diskussion.

So befasst sich Robin Etzel in seiner Promotion mit „Array-Spulen für die beschleunigte Magnetresonanz-Bildgebung des Herzens“. Mit seiner Forschung möchte Etzel die Bildgebung beim MRT beschleunigen, um so Störungen, die bislang bei der Darstellung des bewegten Herzens auftreten, auf ein Minimum zu reduzieren. Die Promotion ist am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg angesiedelt und wird von Professor Dr. Boris Keil vom Kompetenzzentrum für Biotechnologie und Biomedizinische Physik der THM betreut. Etzel ist derzeit Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Life Science Engineering an der THM.

Mit Papier als Bauwerkstoff beschäftigt sich Marcus Pfeiffer in seiner Doktorarbeit mit dem Titel „Materialmodellierung anisotroper Viskoplastizität zur Anwendung von Papier als Bauwerkstoff“. Er will den Baustoff der Zukunft berechenbar machen, damit tragfähige Simulationsmodelle, welche wichtige Bestandteile bei der baulichen Zulassung darstellen, möglich werden. Auch hier ist die Universität Marburg die kooperierende Hochschule, seine Promotion führt Pfeiffer am Promotionszentrum für Ingenieurwissenschaften des Forschungscampus Mittelhessen durch. Betreut wird er von Prof. Dr. Stefan Kolling vom Kompetenzzentrum für Automotive, Mobilität und Materialforschung.

Bauingenieurin Tatjana Wawilow widmet sich in ihrem Promotionsvorhaben dem Einsatz von Mikroalgen in der Abwasserreinigung. Durch strengere Grenzwerte sind die Kläranlagen angehalten, den Faktor Phospor zu vermindern. Wawilow untersucht, unter welchen praxisrelevanten Reaktions- und Prozessbedingungen die Algen zum Einsatz kommen können, um Kriterien für die Bemessung und den Betrieb eines Algenbioreaktors in der Abwasserbehandlung zu ermitteln. Sie promoviert an der Bauhaus-Universität Weimar und wird vom dortigen Prof. Dr. Jörg Londong und von Prof. Dr. Ulf Theilen vom THM-Kompetenzzentrum für Energie- und Umweltsystemtechnik betreut.

Mathias Joachim schließlich beschäftigt sich in seiner Promotion mit einer „Alternativen Aufreinigungsstrategie für ein antimikrobielles Peptid aus E. Coli“. Dieses Peptid könnte unter anderem gegen multiresistente Keimen eingesetzt werden. Joachim erforscht unter anderem die optimalen Wachstumsbedingungen für die Bakterien, mit denen das Peptid produziert werden kann. Die Promotion ist am Fachbereich Biologie und Chemie der Universität Gießen angesiedelt. Betreut wird Joachim von Prof. Dr. Peter Czermak vom Kompetenzzentrum für Biotechnologie und Biomedizinische Physik der THM.

Vizepräsident Prof. Dr. Frank Runkel sieht die THM auf einem guten Weg, ihren Studierenden Promotionsvorhaben in allen Fachbereichen zu ermöglichen. Das Zentrum für den wissenschaftlichen Nachwuchs, das sich als Servicestelle für die Doktoranden an der THM versteht, hatte die Veranstaltung unter Federführung von Dr. Petra Isberner organisiert.